HEFT #50

Ausgabe OKTOBER 2021

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Direktes Duell um ein Playoff-Ticket: Crocodiles gegen Rebels in der Vorschau

Schon acht Touchdowns in dieser Saison: Kölns Star-Receiver Markell Castle Schon acht Touchdowns in dieser Saison: Kölns Star-Receiver Markell Castle IMAGO / Beautiful Sports
Die Potsdam Royals, Dresden Monarchs und New Yorker Lions Braunschweig marschieren in der Nordstaffel der GFL vorweg. Es scheint, dass das vierte Playoff-Ticket zwischen den Cologne Crocodiles und Berlin Rebels ausgespielt wird. Am Samstag (ab 16.30, live auf Sport1) kommt es im Kölner Südstadion zum direkten Duell. Zuschauer sind zugelassen.


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Die Vereine:

Die am 13. März 1980 gegründeten Cologne Crocodiles können immerhin auf eine Meisterschaft zurückblicken. Unter Head Coach Kirk Heidelberg, jetzt ausgerechnet Cheftrainer bei den Cologne Centurions in der European League of Football, wurde German Bowl XXII gegen die Braunschweig Lions mit 31:29 gewonnen. Nach finanziellen Schwierigkeiten musste sich der Verein 2003 aus der German Football League zurückziehen. Die Rückkehr gelang mit dem Aufstieg 2016, seitdem nahm die Mannschaft von Head Coach Patrick Köpper einmal an den Playoffs teil und verpasste die Postseason als Tabellenfünfter zweimal knapp. Herausragend ist vor allem aber auch die Jugendarbeit der Crocodiles, zuletzt holten die jungen Krokodile 2014, 2015 und 2019 den Junior Bowl in die Domstadt und schraubten die Titelsammlung der U19 auf fünf Meistertitel.

Die Berlin Rebels gibt es seit 1987. Nachdem sie bereits in den Neunziger Jahren vier Spielzeiten in der ersten Bundesliga verbracht hatten, sind sie seit 2010 fester Bestandteil der German Football League. In den letzten vier Saisons vor der Corona-Pause erreichten die Charlottenburger stets die Playoffs – auf einen Sieg in der Postseason warten die Rebels in ihrer Vereinsgeschichte allerdings noch. Erfolgreich ist auch die Jugendarbeit der Rebellen. 1992, 1996 und 2000 holte die U19 den Deutschen Meistertitel, zudem wurden die Flag-Football-Junioren 2004 Deutscher Meister.

Die Ausgangslage:

Beide Teams haben bereits schon zwei Saisonniederlagen auf dem Konto, die Crocodiles aber einen Sieg mehr, da sie auch ein Spiel mehr absolviert haben. Durch ihren Erfolg am 1. Spieltag gegen die Dresden Monarchs haben die Kölner allerdings schon einen Sieg auf der Habenseite, der vor der Saison nicht unbedingt eingeplant war – die Domstädter wähnen sich in der Ausgangslage entsprechend leicht im Vorteil. Die Berliner haben hingegen ihre beiden Niederlagen gegen den amtierenden Deutschen Meister kassiert. Immerhin im zweiten Spiel hatten die Rebels die New Yorker Lions am Rande eines Remis, was ebenfalls aufhorchen ließ. Umso enttäuschender verlief der einzige Saisonsieg. Gegen die Kiel Baltic Hurricanes, die zuvor zweimal chancenlos von den Potsdam Royals vom Platz gefegt wurden, reichte es “nur“ zu einem 28:14 für die Mannschaft von Head Coach Joshua Mandel. Im Kölner Südstadion sind die Rebels bereits unter Zugzwang, wollen sie nicht erstmals seit 2015 die Playoffs verpassen.

Guys To Watch:

Unter besonderer Beobachtung steht Kölns Quarterback Chris Strong. Mit 1500 Passing Yards nach vier Partien ist der Brite der Wurf-stärkste Spielmacher der GFL. Allerdings wurde ihm vor einer Woche bei der 7:31-Niederlage in Potsdam der Zahn gezogen. Vier Interceptions unterliefen dem Crocodile. Gegen die Rebels muss das Passspiel über die US-Receiver Aaron Jackson und Markell Castle, noch immer Receiving Leader der GFL, dringend wieder funktionieren, denn das Laufspiel ist in dieser Spielzeit noch keine Stärke des Teams. Die Crocodiles haben zudem noch einen weiteren Statistik-Anführer in ihren Reihen. Outside Linebacker Martin Pinter verbuchte in dieser Saison bereits vier Sacks und zehn Tackle for Loss – beides Spitzenwerte ligaweit.



Bei den Berlin Rebels hat Quarterback Darius Wade noch nicht gezeigt, dass er das Offensivspiel maßgeblich prägen kann. Wesentlich besser läuft es bei den Berlinern über ihr Run Game. Beim Sieg gegen die Kiel Baltic Hurricanes gab es zwischen Jean Ariel Kouakou (15 Läufe, 72 Yards) und Paul Morant (9 Läufe, 56 Yards, 3 Touchdowns) ein Job-Sharing. Ob der französische Nationalspieler Andreas Betza wieder dabei sein kann, ist noch fraglich. Betza ist der eigentliche Lead-Back der Rebels, fehlte aber gegen Kiel.

Duell/Bilanz in der GFL:

Insgesamt 14 Mal trafen die Crocodiles und Rebels in der höchsten deutschen Spielklasse bisher aufeinander. In der Gesamtbilanz haben die Kölner dabei die Nase mit neun Siegen zu fünf Niederlagen vorne. Allerdings: Acht dieser Siege resultieren aus den Duellen zwischen 1992 und 1995 – damals schlugen die Krokodile die Rebellen sogar einmal mit 74:0. Ein anderes Bild zeichnet sich in der jüngeren Vergangenheit ab. Seit dem Kölner Aufstieg zur Saison 2017 hat die Mannschaft von Head Coach Patrick Köpper nur ein Spiel gegen Berlin gewinnen können. Als Aufsteiger gab es zuhause ein 34:29. Alle weiteren fünf Duelle in dieser Phase gingen zugunsten der Rebels aus - allerdings war es meist sehr eng. Gesamtbilanz aus Sicht der Kölner: 9-5-0 (0.643).

Prognose:

Die Leistungen beider Mannschaften schwanken in dieser Saison von Woche zu Woche enorm. Dennoch: Gerade aufgrund der deutlichen Niederlage bei den Royals ist es den Kölnern zuzutrauen, gegen Berlin wieder ein Passfeuerwerk abzubrennen. Für unsere Redaktion ist Köln somit leicht in der Favoritenrolle, auch weil Berlin noch nicht in der Saison angekommen scheint.

Der 5. Spieltag:

3. Juli

  • Schwäbisch Hall Unicorns vs. Stuttgart Scorpions
  • Kiel Baltic Hurricanes vs. New Yorker Lions Braunschweig
  • Potsdam Royals vs. Dresden Monarchs
  • Cologne Crocodiles vs. Berlin Rebels

4. Juli

  • Marburg Mercenaries vs. Munich Cowboys

*fett gedruckt die Siegtipps unserer Redaktion
Markus Schulz

Markus Schulz arbeitet seit 2009 beim Sport-Informations-Dienst in Köln. Seine Leidenschaft für den American Football entdeckte der Familienvater bereits mit elf Jahren während Super Bowl XXIII. 2017 schloss sich Schulz TOUCHDOWN24 zudem als Chefredakteur an. Außerdem hat der gebürtige Mönchengladbacher mehrere Bücher über den US-Sport publiziert und engagiert sich ehrenamtlich als Pressesprecher bei seinem örtlichen Football-Verein Remscheid Amboss.
Twitter: @ELFinsider
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