Die Berlin Thunder spielen am Sonntag endlich im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Die Berlin Thunder spielen am Sonntag endlich im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. IMAGO/Eibner

Endlich zuhause: Thunder gegen Panthers in der Vorschau

geschrieben/veröffentlicht von/durch  15.07.2021
Am Sonntag (ab 14.45 Uhr live bei ProSieben Maxx) absolvieren die Berlin Thunder zwar bereits das dritte Heimspiel in der European League of Football (ELF). Allerdings ist es die erste Partie in der neuen Heimspielstätte Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Gegner sind am Sonntag die Panthers Wroclaw, die nach einer spielfreien Woche zurück in die Erfolgsspur wollen.



Die Teams:

Aktuell rangieren die Berlin Thunder mit einer Bilanz von einem Sieg und zwei Niederlagen auf dem dritten Platz in der North Division der ELF. Ordentlich waren die Hauptstädter von Head Coach Jab Bal in die Saison gestartet. Der Auftaktniederlage gegen Leipzig (27:37) folgte der Premierensieg gegen Stuttgart (40:19). Am vergangenen Wochenende hagelte es jedoch eine deutliche 6:44-Niederlage gegen Hamburg. Einziger Lichtblick dabei: Bis zur Halbzeit hatte es gegen das Spitzenteam 6:6 gestanden. Doch ein echter Meltdown im dritten Viertel mit vier zugelassenen Touchdowns für die Sea Devils allein im dritten Viertel besiegelte die Niederlage. Erfreuliches gab es indes unter der Woche abseits des Sportlichen zu verkünden: Denn die Thunder bestreiten am Sonntag ihre erste Partie im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, der neuen Heimspielstätte der Hauptstadtfranchise. ELF-CEO und Viktoria Berlin-Gesellschafter Zeljko Krajica sorgte federführend für Klarheit in der Stadionfrage. Neben den Thunder wird auch der Drittligaaufsteiger Viktoria im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark spielen. Die ersten beiden Heimspiele hatten die Berline im Amateurstadion von Hertha BSC Berlin im Olympiapark ausgetragen.



Bis vor zwei Wochen galten die Panthers Wroclaw als einer der Topfavoriten auf den ELF-Titel. Zwei spektakulär offensive Siege gegen Köln (55:39) und Leipzig (54:28) im heimischen Stadion sorgten für viel Gesprächsstoff unter den ELF-Fans. Doch Anfang Juli kassierten die Polen bei Frankfurt Galaxy eine 13:22-Niederlage, wobei die Offense kaum in Gang kam. Nun stellt sich die Frage, ob die Panthers zu Saisonbeginn lediglich vom Heimvorteil profitierten. Immerhin unterstützten im Schnitt 3.600 Zuschauer im Olympiastadion in Breslau ihr Team. Die nächsten Spiele gegen Berlin und anschließend zuhause gegen Hamburg dürften mehr Anhaltspunkte liefern, wie stark Wroclaw wirklich ist.

Guys to Watch:

Das Passspiel ist aktuell nicht das Prunkstück der Berlin Thunder. Quarterback Calvin Stitt bringt es gerade einmal auf eine Completion Percentage von 49,4 Prozent bei 6,9 Yards pro Passversuch. Immerhin legte der Brite aber auch schon neun Touchdowns auf. Dem stehen allerdings ganze 13 Sacks gegenüber. Der primäre Passempfänger ist Seantavious Jones, der bisher 17 Pässe für 209 Yards und fünf Touchdowns fing und sein Breakout-Game in Woche drei mit dem Spieltags-MVP krönte. Dahinter lauert mit Nicolai Schumann (7 Receptions für 140 Yards und 2 Touchdowns) ein weiterer gefährlicher Receiver. Das Laufspiel ruht auf den Schultern von Joc Crawford, der durchschnittlich 8,1 Yards pro Versuch erläuft. So kommt der bullige Runningback auf 308 Yards und zwei Touchdowns in dieser Saison. Zudem wird der US-Amerikaner auch häufig ins Passspiel der Berliner eingebunden. Die Defense der Thunder zeigte sich in den bisherigen Spielen sehr produktiv. Linebacker Wael Nasri führt die teaminterne Statistik mit 37 Tackles und fünf Tackles for Loss an. Outside Linebacker Paul Seifert konnte bereits drei Passbreakups verbuchen. Bleibenden Eindruck hinterließ am letzten Wochenende Defensive Lineman Adedayo Odeleye, der gegen Hamburg sieben Tackles, drei Sachs, fünf Tackles for Loss und einen Forced Fumble auflegte.



Die Panthers haben mit Quarterback Lukas O’Connor einen der stärkeren Ballverteiler der Liga in ihren Reihen. 895 Yards und elf Touchdowns, aber auch vier Interceptions legte der US-Amerikaner bisher auf. Im Laufspiel dominieren gleich zwei Spieler: Mark Herndon (3,8 Yards pro Versuch) ist für die kurzen und harten Raumgewinne zuständig, Philéas Pasqualini (8,8 Yards pro Versuch) sorgt für die explosiven Plays. Yakub Mazan (18 Receptions für 251 Yards und vier Touchdowns), Bartosz Dziedzic (15 Receptions für 129 Yards) und Przemyslaw Banat (13 Receptions für 185 Yards und drei Touchdowns) bilden ein brandgefährliches Wide Receiver-Trio. Dazu sorgen auch die Runningbacks mit Big Plays immer wieder für Spektakel im Passspiel. Ganz zu schweigen von Wiktor Zieba, der zwar bisher erst sechs Pässe gefangen, daraus aber schon 89 Yards und drei Touchdowns gemacht hat. Aus der Defensive ragen Linebacker William Lloyd (30 Tackles, 2 Tackles for Loss) und Defensive Lineman Karlis Brauns (1,5 Sacks, 5 Tackles for Loss) heraus. Am spielfreien Wochenende verstärkten sich die Panthers zudem mit Defensive Back Pierre Courageux. Der französische Nationalspieler spielte 2018 für die New Yorker Lions Braunschweig hauptsächlich als Safety in der GFL und war zuletzt in Schweden für die Carlstad Crusaders aktiv.

Duell/Bilanz:

Bisher trafen beide Teams noch nicht aufeinander.

Prognose:

Mit der neuen Heimstätte und den eigenen Fans im Rücken sind die Berlin Thunder am Sonntag durchaus für eine Überraschung gut. Zumal die Panthers erst noch beweisen müssen, dass sie auch auf fremdem Platz überzeugen können. Dennoch hinterließen die Polen bisher den besseren Einruck. TOUCHDOWN24 glaubt an einen Auswärtssieg der Panthers.

Latest News aus der Liga:

  • Am 3. Oktober steigt das All-Star-Game der ELF im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Dann spielt eine All-Star-Auswahl der ELF gegen die Nationalmannschaft der USA. Große Namen dürfen Fans allerdings nicht erwarten, denn der nationale Verband der USA schreibt strenge Kriterien für die Nationalmannschaft vor. So sind Profispieler aus der NFL oder CFL, sowie aktuelle Collegespieler nicht spielberechtigt. Nur Spieler, die bereits einen Collegeabschluss vorweisen können und nicht in der NFL oder CFL spielen, dürfen für die Nationalmannschaft spielen. Tickets für das All-Star-Game kosten zwischen 30 und 200 Euro.
  • Andreas Nommensen bleibt Head Coach der Hamburg Sea Devils, nachdem er den entlassenen Ted Daisher am vergangenen Wochenende interimsweise vertreten und die Hansestädter zum Sieg gegen Berlin geführt hatte. Nommensen leitet das Team vorerst bis zum Saisonende. Seinen Posten als Defensive Coordinator übernimmt Kendral Ellison, ehemaliger Head Coach der Hamburg Huskies.
  • Defensive End/Linebacker Daniel Tarnawski und Defensive Tackle Damian Wesolowski vom polnischen Vizemeister Lowlanders Bialystok verstärken ab sofort das Team der Panthers Wroclaw.
  • Die Barcelona Dragons haben ihren Offensive Line-Coach Ron Smeltzer entlassen. Einen Nachfolger hat die Franchise bisher nicht bekanntgegeben. Smeltzer hatte lange in der CFL als Offensive Line-Coach, Offensive Coordinator und Head Coach (Ottawa Rough Riders) gearbeitet. Gründe der Entlassung nannten die Dragons nicht.

Woche 5:


17. Juli
Frankfurt Galaxy vs. Barcelona Dragons
18. Juli
Berlin Thunder vs. Panthers Wroclaw
Leipzig Kings vs. Hamburg Sea Devils

*fett gedruckt die Siegtipps der Redaktion
Sven Schuer

Nach seinem Soziologiestudium in Osnabrück absolvierte Sven Schüer ein Praktikum bei der Neuen Osnabrücker Zeitung und blieb dem Journalismus bis heute treu. Als freier Mitarbeiter berichtet er vom Amateurfußball in und um Osnabrück und begleitet das Footballteam der Osnabrück Tigers seit einigen Jahren. Darüber hinaus schreibt er als freier Autor für verschiedene Online-Magazine und seit 2020 auch fest für TOUCHDOWN24.

Twitter: @Schueer86

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