HEFT #52

Ausgabe DEZEMBER 2021

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Düsseldorf Rhein Fire: Tomsula würde als Head Coach perfekt passen

Tomsula 2015 als Head Coach der San Francisco 49ers Tomsula 2015 als Head Coach der San Francisco 49ers IMAGO / ZUMA Wire
Seit dem ELF-Bowl steht fest, dass Düsseldorf Rhein Fire sein Comeback in der European League of Football feiern wird. 2022 geht es gemeinsam mit drei weiteren neuen Teams – Stand aktuell die Swarco Raiders und die Vienna Vikings aus Österreich sowie die Istanbul Rams aus der Türkei – an den Start.



Seitdem präsentiert sich die nach Zuschauerinteresse zweiterfolgreichste Organisation des damaligen NFL-Ablegers in Europa äußerst professionell. Die Außendarstellung über das Internet und die Sozialen Medien ist besser als bei vielen anderen Teams der Liga zum vergleichsweise gleichen Zeitpunkt kurz nach Bekanntwerden ihrer Teilnahme an der Premierensaison der ELF. Was fehlt, ist jetzt noch die große Lösung auf der Trainerposition.

Seit der angekündigten Rückkehr auf die Football-Bühne arbeitet die Franchise akribisch ihre Aufgaben ab. So wurde mit Patricia Klemm eine General Managerin installiert, die als ehemals aktive Spielerin ebenso auf Football-Erfahrung zurückgreifen kann, wie sie ihr General-Management-Studium auf höchster Fußball-Ebene beim VfL Wolfsburg in der Bundesliga absolvieren konnte. Ihr zur Seite steht Head of Football Operations Fabian Hahn. Gemeinsam wurden auch schon erste Trainer des Coaching Staffs eingestellt. Der renommierte Erol Seval für die Offensive Line, der sehr gut vernetzte Detlef Zorn als Trainer der künftigen Linebacker. Ebenfalls schon fest stehen Jörg Mackenthun (Defensive Backs und Special Teams), der langjährige Erfahrung in der GFL und der Nationalmannschaft vorweisen kann, sowie Receiver-Coach Mario Schulz. Auch die Cheerleader-Abteilung, damals Pyromaniacs, hat bereits in Nini Pohlmann einen Cheercoach erhalten.

Tomsula war bereits 2006 HC in Düsseldorf

Der große Name auf der Cheftrainer-Position, der all diesen Eindrücken der ersten Tage gerecht wird, fehlt allerdings noch – und liegt doch so nahe: Jim Tomsula. Der 53-Jährige hat Rhein-Fire-Vergangenheit, entsprechend noch heute Kontakte ins Rheinland und wäre wohl aktuell verfügbar. 1998 hatte Tomsula sich in der NFL Europe erste Meriten verdient, trainierte bei den London Monarchs, Scottish Claymores und Berlin Thunder, ehe er 2006 Head Coach bei Rhein Fire wurde. Mit dem aus Pennsylvania stammendem Coach holte Düsseldorf damals sechs Siege, verpasste den World Bowl als Tabellendritter hinter den Amsterdam Admirals und der Frankfurt Galaxy denkbar knapp. Danach führte ihn sein Weg in die National Football League, wo er 2015 als Head Coach der San Francisco 49ers seinen Karriere-Höhepunkt erreichte. Zuletzt arbeitete er 2020 als Trainer der Defensive Line bei den Dallas Cowboys.

Ob Rhein Fire und Tomsula finanziell zusammenkommen, steht auf einem anderen Blatt. Ein mögliches ELF-Salär wirkt gegenüber der Gehaltssphären, die Tomsula in der NFL erreichte, eher wie ein Taschengeld – andererseits hat der US-Amerikaner seine Schäfchen längst im Trockenen, so soll er allein 2015 etwa 14 Millionen US-Dollar bei den 49ers verdient haben. Träumen darf in Düsseldorf jedenfalls erlaubt sein. Mit einem ehemaligen NFL-Head-Coach an der Sideline sollte das Zusammenstellen einer schlagkräftigen Mannschaft nahezu von selbst geschehen. Interessierte Spieler können sich aber auch schon jetzt bei Rhein Fire melden. Noch vier Tage kann man auf der Homepage der Düsseldorfer ein Formular für das Team 2022 ausfüllen. 
Markus Schulz

Markus Schulz arbeitet seit 2009 beim Sport-Informations-Dienst in Köln. Seine Leidenschaft für den American Football entdeckte der Familienvater bereits mit elf Jahren während Super Bowl XXIII. 2017 schloss sich Schulz TOUCHDOWN24 zudem als Chefredakteur an. Außerdem hat der gebürtige Mönchengladbacher mehrere Bücher über den US-Sport publiziert und engagiert sich ehrenamtlich als Pressesprecher bei seinem örtlichen Football-Verein Remscheid Amboss.
Twitter: @ELFinsider
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