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Die Eagles Defense: Unbesungene Helden

Haason Reddick gehörte zu den auffälligsten Spielern im NFC Championship Game. Credit: Imago Images / UPI Photo / John Angelillo

Es sind die unbesungenen Helden dieser NFL-Saison. Doch was die Defense der Philadelphia Eagles Woche für Woche auf den Gridiron zaubert, ist rekordverdächtig. Zeit, sich dem wichtigen Mannschaftsteil kurz vor dem Super Bowl einmal genauer zu widmen und ein paar besondere Playmaker hervorzuheben, bevor es zum großen Kampf um die Vince Lombardi Trophy nach Glendale in Arizona geht. 

Schwachstellen finden sich im Kader der Eagles ohnehin kaum. Eine besondere Stärke des Super-Bowl-Teilnehmers ist auf alle Fälle die Defense. Über die gesamte Saison und nun in den Playoffs hielt der Abwehrriegel den meisten Angriffen stand. Einer der Anführer ist Haason Reddick. Erst vor der Saison nach Philadelphia gewechselt, knüpfte der Linebacker an seine bisherigen Leistungen nahtlos an. 

 

Defense als Gesamtpaket

Doch hier lediglich einen Helden hervorzuheben, wird der Gesamtleistung dieses Mannschaftsteils nicht gerecht. So ist es ein noch nie da gewesenes Szenario, dass gleich vier Spieler eines Teams zweistellige Sackzahlen in der Regular Season aufrufen können. Reddick führt hier mit 16. Darauf folgen Josh Sweat, Javon Hargrave und Brandon Graham mit jeweils elf. 

Da überrascht es auch nicht, dass sie in Philly die eigene Bestmarke in Sacks pro Saison nach oben geschraubt haben und sogar am Saisonende am bisherigen Höchstwert der legendären Chicago Bears Defense aus 1984 kratzten. Zwei weitere Sacks fehlten am Ende, um mit den Monsters of the Midway gleichzuziehen. 

Die Eagles Defense kommt also zum Quarterback, gibt diesem wenig Zeit den Ball zu werfen und streckt den wichtigsten Spieler einer gegnerischen Offense regelmäßig zu Boden. Das öffnet das Spiel für die gesamte Abwehr. In dem Wissen, dass Reddick und Co. gehörigen Druck auf den Passangriff ausüben, können andere Spieler bewusster den Ball attackieren und erzielen so mehr Turnover. 

 

Fly, Eagles, Fly

“Fly, Eagles, Fly” schallt es nach jedem Touchdown durch das Lincoln Financial Field in Philly. Dieser Gesang ist fast eine Verhöhnung des Gegners, bedenken wir, wie schwer es ist, den Ball gegen die Eagles durch die Luft in Richtung Endzone zu bringen. Denn neben den rekordverdächtigen Sackzahlen erlaubte die Secondary, die leichte Verteidigung sozusagen, innerhalb der Regular Season die wenigsten Yards durch die Luft. 

Marcus Epps, C.J. Gardner-Johnson, Darius Slay und James Bradberry sind für die Hälfte der 27 Turnover in 2022 verantwortlich. Auch hier sticht ein wichtiger Neuzugang hervor. Gardner-Johnson wechselte im Sommer per Trade von den New Orleans Saints an die Ostküste. Gemessen an seinen sechs Interceptions und seiner geringen Trade-Kompensation (Tausch eines Siebt- mit einem Fünft- und Sechstrundenpick) ein echter Coup, der Howie Roseman dort gelungen ist. 

Howie Roseman “Vater des Erfolgs”

Der General Manager der Eagles hat diese Defense gebaut. In der Secondary finden sich ausnahmslos Spieler, die bei ihren vorherigen Teams nicht mehr oder noch nie an ihr eigentliches Leistungsniveau herangekommen sind. Roseman setzte bei der Verpflichtung von James Bradberry und weiteren darauf, dass sie bei den Eagles wieder besser in Tritt kommen, als sie es bisher getan haben. 

Ähnliches gilt für die Front Seven. Natürlich stehen die Eigengewächse Fletcher Cox und Brandon Graham für Stabilität und viel Erfahrung auf Seiten der Eagles. Doch richtig rund läuft es vor allem, seitdem Reddick und Hargrave die erste Reihe komplettieren. 

Middle Linebacker T.J. Edwards ist ein weiteres gutes Beispiel für Rosemans geschicktes Händchen bei der Auswahl neuer Spieler. Ungedraftet kam Edwards vor drei Jahren von der University of Wisconsin zu den Philadelphia Eagles. Jetzt ist er der wichtigste Tackler im Team. Gemeinsam mit Kyzir White, der von den Los Angeles Chargers seinen Weg in die Stadt der brüderlichen Liebe fand, schafft er die nötige Absicherung, damit der Pass Rush vor ihnen aus allen Rohren feuern kann. 

 

Haason Reddick

Und doch wird abschließend noch einmal der Fokus auf Haason Reddick gelegt, der die Postseason seines Lebens spielt. Aktuell ist er mit 3,5 Sacks der effektivste Pass Rusher dieser Playoffs. Vor allem gegen die San Francisco 49ers setzte er die wohl wichtigsten Plays des Spiels. 

Sicher versuchte Reddick nicht mutwillig, den Niners-Quarterback Brock Purdy zu verletzen, als er mit seinem Arm auf den Wurfarm des Angreifers schlug. Es war jedoch diese Aktion, die den ersten Turnover des Spiels forcierte und bei der sich Purdy schwer am Ellenbogen verletzte. 

Kurz darauf landete Reddick bereits krachend auf den frisch eingewechselten Josh Johnson. Der zeigte sich von dem Hit so beeindruckt, dass er anschließend bei fast jedem Snap die Augen auf den herannahenden Pass Rusher richtete, statt sich auf sein eigenes Spiel zu konzentrieren. Die Folge daraus war ein nicht aufgenommener Snap, der Johnson aus den Händen rutschte, während er ununterbrochen zu Reddick blickte. Geholfen hat es Johnson wenig, denn trotz des Fumbles schlug Reddick beim Quarterback ein. 

 

Super Bowl LVII

Für die Vorbereitung auf den Super Bowl wird sich Defensive Coordinator Jonathan Gannon die Frage stellen, wie er seine Playmaker, allen voran Reddick und Gardner-Johnson so häufig wie möglich in Szene setzen kann. Je mehr die Abwehr der Eagles das Angriffsspiel von Quarterback Patrick Mahomes im Endspiel beeinflussen kann, desto höher fallen die Siegchancen für Philadelphia aus. 

Bisher ist Gannon dies sehr gut gelungen, weshalb er mittlerweile mehrere Angebote für einen Cheftrainerposten in der NFL auf dem Schreibtisch liegen hat. Damit wird sich der 40-jährige Assistenztrainer aber erst nach dem Spiel in der Wüste Arizonas beschäftigen. Jetzt gilt es, seine Defense so aufzustellen, dass alle hungrigen Mäuler satt werden und am Ende der große Titel herausspringt.


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