Erzielte im letzten Spiel das entscheidende Field Goal: Greg Jospeh. Credit: Imago Images / Icon Sportswire / Nick Wosika

Die New York Giants reisen in diesem Winter ein weiteres Mal nach Minneapolis, um es dort mit den Minnesota Vikings aufzunehmen, die zum ersten Mal seit 2017 die NFC North gewinnen konnten. Der Ruf der Giants nach Revanche hallt durch die kalte Luft an der kanadischen Grenze. Denn zuletzt konnte Minnesota nur durch ein Field Goal von Greg Joseph in letzter Sekunde das Spiel an Heiligabend für sich entscheiden. Die Karten im Rematch werden nun neu gemischt. 

Beide NFC Teams sind sich keine Unbekannten in den Playoffs. Bereits zum vierten Mal seit 1994 treffen die zwei in der Postseason aufeinander. Während die Wild Card Partien abwechselnd an New York und Minnesota gingen, erinnern sich die Vikings nur ungern an das NFC Championship Game am 14. Januar 2001. Vor zwanzig Jahren erlebten die Nordmänner eine historische 41-0 Niederlage. Die Klatsche wog so schwer, dass nur kurze Zeit später das bis dahin sehr erfolgreiche Team von Head Coach Dennis Green auseinanderbrach.

 

Minnesota Vikings vs. New York Giants

Einen erneuten Umbruch erlebten die Minnesota Vikings in der vergangenen Offseason. Mit Mike Zimmer wurde der jahrelange Head Coach entlassen und durch den 37-jährigen Kevin O’Connell ersetzt. Der verwandelte den Angriff von einer Fokussierung auf den Lauf in Richtung Passspiel, was vor allem ein hohes Maß an Effektivität versprach. 

Abgesehen vom letzten Spieltag gegen die Chicago Bears, holten die Vikings keinen einzigen Sieg mit einer Punktedifferenz von Acht. Positiv ausgedrückt, war der Wechsel hin zu einer moderneren Leistungsorientierung somit ein Glücksfall. 

Auch die New York Giants entließen ihren ehemaligen Head Coach und setzen seit 2022 auf Brian Daboll. Der lässt bei den Blauen zum ersten Mal so etwas wie eine Spielphilosophie erkennen. Während in den Vorjahren wild herumprobiert wurde, was vor allem Quarterback Daniel Jones überhaupt nicht weiterhalf, lässt Daboll ein auf seine Spieler passendes System spielen, welches zwar relativ lauflastig ist, dafür jedoch in die Stärken der einzelnen Schlüsselspieler spielt. 

Zwar ist der Angriff damit berechenbarer und besitzt nur eine geringe Toleranz für Fehler. Dafür erkennt man eine klare Handschrift und Spielfreude, die bereits im letzten Aufeinandertreffen für ein sehr ausgeglichenes Spiel sorgte. 

 

Leistungsträger mit Strahlkraft

Beide Coaches haben es im Endeffekt geschafft, in kürzester Zeit und ohne grundlegende Veränderungen am Kader ihre Teams zu verbessern. So bringt es Wide Receiver Justin Jefferson auf einen neuen Karriere-Höchstwert bei den Vikings in Receiving Yards und O’Connell kitzelte außerdem die beste Saison aus seinem Quarterback Kirk Cousins heraus, seitdem dieser 2016 unter dem damaligen Offensive Coordinator und späteren Mentor von O’Connell, Sean McVay eine maßgeschneiderte Offense auf den Platz brachte. 

Ähnliches gelang Daboll mit Saquon Barkley und Daniel Jones bei den Giants. Seit seiner Rookiesaison 2018 lief der Star-Runningback nicht mehr über 1.300 Rushing Yards. 

Noch viel wichtiger ist jedoch die Verbesserung von Quarterback Jones. In New York müssen sie noch herausfinden, ob der Erstrundenpick nach vier Jahren eine Vertragsverlängerung verdient und sich als Franchise-Player etablieren kann. Gute Argumente dafür reichen Coach Daboll und sein Spielmacher für einen Verbleib des jungen Signalcallers ein. Jones warf für 3.205 Yards, erzielte weitere 708 Rushing Yards und kommt so auf 22 Touchdowns bei fünf Interceptions. 

Er spielt damit mobiler und macht weniger kritische Fehler. Das Bespielen der athletischen Anlagen von Jones scheint bei seiner positiven Entwicklung in diesem Jahr ein wichtiges Kriterium gewesen zu sein, was der vorherige Coach Joe Judge kaum nutzte. 

 

Rematch

Sowohl die Vikings als auch die Giants haben sicherlich noch einige Hürden zu meistern, um zu einem echten Super-Bowl-Contender heranzuwachsen. Der Einzug in die Playoffs gibt ihnen auf alle Fälle eine gewisse Zuversicht, die richtigen Pfade eingeschlagen zu haben. 

Und wie es so ist. Letztendlich wird sich eine der Mannschaften am Saisonende sogar mit einem Erfolg in den Wild Cards belohnen und in die Divisional Round weiterziehen. 

Im Rematch des Regular Season Games vom 24. Dezember dürfen sich vor allem auch neutrale Footballfans auf ein hoffentlich bis zuletzt spannendes Playoffspiel freuen. Beide Teams feierten in der Saison hauptsächlich knappe Erfolge und der Charakter einer Revanche für die letzte Niederlage der New York Giants dürfte weitere Brisanz ins Spiel bringen. 

Mit Stars wie Justin Jefferson und Saquon Barkley gibt sich außerdem die NFL Elite auf dem Feld die Klinke in die Hand. Mehr kann man an einem Sonntagabend eigentlich nicht verlangen. 

Über den/die Autor/in
Philipp Forstner
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Philipp Forstner
Autor / Redakteur
Philipp schreibt bei TOUCHDOWN24 u.a. über den College Football