Panther statt Crocodiles? Foto: Stephan Partisch

Die Cologne Crocodiles haben sich kurzfristig aus der anstehenden GFL-Saison zurückgezogen. Um die Folgeschäden für die Liga abzuwenden, wird ein spontanter Nachrücker gesucht.

  • Straubing Spiders stehen zum Saisonauftakt ohne Gegner da
  • Potenzielle Nachrücker aus der GFL2
  • Die drei potenziellen Kandidaten

Der Schaden ist groß. Wenige Wochen vor dem Start in die Saison 2023 steht die GFL Nord nach dem Rückzug der Cologne Crocodiles nur noch mit sieben Teams da. Neben der schwindenden sportlichen Bedeutung, da es keinen Absteiger aus der Spielzeit gäbe, wirft das auch Fragen für den Spielplan der kommenden Saison im Norden wie auch im Süden auf. Bereits am 20. Mai wären die Crocodiles im Interconference Game bei den Straubing Spiders zu Gast gewesen. Fällt dieses Spiel aus, haben die Spiders nicht nur einen wirtschaftlichen Schaden zu verkraften, da ihnen die Einnahmen aus einem Heimspiel entgehen, die Tabellensituation wäre auch in den Südstaffeln betroffen.

Die Liga sucht daher nach einer Lösung. Nach Informationen des Hildesheimer Tagesblatt hat die GFL bei drei Zweitligisten angefragt, die sich im Laufe dieser Woche entscheiden müssen, ob sie grundsätzlich für einen Aufstieg “am Grünen Tisch“ bereitstünden. Die Anfragen gingen neben den Hildesheim Invaders an Düsseldorf Panther und die Langenfeld Longhorns raus. Diese drei Vereine wären in der Nordstaffel der GFL2 ohne Frage die drei Aufstiegsfavoriten der kommenden Saison, doch birgt die Chance auf eine früher als geplante Saison in der GFL auch Gefahren. So sind die Kader grundsätzlich auf eine Saison in der GFL2 ausgerichtet.

Hätte der Aufstieg indes schon im September vergangenen Jahres festgestanden, dann wären womöglich mehr Sponsorengelder in der Offseason akquiriert worden. In der Folge hätten man den Kader qualitativ noch stärker ausrichten können. Die Möglichkeit direkt wieder abzusteigen, muss bei allen Teams erörtert werden. Oder ist im Gegenschluss ein langsamer Aufbau mit einem Aufstieg am Saisonende nicht besser? Hinzu kommen zusätzliche Reisekosten durch das Interconference Game, das es in der GFL2 nicht gibt. Die Auswärtsfahrt nach Bayern zu den Spiders muss gestemmt werden. Eine weitere Frage für die GFL ist, ob im Falle eines Aufrückens der freigewordene Platz in der GFL2 nachbesetzt wird, was über einen Dominoeffekt Konsequenzen bis tief in die unteren Ligen haben kann. Denn in jeder einzelnen Spielklasse wiederholt sich für die verbliebenen Teams, dass ein Heimspiel und Einnahmen wegfallen würden. Wenngleich ab einer bestimmten Spielklasse die Kosten der ausfallenden Auswärtsfahrt dies kompensieren würden. Doch wer sind die frei Nachrücker-Teams und wer sollte den Platz bekommen?

DÜSSELDORF PANTHER

Erklären sich alle drei Teams bereit, den freien Spot in der GFL zu besetzen, dann sollte Düsseldorf Panther das erste Zugriffsrecht haben. Auch wenn die Panther in der vergangenen Saison sang und klanglos abgestiegen sind, gilt hier die Überlegung, dass – wenn der Rückzug der Crocodiles schon während der Saison festgestanden hätte – Düsseldorf gar nicht abgestiegen wäre. Zudem haben die Panther in den vergangenen Tagen regen Zulauf von den Crocodiles, was deren Konkurrenzfähigkeit zugute kommt. In Hinblick auf den NRW-Standort Düsseldorf sowie der großen Tradition aus sechs Deutschen Meisterschaften und einem Europapokal-Erfolg würde Panther der GFL auch in Puncto Strahlkraft guttun.

LANGENFELD LONGHORNS

Verzichtet Düsseldorf auf den GFL-Platz, dann wären die Langenfeld Longhorns als Vizemeister der GFL2 der vergangenen Saison der zweite Kandidat. Für Langenfeld wäre es sogar die erste Saison in der German Football League. In Langenfeld, das nur unweit von Düsseldorf entfernt ist, wird seit Jahren konstant gute Arbeit geleistet. Längst haben sich die Longhorns zu einem starken Zweitligastandort entwickelt. Doch wäre das Team in der GFL konkurrenzfähig? Für Langenfeld spricht neben der sportlichen Reihenfolge ebenfalls der NRW-Standort mit der Nähe zu den Großstädten Düsseldorf und Köln.

HILDESHEIM INVADERS

Auch für die Hildesheim Invaders gibt es einige Argumente. Zwar schlossen die Niedersachsen die Saison 2022 nur als Tabellendritter der GFL2 Nord ab, doch das direkte Duell mit den Langenfeld Longhorns gewannen die Invaders mit 38:27. Allerdings kam es nur zu einem Aufeinandertreffen, das in Hildesheim stattfand, wodurch die Invaders Heimvorteil genossen. Dass die Invaders Erstligafootball können, bewiesen sie neben bereits zwei Jahren in den frühen Neunziger Jahren zuletzt von 2016 bis 2019. In ihrer letzten GFL-Saison erreichten die Niedersachsen sogar die Playoffs, ehe 2020 Corona zum Opfer fiel und Hildesheim dann im Zuge des geplanten ELF-Teams “German Knights 1367“ freiwillig in die Regionalliga abstieg. Die Knights hatten sich damals zu einem Großteil aus Spielern der Invaders zusammengesetzt und sollten den Großraum Hannover-Hildesheim repräsentieren. Nachdem die Ingolstadt Dukes, die im Süden ein ähnliches Schicksal erlitten, in dieser Saison in der GFL wieder dabei sind, wäre mit der Rückkehr der Invaders in die GFL das ELF-Trauma dieser beiden Standorte geheilt.

Über den/die Autor/in
Markus Schulz

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