Glen Toonga (l.) und Salieu Ceesay - das Erfolgsduo in der Offense der Sea Devils - Foto: IMAGO / R.Seidel Imagery

Es ist soweit. In den Playoffs der European League of Football duellieren sich am Samstag (ab 14.30 Uhr, live auf ProSieben Maxx) die Hamburg Sea Devils und die Tirol Raiders. Wer setzt sich durch und erreicht den ELF-Bowl am 25. September im Wörthersee Stadion von Klagenfurt?

 

Die Ausgangssituation

Für die Sea Devils ist es die zweite Playoff-Teilnahme in der zweiten ELF-Saison. Als einziges Team erreichten die Hamburger damit erneut die Playoffs, selbst Titelverteidiger Frankfurt Galaxy verpasste die Postseason. Für die Tirol Raiders endete die reguläre Saison mit der erfolgreichen Qualifikation für die Playoffs gleich in der Premierenspielzeit der Österreicher in der neuen Liga am letzten Gameday. Mit einem Record von 11:1-Siegen waren die Sea Devils das beste Team der Regular Season, holten sich den First Seed und somit Heimrecht.

Die Raiders legten nach einem Fehlstart mit zwei Niederlagen zu Beginn der Saison einen Zwischenspurt hin und verloren im weiteren Saisonverlauf nur noch gegen die Vienna Vikings und die Galaxy. Mit einer Bilanz von 8:4 sicherten sich die Innsbrucker das Wildcard-Ticket, um das sie bis zuletzt zittern mussten. Beide Teams treffen zum ersten Mal in ihrer Geschichte aufeinander.

Players to Watch

Glen Toonga! Es ist so einfach, wie es klingt. Das Angriffsspiel der Sea Devils ist eine Show des Runningbacks. Kommt der britische Ballträger gegen die Raiders in Fahrt, dann werden die Hamburger das Spielfeld als Sieger verlassen. Um es zu verdeutlichen: Toonga kam im Saisonverlauf auf 1468 Rushing Yards für 21 Touchdowns in 12 Spielen. Joc Crawford von Berlin Thunder, der statistisch zweitbeste Runner der Liga kam auf 1088 Yards und lediglich 9 Touchdowns. Geht bei den Hamburgern etwas durch die Luft, dann muss Tirol besonders auf Wide Receiver Jean Constant aufpassen, der mit 963 Yards und 7 Touchdowns Hamburgs bester Passempfänger war und die Schallmauer der 1000 Yards nur knapp verpasste. Die Hamburger stellen aber auch die beste Defense der ELF-Saison, aus der ELF-Star Kasim Edebali heraussticht, dem bislang 12 Sacks gelangen. Zu erwähnen ist auch der Schweizer Tim Haenni, ebenfalls im Pass Rush zuhause. Mit 7 Sacks und starken Leistungen gehört er zu den diesjährigen Bewerbern für das International Pathway Program der NFL.

Wer die Raiders nur zur Vervollständigung in den Playoffs wähnt, übersieht, dass die Mannschaft von Head Coach Kevin Herron die meisten Yards aller Teams in der ELF eroberte. Tirol stellt die beste Passing Offense und zweitbeste Rushing Offense und ist unter diesen Gesichtspunkten das Dark Horse der Postseason, zumal kein Team mehr als die 58 Touchdowns der Raiders erzielte. Hinter der besten Offensive Line der Liga führte der erfahrene Sean Shelton Regie. Die große Stärke der Raiders liegt hierbei im Kollektiv, denn es gibt weder einen Runningback noch einen Receiver, der statistisch herraussticht. So verteilte Shelton die Bälle ausgeglichen auf die Receiver Marco Schneider (41 Receptions für 629 Yards), Adrian Platzgummer (41 Receptions für 476 Yards) und Philipp Haun (44 Receptions für 455 Yards). Ein ähnliches Bild ergibt sich im Backfield, in dem Tobias Bonatti mit 471 Yards und 4 Touchdowns am erfolgreichsten war. Allerdings verstärkten sich die Tiroler im Juli noch mit dem erfahrenen Amerikaner C. J. Okpalobi auf der Runningback-Position. Hinter den Sea Devils bildete Tirol nach zugelassenen Yards auch die zweitbeste Defense der Liga, insbesondere gegen den Lauf verteidigten die Österreicher stark und waren durch die Luft wesentlich anfälliger.

Prognose

Abseits der Records spielen im Stadion Hoheluft am Samstag also die beiden statistisch besten Mannschaften der Saison gegeneinander. Interessant ist zudem, dass sich die zweitbeste Laufverteidigung der ELF Runningback Toonga und Hamburgs Offensive Coordinator Philipp Schulz entgegenstellt. Hier liegt das entscheidende Duell. Trotzdem tippt TOUCHDOWN24 auf einen knappen Erfolg für die Hamburger, die sich im gesamten Saisonverlauf als bestes Team der Liga präsentierten.