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Die großen Fragen der NFL-Offseason

Sag mal, bleibst Du nächstes Jahr noch bei uns? - Credit: Imago Images / USA TODAY Network / Jeff Hanisch

So langsam haben sich die Wogen des fulminanten Super Bowls gelegt, Ruhe kehrt damit in der NFL aber ganz sicher nicht ein. Nach der Saison ist vor der Saison und in diesem Sinne stürzt sich die Liga in ihr alljährliches Offseason-Spektakel mit Draft, Free Agency und Co. Und dabei will so manche gravierende Frage beantwortet werden!

Bleibt Aaron Rodgers den Green Bay Packers treu?

Es wäre keine NFL-Offseason, wenn es nicht auch ein Tohuwabohu um Aaron Rodgers geben würde und in diesem Jahr vergeudete der selbsternannte Jeopardy-Fan keine Sekunde, um sich in die Schlagzeilen zu katapultieren. Er müsse erstmal gucken, was die Zukunft bringt, sagt er nach Saisonabschluss und stürzte damit die versammelte Presse direkt in frenetische Spekulierwut. Zunächst bringt die Zukunft ihm den Gewinn des prestigeträchtige Pebble-Beach-Pro-Am Golfturniers, dann Berichte über ein Dunkelheit-Retreat zur Selbstfindung mit mehrtägigem Aufenthalt in einem finsteren Haus.

Noch nicht genug? Er bezichtigte NFL-Insider wie Ian Rapaport oder Adam Schefter der Fake News und sonnt sich weiter mit Hochgenuss in seiner eher undurchschaubaren Aura. Die Green Bay Packers, sein Arbeitgeber wohlgemerkt, finden das überhaupt nicht so toll und es gibt so manches Gerücht, dass sie über einen Trade nachdenken, was bei Rodgers‘ monströsem Vertrag aber schwierig werden könnte. Vielleicht ähnlich schwierig wie nach all den Querelen der letzten Jahre ein professionelles Verhältnis zu wahren.

Trennen sich die Wege der Ravens und von Lamar Jackson?

Für ein paar Spiele sieht es immer großartig aus, die ganze Liga zittert dann vor den Ravens und ihrem vielseitigen Power-Laufspiel um Lamar Jackson. Dann aber kommen die Verletzungen, dann kommen die Schwierigkeiten. So in etwa sahen die vergangenen Jahre in B-More aus und jetzt droht obendrein auch noch ein langwieriger Vertragspoker mit dem Superstar-Quarterback. Mit eventuell massig fliegendem Schlamm!

Wenn er gesund ist zählt der spektakuläre Jackson locker zu den zehn besten Quarterbacks der NFL. Einziges Problem ist er war in den letzten Spielzeiten nie über die gesamte Saison gesund. Dazu kommen auch noch bisher eher mäßige Leistungen in der Postseason, kein Wunder also das die Ravens zögern. Seinem eigenen Selbstvertrauen und Selbstbild tut das selbstverständlich keinen Abbruch, selbstredend besteht er auf einen hochdotierten Vertrag. Dass er diesen in Baltimore bekommt scheint von Tag zu Tag unwahrscheinlicher.

Bekommt Sean Payton Russell Wilson wieder hin?

Viele begeisterte Front-Office-Angler warfen die Ruten nach ihm aus, am Ende aber holten die Denver Broncos den dicksten Fisch im arbeitslosen Trainerteich an Bord. Sean Payton kommt mit massiven Erwartungen in die Mile High Metropole, wo nicht wenige den Kader der Broncos als Super Bowl würdig erachten. Zumindest wenn man mal von den Leistungen ihres Quarterbacks absieht. Da erlebte Russell Wilson als eben jener letztes Jahr nämlich eine ziemliche Rutschpartie.

Diese endete für Vorjahrestrainer Nathaniel Hackett in einer Bauchlandung, er muss sich nun mit dem Coordinator-Posten bei den Jets begnügen. Damit hat Russell Wilson noch in etwa so viele Ausreden wie die Buffalo Bills Super Bowl Ringe. Beim Misserfolg versuchen dürfte es der oft auf sich fokussierte Signal Caller vielleicht trotzdem, was bei Payton aber nicht gerade gut ankommen sollte. Für Unterhaltung ist also gesorgt, erst Recht wenn als Vorband auch noch Rex Ryan wieder groß aufspielen darf.

Was veranstalten die Chicago Bears mit dem First Overall Pick?

Man hört, dass die Chicago Bears in diesen Tagen händeringend nach ein paar ehemaligen Call-Center-Kräften (Kevin Kühnert vielleicht?) Ausschau halten, denn ihre Telefone wollen einfach nicht still stehen. So sehr dies natürlich fabuliert ist, so oft dürften die Monsters of the Midway in dieser Offseason von anderen Teams umgarnt werden. Denn es gilt als ein offenes Geheimnis, dass die Mannschaft mit Justin Fields als junge Quarterback-Hoffnung den Pick meistbietend an ein Team verschachern wird, dass auf der Suche nach ihrem Signal Caller der Zukunft ist.

In einer besseren Situation kann ein General Manager eigentlich gar nicht sein, er braucht nur auf ein Angebot a la Don Corleone warten, dass er nicht ablehnen kann. Weil der Überbringer jener Offerte nicht der furchteinflößende Luca Brasi sein wird hat ein solcher Deal das Potenzial, die Franchise über Jahre hinaus in die Gewinnerspur zu drücken. Dafür muss natürlich auch Justin Fields der richtige Mann für den Job sein, was wiederum eine ganz andere Frage ist.

Brechen die Philadelphia Eagles nach der Finalteilnahme auseinander?

Die berechtigten Tränen sind vielleicht noch gar nicht so wirklich getrocknet, da geht es auch für die Philadelphia Eagles nach ihrer Niederlage im letzten Super Bowl schon um die kommende Saison. Und in dieser könnten die Adler ein paar mehr Turbulenzen ereilen als vergangenes Jahr. Denn so fulminant ihr Auftreten auf der größten Bühne des Sports war, so sehr zeichnet sich ein Aderlass in der Offseason ab.

Die beiden Coordinators der vergangenen Saison sind schon weg, weitere Coaches könnten folgen. Die halbe Defense steht bald ohne Vertrag da, in der Offense gibt es Big Name Free Agents und Quarterback Jalen Hurts wird ebenfalls irgendwann ein nicht gerade kleines Arbeitspapier auf seinem Tisch erwarten. Inklusive Kugelschreiber, versteht sich. Das Eagles-Front-Office hat einen sehr guten Track-Record, aber es steht Howie Roseman und seinen Jungs eine absolute Mammutaufgabe bevor. Die, wenn sie nicht bewältigt wird, einige Probleme in der Zukunft nach sich ziehen könnte.

Über den/die Autor/in
Moritz Wollert
Moritz Wollert
Moritz Wollert schreibt für TOUCHDOWN24 u.a. über die NFL. Für das monatliche Print-Magazin schreibt er u.a. die NFL History Artikel

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