Corona-Pause endlich vorbei: Cornerback Jan Klenk und die Schwäbisch Hall Unicorns Corona-Pause endlich vorbei: Cornerback Jan Klenk und die Schwäbisch Hall Unicorns IMAGO / Kessler-Sportfotografie

Es geht endlich wieder los: Unicorns gegen Razorbacks in der Vorschau

geschrieben/veröffentlicht von/durch  01.06.2021
Knappe 20 Monate mussten die Vereine und Fans der German Football League (GFL) darauf warten, dass endlich wieder das Football-Ei durch die höchste deutsche Spielklasse fliegt. Am kommenden Freitag (ab 18.30 Uhr, live auf SPORT1) empfangen die Schwäbisch Hall Unicorns zum Auftakt der neuen GFL-Saison die Ravensburg Razorbacks. Die Vorschau von TOUCHDOWN24.
6,50 € inkl. MwSt. TD24 Heft 47 - JUL 2021 Noch 119 vorhanden Zum Produkt

Die Teams:

Die Schwäbisch Hall Unicorns wurden 1983 gegründet und spielen seit 2001 durchgängig in der German Football League. Mit Ausnahme der Saison 2008 qualifizierten sich die Baden-Württemberger immer für die Playoffs. 2011, 2012, 2017 und 2018 gewannen die Unicorns die Deutsche Meisterschaft, standen zudem seit 2014 in jedem Endspiel.

Die Ravensburg Razorbacks wurden 1987 gegründet und stiegen 2012 erstmals in die GFL2 auf. Bereits 2018 wurden die Oberschwaben Meister in der Südstaffel der 2. Liga, verloren aber in der Relegation gegen die Stuttgart Scorpions. Nach einer erfolgreichen Relegation gegen die Kirchdorf Wildcats gelang dann 2019 der erstmalige Aufstieg in die GFL. Das Spiel am Freitag in Schwäbisch Hall ist somit das erste Erstligaspiel in der Geschichte der Razorbacks.

Die Roster:

Die Unicorns verfügen aktuell über den vermutlich besten Kader im deutschen American Football - die Teams der European League of Football mit eingerechnet. Topspieler wie Wide Receiver Tyler Rutenbeck, Defensive Tackle Devin Benton oder Safety Cody Pastorino spielen bereits viele Jahre für die Grün-Weißen. Hinzu kommt eine ganze Garde an deutschen Top-Spielern – und nicht zu vergessen das Aushängeschild und Ex-NFL-Profi Moritz Böhringer.



Auch bei den Ravensburgern sind viele Spieler aus dem Aufstiegskader erneut dabei. Dazu gehören neben dem Kern aus deutschen Spielern vor allem Akteure aus dem nahen Österreich und der Schweiz. Große Freude verspürte das Team von Head Coach Sebastian Fandert als feststand, dass Lennis McFerren als Importspieler wieder zurück ins Schussental kehren wird. Der Runningback war 2017 Leading Rusher der GFL2, ehe ihn die New Yorker Lions Braunschweig in ihren Contender-Kader holten, 2019 spielte der US-Amerikaner für die Allgäu Comets und war mit 66,2 Yards pro Spiel drittbester Runner der GFL. Aufsehen erregte zudem die Verpflichtung von Tight End Ryan Smith, der zuvor bei den Wroclaw Panthers aus der European League of Football unterschrieben hatte, dann aber nach Ravensburg wechselte.

Guys To Watch:

Das größte Fragezeichen im Roster der Unicorns ist ausgerechnet auf der Quarterback-Position zu finden. Hier wurde Alexander Haupert von den Saarland Hurricanes verflichtet. Der frühere Signal Caller der deutschen Nationalmannschaft hatte zuletzt 2017 in der GFL gespielt. Nach mehreren Knie-Verletzungen war Haupert auch nach dem Abstieg der Hurricanes seiner saarländischen Heimat treu geblieben. Die Unicorns hatte viele Jahre mit Marco Ehrenfried ebenfalls auf einen deutschen Quarterback gesetzt, was ihnen ermöglichte, auf anderen Skill-Positionen mit zwei Import-Spielern auf dem Feld zu stehen - diese Gelegenheit gibt ihnen Haupert erneut. Für Haupert wird es insbesondere auf ein gutes Zusammenspiel mit den beiden Star-Spielern im Passspiel ankommen: Wide Receiver Tyler Rutenbeck und Tight End Moritz Böhringer. In der Defense kann Head Coach Jordan Neuman weiterhin auf ein gefährliches Pass-Rush-Duo vertrauen. Devin Benton und Alexander Kreß gelangen 2019 jeweils neun Sacks. Nur fünf Spieler brachten vor zwei Jahren häufiger den gegnerischen Quarterback zu Fall.

Die entscheidenden Spieler der Razorbacks befinden sich ebenfalls in der Offense. Quarterback Ryan Deal tritt dabei die Nachfolge von Aufstiegsheld Garrett Dellechiaie (jetzt Osos Rivas/Spanien) an und muss große Fußstapfen ausfüllen. Dellechiaie hatte die Razorbacks mit 51 Touchdown-Pässen bei neun Interceptions für 4031 Yards in nur 13 Partien zum Aufstieg geführt. Gut für Deal: Mit Christian Steffani ist den Ravensburgern ihr gefährlichster Wide Receiver von 2019 erhalten geblieben. Der Österreicher fing insgesamt 19 Touchdown-Pässe. Hier wird entscheidend sein, dass Deal eine ähnliche Chemie zu dem 35 Jahre alten Routinier findet wie sein Vorgänger. Außerdem wichtig im Passspiel: Wide Receiver Michael Mayer und Tight End Ryan Smith, der bereits bei den Green Bay Packers Erfahrung sammeln durfte. Viel kommt auch darauf an, wieviel Entlastung über Runningback Lennis McFerren geschaffen werden kann. Die großen Playmaker aus der Defense der Aufstiegssaison sind allerdings nicht mehr dabei: Weder GFL2 Tackling Leader William Lloyd noch der beste und zweitbeste Interception-Jäger ligaweit in Finn Kearns und Philbert Martial.

Duell/Bilanz in der GFL:

Es ist das erste Pflichtspiel beider Teams in der GFL gegeneinander. Bilanz 0-0.

Prognose:

Die Schwäbisch Hall Unicorns gehen als großer Favorit in die Partie. Alles andere als ein deutlicher Sieg wäre bereits bemerkenswert aus Sicht der Razorbacks. Der Aufsteiger muss, um das Spiel womöglich über eine längere Zeit offenzuhalten, mit seiner Offense mithalten. 2019 stellten die Razorbacks die mit Abstand beste Passing Offense der GFL2. Allerdings erwies sich die Defense schon zu Zweitligazeiten häufig nur als Mittelmaß, was gegen Schwäbisch Hall die Achillesferse sein sollte.

Der 1. Spieltag:


4. Juni

Schwäbisch Hall Unicorns vs. Ravensburg Razorbacks (18.30 Uhr, Optima Sportpark)

5. Juni

Cologne Crocodiles vs. Dresden Monarchs (15 Uhr, Südstadion)
Kiel Baltic Hurricanes vs. Potsdam Royals (15 Uhr, Kilia-Stadion)
Munich Cowboys vs. Frankfurt Universe (16 Uhr, Dante-Stadion)
Saarland Hurricanes vs. Stuttgart Scorpions (18 Uhr, Ludwigsparkstadion)

6. Juni

Marburg Mercenaries vs. Allgäu Comets (16 Uhr, Georg-Gaßmann-Stadion)

*fett gedruckt die Sieg-Tipps unserer Redaktion
Markus Schulz

Markus Schulz arbeitet seit 2009 beim Sport-Informations-Dienst in Köln. Seine Leidenschaft für den American Football entdeckte der Familienvater bereits mit elf Jahren während Super Bowl XXIII. 2017 schloss sich Schulz TOUCHDOWN24 zudem als Chefredakteur an. Außerdem hat der gebürtige Mönchengladbacher mehrere Bücher über den US-Sport publiziert und engagiert sich ehrenamtlich als Pressesprecher bei seinem örtlichen Football-Verein Remscheid Amboss.

TOUCHDOWN24 im Abo

td24 abo 300x300

Anzeige

Händler finden