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Der Fokus liegt auf der Defense: Leipzig Kings at Berlin Thunder in der Vorschau

Die Thunder-Defense, hier mit Ludvig Myren gegen Raiders-Runningback Logan Moragne, steht am Sonntag im Fokus. Die Thunder-Defense, hier mit Ludvig Myren gegen Raiders-Runningback Logan Moragne, steht am Sonntag im Fokus. IMAGO / Eibner
Am vierten Spieltag der European League of Football kommt es Sonntag (ab 14:40 Uhr live bei ProSieben Maxx) zu einem interessanten Duell zwischen den sieglosen Leipzig Kings und Berlin Thunder. Beide Teams gehen mit vielen Fragezeichen in die Partie. Entsprechend offen ist der Ausgang. TOUCHDOWN24 wirft einen Blick auf das Topspiel.
 

Die Ausgangslage der Teams


Die letzten Monate hätten wohl kaum schlechter laufen können für die Verantwortlichen der Kings. Kurz vor der Saison gab Quarterback Michael Birdsong, der das Team 2021 getragen hatte, seinen Rücktritt bekannt. Dann sickerte durch, dass die Kings ihre Heimspiele nicht im Alfred-Kunze-Sportpark austragen dürfen und stattdessen auf das Umland nach Dessau und Halle ausweichen mussten. Inzwischen hat das Team mit dem Bruno-Plache-Stadion in Leipzig aber eine neue Heimat gefunde. Sportlich lief es zum Auftakt ebenfalls nicht rund. Drei Niederlagen gegen die Wroclaw Panthers (27:34), Rhein Fire (17:28) und die Sea Devils (0:14) machen den Alptraum perfekt. Vor allem der offensiv desaströse Auftritt gegen Hamburg bereitet Sorgen. Die Offense der Kings funktioniert trotz passlastigem Scheme nicht. Das Laufspiel gehört mit durchschnittlich drei Yards pro Rush zum Schwächsten, was die ELF zu bieten hat. Dazu kommt eine brutal schlechte Rundefense mit 5,5 zugelassenen Yards pro Lauf. Lichtblicke sind die Pass-Defense – die zweitbeste Unit der Liga – und die Defensive Line, die sich bisher 13 Sacks erarbeitet hat. Besser war kein Team in der ELF.
 

Auf der anderen Seite sind die Thunder eine absolute Wundertüte. Zum Auftakt kassierte das Team eine deftige 18:43-Klatsche bei den Sea Devils. Anschließend wurden die Istanbul Rams mit 41:7 zerstört, nur um am vergangenen Wochenende 16:28 gegen die Tirol Raiders zu verlieren. Statistisch ist Berlin absoluter Durchschnitt der ELF. Der Coaching Staff um Head Coach Johnny Schmuck setzt eher auf das Laufspiel, das mit 3,9 Yards pro Rush auf Platz fünf im Ligavergleich liegt. Das Passspiel rangiert mit 6,2 Yards pro Pass auf Platz sechs, genauso wie die Offense generell mit fünf Yards pro Play. Ein Problem ist die Offensive Line. 26 Tackles for Loss ließ Berlin in den bisherigen drei Spielen zu – mit Abstand der schwächste Wert der ELF. Auf der anderen Seite des Balls sticht vor allem die Pass-Defense positiv heraus. Durchschnittlich lässt die Thunder-Defense 4,5 Yards pro Pass zu – besser sind nur die Panthers und die Kings.


Players to watch


Kings-Quarterback Jordan Barlow wirft viel, allerdings nicht sehr präzise. Nur 49,2% seiner Pässe kamen bei seinen Receivern an. Fünf Interceptions warf der US-Amerikaner bereits. Javier Carrasco Sanz und Oliver Bahr sind die primären Runningbacks, produzieren aber wenig Raumgewinn. Vor allem Carrasco Sanz wird aber auch gut ins Passspiel eingebunden und fing bereits zwölf Bälle für 120 Yards. Die beiden Go-To-Guys im Receiving-Corps sind Anthony Dablé-Wolf (26 Targets/12 Receptions/161 Yards) und Seantavius Jones (21 Targets/11 Receptions/98 Yards/1 Touchdown), sowie Nils Bäumer und Anton Jallai. Die Defense der Kings wird von der Front Seven dominiert. A.J. Wentland und Myke Tavarres bilden ein brandgefährliches Linebacker-Duo. Aslan Zetterberg als Defensive End und Jan-Phillip Bombek als Outside Linebacker lehren jede Offense das Fürchten. Zusammen kommen die vier Stars auf 94 Tackles, sowie 18,5 Tackles for Loss und 12,5 Sacks. In der Secondary treibt zudem Roedion Henrique mit bereits drei Interceptions sein Unwesen.
 

Thunder-Quarterback Joe Germinerio gehört bisher zu den besseren Ballverteilern der ELF und brachte bisher 60% seiner Pässe an den Mann. Zudem ist der US-Amerikaner mobil und kommt auf 5,5 Yards pro Lauf bei 19 Versuchen. Das Laufspiel der Berliner lastet auf den Schultern von Joc Crawford, der bereits 226 Yards und vier Touchdowns erlief, allerdings nur auf 4,5 Yards pro Lauf kommt. Die wichtigsten Passempfänger für Germinerio sind Emil Drossard (21 Targets/13 Receptions/169 Yards/2 Touchdowns), Brian Zerbe (14 Targets/10 Receptions/118 Yards/1 Touchdown) und Robin Wilzeck (12 Targets/5 Receptions/94 Yards). Defensiv ist Safety Robby Kendall einfach überall zu finden. Die Defensive Line ist mit den beiden Outside Linebackern Paul Seifert (28 Tackles/2 Tackles for Loss/1 Forced Fumble) und Ludvig Myrén (19 Tackles/3,5 Tackles for Loss/1 Forced Fumble), sowie den Defensive Ends Stanley Zeregbe und Kyle Kitchens (je 2,5 Sacks) herausragend besetzt.


Die Prognose


Wie die teilnehmenden Teams wird diese Partie eine absolute Wundertüte. Auf dem Papier ist das klarste Missmatch schnell ausgemacht: Die Offensive Line der Thunder dürfte mit der überragenden Defensive Line der Kings massive Probleme bekommen – zumindest im Passspiel. Setzt Berlin aber wie so oft auf den Lauf, würden sie die bisherige Schwachstelle der Leipziger damit attackieren. TOUCHDOWN24 erwartet eine enge und defensiv geprägte Partie mit dem besseren Ende für die Kings.
Sven Schuer

Nach seinem Soziologiestudium in Osnabrück absolvierte Sven Schüer ein Praktikum bei der Neuen Osnabrücker Zeitung und blieb dem Journalismus bis heute treu. Als freier Mitarbeiter berichtet er vom Amateurfußball in und um Osnabrück und begleitet das Footballteam der Osnabrück Tigers seit einigen Jahren. Darüber hinaus schreibt er als freier Autor für verschiedene Online-Magazine und seit 2020 auch fest für TOUCHDOWN24.

Twitter: @Schueer86
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