Bleibt langfristig bei Rhein Fire: Jim Tomsula - Foto: IMAGO / Nico Herbertz

Kaum ist die Regular Season in der European League of Football gespielt, schon gibt es Bewegung auf dem Trainermarkt. TOUCHDOWN24 gibt einen Überblick über ereignisreiche Tage.

 

RHEIN FIRE

Bei Rhein Fire sitzt Head Coach Jim Tomsula fester im Sattel als jemals zuvor. Der US-Amerikaner mit NFL-Cheftrainer-Erfahrung fühlt sich in Düsseldorf wohl und einigte sich mit Rhein Fire auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag als Head Coach. Gleichzeitig übernimmt der 54-Jährige die Geschicke als “President of Football Operations“. Damit unterstützt Tomsula General Manager Tom Aust und hat bei Spieler- und Trainer-Verpflichtungen das letzte Wort. Am Rhein kann Tomsula nun seine ganze Expertise einbringen und die Organisation nach seinen Vorstellungen sportlich formen. Zugleich sind die Erwartungen in Düsseldorf in die Höhe geschnellt. “Für das nächste Jahr sind die Ziele klar gesteckt: der Einzug in die Playoffs und das Endspiel der ELF“, verkündete das Team in seiner Pressemitteilung.

BARCELONA DRAGONS

Bei den Katalanen kam es zum Paukenschlag. Das Team trennte sich von Erfolgstrainer Andrew Weidinger, der die Barcelona Dragons zu dieser Saison erst übernommen und von einem 3-7-Record aus der Vorsaison in die Playoffs geführt hatte. Ein Nachfolger war in Gabriel Sanchez, unter dem Namen “Coach Black“ bekannt, schnell gefunden, arbeitete der Mexikaner doch in der für die Dragons gerade beendeten Saison doch als Defensive Coordinator und Coach der Defensive Backs. “In der letzten Saison hat er sich als Coach erwiesen, der die Vision der Mannschaft versteht, der weiß, was wir brauchen, der dieselbe Sprache spricht, was alles viel reibungsloser macht“, sagte Bart Iaccarino, General Manager der Dragons, und ließ dabei Sprachbarrieren zwischen Team und Weidinger durchblicken. Wetten, dass Weidinger, sofern es ihn nicht zurück in die USA zieht, schnell einen neuen Job in der ELF erhalten wird?

BERLIN THUNDER

Auch ohne Playoffs war Berlin Thunder mit der Entwicklung im zweiten ELF-Jahr hochzufrieden. Mit einem Record von 3-7 hatten die Hauptstädter die Saison 2021 beendet und waren nach einem Trainerwechsel von Jag Bal zu Johnny Schmuck in dieser Saison bis zum letzten Spieltag der Regular Season im Rennen um das Postseason-Ticket. Neben der positiven sportlichen Entwicklung waren die Berliner auch mit der gestiegenen Zuschauerresonanz zufrieden. “„Ich bin stolz. Wir haben das Ding im Vergleich zum Jahr davor umgedreht. Auch in der Organisation. Wir hatten im Schnitt 3500 Fans im Stadion. Das ist alles ein Erfolg für die Franchise“, sagte Ex-NFL-Profi und Sportdirektor Björn Werner der BZ. Folgerichtig gehen die Berliner auch in der kommenden Saison mit Schmuck an der Sideline ins Rennen.

COLOGNE CENTURIONS

Für General Manager David Drane liegt viel Arbeit auf Tisch. Head Coach Frank Roser steht für eine weitere Zusammenarbeit nicht zur Verfügung und kehrt in seine Heimat zurück. “„Frank hat sich leider entschlossen, als Cheftrainer unserer Mannschaft zurückzutreten.Wir sind ihm sehr dankbar für die harte Arbeit und sein Engagement in dieser schwierigen Saison. Er ist einer der besten Trainer in Europa“, sagte Drane und deutete damit an, dass er an einer weiteren Zusammenarbeit trotz des enttäuschenden Saisonverlaufs mit einer Bilanz von 3-9 interessiert gewesen wäre. Die Centurions werden 2023 in ihrer dritten Saison mit dem dritten Head Coach an den Start gehen. Kurz darauf gab auch Defensive Coordinator Javan Lenhardt seinen Rücktritt bekannt, der die Kölner die ersten beiden Jahre begleitet hatte.

STUTTGART SURGE

Die Stuttgarter hatten schon vor dem letzten Saisonspiel offenbart, dass sie für die Saison 2023 auf Trainersuche sind. George Streeter hatte den Posten des Cheftrainers mitten in der Saison übernommen, nachdem sich die Schwaben von Martin Hanselmann getrennt hatten. Trotz des Trainerwechsels erlebte die Surge einen dramatischen Saisonverlauf und geht als erste Mannschaft in die ELF-History ein, die kein einziges Saisonspiel gewinnen konnte. Immerhin bleibt Streeter den Stuttgartern erhalten und wird fortan im Front Office seine Erfahrung einbringen. Zuerst muss er nun ein glückliches Händchen bei der Trainerwahl beweisen.