Sean Shelton
Sean Shelton und die Raiders können das Playoffticket mit einem Sieg lösen. Credit: IMAGO / Beautiful Sports

Die Chancen stehen gut, dass zwei österreichische Teams in ihrer jeweils ersten ELF-Saison in die Playoffs einziehen. Am Sonntag (ab 14:40 Uhr live bei ProSieben Maxx) können die Raiders Tirol das letzte Ticket für das Halbfinale buchen. Dazu reicht – höchstwahrscheinlich – ein Sieg bei den Berlin Thunder. TOUCHDOWN24 blickt auf das Duell.


Die Ausgangssituation

Drei der vier Playofftickets sind vergeben. Doch wer gesellt sich zu den Hamburg Sea Devils, Vienna Vikings und Barcelona Dragons? Berlin Thunder, Rhein Fire, Frankfurt Galaxy und die Raiders Tirol streiten sich am Sonntag um den letzten Spot im Halbfinale. Die Österreicher können den Rechenschieber dabei getrost in der Schublade lassen. Gewinnen sie in Berlin, sind sie sicher in den Playoffs – es sei denn, Rhein Fire gewinnt mit mehr als 127 Punkten Vorsprung gegen Leipzig…


Komplizierter ist die Lage für Berlin. Die Thunder brauchen einen Sieg gegen Tirol und Schützenhilfe von der Konkurrenz. Verliert Frankfurt parallel gegen Stuttgart und gewinnt Rhein Fire nicht mit 32 oder mehr Punkten Vorsprung gegen Leipzig, ist Berlin in den Playoffs. Sollte Frankfurt gewinnen, müssten die Thunder mit 49 Punkten mehr Vorsprung gewinnen als Galaxy. Letztlich haben es die Raiders also in der eigenen Hand, während Berlin Schützenhilfe benötigt.



Oder, um es aus Analytics-Perspektive zu beleuchten: Die Raiders haben eine knapp 50-prozentige Chance auf die Playoffs (49,8%) und damit den besten Wert vor Frankfurt (44,2%), Berlin (5,7%) und Rhein Fire (0,3%).

Players to Watch

Auch am kommenden Wochenende werden ELF-Fans gebannt auf Raiders-Quarterback Sean Shelton schauen. Der US-Amerikaner kratzt an den 3.000 Passing-Yards und könnte die Marke am Sonntag mit 62 weiteren Yards knacken. Gleichzeitig ist Shelton mit 408 Rushing-Yards auch der beste Runner im Team und nach Yards der zweitbeste mobile Quarterback der ELF. Die primären Passempfänger sind Philipp Haun, Marco Schneider und Adrian Platzgummer, die jeweils über 50 Targets zu verzeichnen haben. In der Defensive Line gibt Niklas Gustav mit neun Sachs und 12,5 Tackles for Loss den Ton an.



Mit Joe Germinerio verfügt Berlin Thunder ebenfalls über einen starken Quarterback, der jedoch deutlich mehr Risiko als Shelton eingeht und bereits fünf Interceptions mehr produzierte als sein Gegenüber. Dafür haben die Hauptstädter den deutlich besseren Runningback in Joc Crawford, der bereits die 1.000 Rushing-Yards-Marke geknackt hat und in dieser Statistik auf Platz zwei liegt. Das Receiving-Corps wird von Robin Wilzeck angeführt, der schon Bälle für 662 Yards fing. Emil Drossard liegt in der teaminternen Statistik mit mehr als 300 Yards weniger auf dem zweiten Platz. Das Prunktsück des Teams ist aber sowieso die Defense. Kyle Kitchens legte bereits 14 Sacks auf, sein Partner Stanley Zeregbe 6,5 Sacks. Dazu kommen unfassbare 30 Tackles for Loss für Kitchens – mit Abstand der beste Wert in der ELF. Gelingt gegnerischen Quarterbacks trotzdem mal ein Pass, warten Paul Seifert, Dominique Shelton und Moritz Thiele in der Secondary.

Prognose

Kann die Thunder-Defense Sean Shelton und Co. stoppen? Die Aufgabe wird auch mit heimischem Publikum im Rücken alles andere als einfach. TOUCHDOWN24 tippt einen knappen Sieg für die Raiders und die Österreicher in die Playoffs.