HEFT #50

Ausgabe OKTOBER 2021

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Potsdam Royals statt Chicago Bears: Jake Mayon

Fühlt sich mit dem Ball in den Händen wohl: Jake Mayon Fühlt sich mit dem Ball in den Händen wohl: Jake Mayon Foto Nicol Marschall
Dass die Potsdam Royals sich nach vier Spielen der neuen GFL-Saison klar auf Playoff-Kurs befinden, hat auch mit ihm zu tun. Runningback Jake Mayon rennt die Liga in Grund und Boden. Die TOUCHDOWN24-Serie “Gesichter der GFL“ schaut heute auf den 24-Jährigen.


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Er ist der aktuelle Rushing Leader der German Football League. In vier Spielen hat es Jake Mayon im Trikot der Potsdam Royals bereits auf 702 Yards gebracht. Das sind 175,5 Yards Raumgewinn im Schnitt pro Spiel, hinzu kommen acht Rushing Touchdowns – seine 17 Receiving Yards dürfen da auch mal unter den Tisch fallen. Damit ist der US-Amerikaner der mit Abstand beste Ballträger der aktuellen GFL. Sein Landsmann, Exavier Edwards, Nummer-eins-Back der New Yorker Lions aus Braunschweig, ist sein ärgster Verfolger – hat nach vier Spielen aber satte 218 Yards weniger über den Boden erobert.



Dass Mayon überhaupt in der Landeshauptstadt Brandenburgs spielt, ist auch die Corona-Pandemie Schuld. Nach herausragenden Leistungen auf dem College, hatte Mayon, der aus Bolingbrook in Illinois stammt, auch die NFL-Scouts auf sich aufmerksam gemacht. An der Northern Michigan University, einem NCAA Division II College, hatte Mayon Rekorde gebrochen und insgesamt 4220 Yards für 38 Touchdowns für die Wildcats erobert und erzielt. “Geschickt, geduldig, anständige Hände, gute Routen, gute Geschwindigkeit, gute Füße und gute Sicht, solide“, ist in einem Scouting Report zu lesen, nachdem er vor dem NFL Draft 2020 an einem regionalen Combine für Spieler aus kleinen Colleges teilgenommen hatte.

Corona statt Training bei den Chicago Bears


Für eine Auswahl im Draft reichte es aber nicht und auch danach hielten sich die NFL-Teams mit ihren Einladungen zu Workouts und Trainingscamps zurück. Als die Hoffnung schon fast verschwunden war, meldete sich doch noch ein Team aus der National Football League und sprach eine Trainingseinladung aus. Die Chicago Bears wollten Mayon bei sich sehen und kennenlernen, die Chance auf professionelles Training im Sommer-Roster war da, womöglich Einsatzzeiten in der Preseason und wer weiß, vielleicht ein Rosterplatz im finalen Kader. Doch es kam anders. Corona legte die Welt und auch die NFL lahm. Das Trainingscamp, für das Mayon eingeladen war, fand nicht statt – letztendlich fand gar nichts statt, wobei sich ein junges Talent nochmal für die NFL hätte empfehlen können.

Ein Jahr später ist Mayon in Potsdam zuhause. Wenn Mayon von sich selbst spricht, dann hebt er hervor, dass er “ein harter Arbeiter ist, der niemals aufgibt“. Er ist im Backfield die klare Nummer eins vor dem Deutschen Ruven Pietsch, der immerhin auch schon auf 25 Läufe für über 100 Yards Raumgewinn kommt. Das Spielsystem von Head Coach Michael Vogt ist eben auch ausgelegt auf ein intensives Laufspiel. Damit soll das Team, das seit 2018 Bestandteil der GFL ist, erstmals die Playoffs der höchsten deutschen Spielklasse erreichen. Nach vier Spielen und drei Siegen sieht es mit Mayons Hilfe gut aus.
Markus Schulz

Markus Schulz arbeitet seit 2009 beim Sport-Informations-Dienst in Köln. Seine Leidenschaft für den American Football entdeckte der Familienvater bereits mit elf Jahren während Super Bowl XXIII. 2017 schloss sich Schulz TOUCHDOWN24 zudem als Chefredakteur an. Außerdem hat der gebürtige Mönchengladbacher mehrere Bücher über den US-Sport publiziert und engagiert sich ehrenamtlich als Pressesprecher bei seinem örtlichen Football-Verein Remscheid Amboss.
Twitter: @ELFinsider
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