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Wer stoppt Jason Aguemon und Daniel Rennich? Istanbul Rams at Rhein Fire in der Vorschau

Daniel Rennich gehört mit Jason Aguemon zu den besten Rushern der ELF. Daniel Rennich gehört mit Jason Aguemon zu den besten Rushern der ELF. IMAGO / Kessler-Sportfotografie
Wenn Rhein Fire am Sonntag (ab 14.40 Uhr live bei ProSieben Maxx) die Istanbul Rams zum Heimauftakt in der Duisburger Schauinsland-Reisen-Arena empfängt, stehen sich zwei ELF-Neulinge mit unterschiedlichen Vorzeichen gegenüber. TOUCHDOWN24 wirft einen Blick auf das Duell.


Die Ausgangssituationen der Teams: 0-2 gegen 2-0

 
Die Rams reisen mit zwei Niederlagen im Gepäck nach Duisburg, wo Rhein Fire seine Heimspiele austrägt. War es zum Auftakt bei den Cologne Centurions (38:40) noch knapp, kassierten die Türken um Head Coach Val Gunn am zweiten Spieltag eine saftige 7:41-Klatsche bei Berlin Thunder. In vielen statistischen Kategorien belegen die Rams hintere Plätze. So kassierte Istanbul die meisten Strafen pro Spiel (12), stellt eine der schwächsten Offenses (12 Punkte pro Spiel), die schlechteste Passing-Offense (4 Yards pro Pass), Third-Down-Offense (24,2% Erfolgsquote) und Third-Down-Defense (50% zugelassene Erfolgsquote). Die Offensive Line ließ zudem 20 Tackles for Loss im bisherigen Saisonverlauf zu – negativer Spitzenwert in der ELF. Positive Werte sind dagegen Mangelware. Immerhin legen die Special Teams der Rams den Ligabestwert von 9,5 Punkten im Schnitt auf. Zudem ist die Laufdefense mit 3,8 zugelassenen Yards pro Lauf momentan die viertbeste Einheit in der ELF. 
 
 
Auf die Laufdefense wird es am Sonntag gegen Rhein Fire auch ankommen. Denn die Düsseldorfer verlassen sich klar auf das Laufspiel. 63,9 Prozent aller offensives Plays finden auf dem Boden statt. Nur die Hamburg Sea Devils (66,2%) laufen den Ball häufiger. 5 Yards pro Rush sind darüber hinaus ein Topwert und werden nur von den Raiders (6) übertroffen. Und wenn Rhein Fire den Ball mal wirft, geschieht dies äußerst effizient. 7,9 Yards pro Pass sind der zweitbeste Wert der ELF hinter den Cologne Centurions (8,4). Auf der anderen Seite des Balls sticht die Laufdefense mit 3,4 zugelassenen Yards pro Lauf heraus. Nur Stuttgart Surge (2,2) und die Barcelona Dragons (2,6) sind hier besser. Statistische Ausreißer in die negative Richtung finden sich bei den Düsseldorfern nur wenige. Zu nennen wäre hier der Erfolg bei Third-Down auf beiden Seiten des Balls. Rhein Fire verwertet nur 28,6% seiner Third-Downs zu einem neuen First-Down (Platz 10 von 12) und lässt Gegner in 43,3% der Fälle ein Third-Down in ein First-Down verwandeln (Platz 11). Dennoch starteten die Düsseldorfer mit zwei Siegen gegen Frankfurt Galaxy (29:26) und die Leipzig Kings (28:17) in die Saison.
 

Players to watch: Zachary Blair vs. Daniel Rennich und Jason Aguemon

 
Der Erfolg der Rams steht und fällt mit Quarterback Jared Stegman. Allerdings hat der Australier bisher nicht überzeugt. Gerade einmal 31,5% seiner Pässe kommen bei den Receivern an. Gegen Rhein Fire muss der angezählte Ballverteiler eine Schippe drauflegen. An Passempfängern mangelt es allerdings. Jalen Conwell, der vor der Saison vom Runningback zum Receiver umfunktioniert wurde, führt das Receiver-Corps mit weitem Abstand an. 22 Targets hat der US-Amerikaner bisher gesehen, davon aber nur 7 gefangen für 80 Yards. 3 Drops kosteten weitere Yards. Auch Yilmaz Berk Güven (14 Targets/3 Catches) und Alihan Agackesen (10/3) nutzten ihre Chancen bisher nicht. Den einzigen Passing-Touchdown der Rams fing Kris Wedderburn. Die sichersten Hände bewies bisher der Japaner Muneyuki Kinoshita (8/6). Wedderburn (Verletzung) und Kinoshita wurden jedoch kürzlich entlassen. Die Defense der Rams lebt von Linebacker Zachary Blair, der bereits 3,5 Tackles for Loss, einen Forced Fumble und einen Sack vorweisen kann. Weitere Playmaker in der Defense sind Defensive End Marcus Tullio Lucas (1 Sack, 1,5 Tackles for Loss), Linebacker Talat Gökhan Bulusan (10 Tackles, 1 Tackle for Loss, 1 Interception) und Safety Chad Walrond (14 Tackles, 2 Tackles for Loss). Letzterer wurde ebenfalls unter der Woche entlassen.

 
Das Laufspiel ist die Lebensversicherung von Rhein Fire. Dabei haben die Düsseldorfer zwei Go-To-Guys: Jason Aguemon erlief bisher sechs Yards pro Rush bei 28 Versuchen und erzielte zwei Touchdowns. Daniel Rennich kommt auf fünf Yards pro Lauf bei 23 Versuchen. Die Wege für die beiden blockt eine starke Offensive Line um Left Tackle Sven Breidenbach und Center Nick Wiens frei. Quarterback Matt Adam warf den Ball nur 31-Mal in den bisherigen zwei Spielen. Seine primären Passempfänger sind Timothy Knüttel (12 Targets/7 Catches) und Nathaniel Robitaille (10/8). Letzterer legte bereits 211 Receiving Yards auf und kommt auf 26,4 Yards pro Catch. Hinter den beiden Top-Receivern fehlt allerdings die Tiefe: Kein anderer Receiver hat mehr als zwei Targets vorzuweisen. In der Defense erwischte Cornerback Lasse Meyer einen überragenden Start in die Saison, fing bereits zwei Interceptions und legte weitere fünf Pass-Breakups auf. Outside Linebacker Martin Pinter steht dem mit 14 Tackles, einem Sack, einem Tackle for Loss und zwei Forced Fumbles in kaum etwas nach. 
 

Die Prognose

 
Bekommen die Rams das Laufspiel der Düsseldorfer in den Griff, haben sie eine Chance. Allerdings muss sich die gesamte Defense der Türken dafür extrem steigern. Und selbst dann muss die Offense den Schalter umlegen. TOUCHDOWN24 sieht einen schweren Nachmittag für die Rams und setzt auf einen klaren Sieg der Rhein Fire.
 

5 Spiele, 5 Fragen: Was sonst noch wichtig ist am 3. Spieltag

 
  • Welche Philosophie setzt sich durch? Vor dem Hintergrund dieser Frage hatten wir unsere Preview auf Woche 2 bereits veröffentlicht. Nun treffen im Duell zwischen den Leipzig Kings und den Hamburg Sea Devils am Samstag (ab 17.50 Uhr live bei ran.de) zwei weitere Extreme aufeinander. Die Kings werfen den Ball in 69% ihrer offensiven Plays. Die Sea Devils halten mit 69% Laufquote dagegen. Beides sind Spitzenwerte in der ELF.
  • Wer startet 3:0? Ein Kracher zwischen zwei 2:0-Teams steigt am Samstag (18 Uhr) zwischen den Barcelona Dragons und Cologne Centurions. Beide werfen den Ball gerne, wobei Köln mit 8,4 Yards pro Pass effektiver als Barcelona (5,9) agiert. Die Defense der Spanier macht jedoch bisher einen deutlich besseren Eindruck als die der Domstädter. 
  • Macht Stuttgart Surge noch einen Schritt nach vorne? Eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Auftaktspiel war bei den Stuttgartern in Woche 2 gegen die Wroclaw Panthers zu erkennen. Zum ersten Sieg reichte es dennoch nicht. Am Sonntag (15 Uhr) kommen die Vienna Vikings, die mit zwei Erfolgen in die Saison gestartet sind.
  • Wann stößt Frankfurt Galaxy den Bock um? Als amtierender Meister stehen die Hessen mit einem 0:2-Record nach zwei Wochen da. Sonntag (15 Uhr) gastiert das Team bei den Wroclaw Panthers, die die Northern Conference mit 2:0 anführen und mit 2,8 zugelassenen Yards pro Play die ELF auf der defensiven Seite des Balls anführen.
  • Holen die Raiders Tirol den ersten Sieg? Trotz einer starken Offense haben die Innsbrucker die ersten beiden Spiele verloren. Die starke Defense von Berlin Thunder ist am Sonntag (15 Uhr) ein echter Gradmesser für Quarterback Shaun Shelton und Co.
Sven Schuer

Nach seinem Soziologiestudium in Osnabrück absolvierte Sven Schüer ein Praktikum bei der Neuen Osnabrücker Zeitung und blieb dem Journalismus bis heute treu. Als freier Mitarbeiter berichtet er vom Amateurfußball in und um Osnabrück und begleitet das Footballteam der Osnabrück Tigers seit einigen Jahren. Darüber hinaus schreibt er als freier Autor für verschiedene Online-Magazine und seit 2020 auch fest für TOUCHDOWN24.

Twitter: @Schueer86
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