Der American Football Verband Deutschland (AFVD) hat den Spielplan für die GFL2-Saison 2018 herausgegeben. Los geht es im Norden am 21./22. April mit den Aufstiegsfavoriten Berlin Adler und Düsseldorf Panther.
In den vergangenen beiden Jahren war Dennis Kenzler (26) als Offense Tackle bei den Braunschweig Lions, seit Jahren Europas bestes Team, amtierender Big6-Gewinner und German Bowl-Sieger, aktiv.
Anfang März 2018 wird Khairi Dickson (23) aus den USA den Weg in die Krückaustadt antreten, um einen knappen Monat später in der GFL 2 für die Elmshorner als Runningback auf Punktjagt zu gehen.
Es hat den Anschein, die Elmshorn Fighting Pirates möchten kein „normaler“ Aufsteiger sein. Zwar ist die Bescheidenheit nicht komplett über Bord geworfen worden, doch die quantitative und vor allem qualitative Bandbreite der Neuzugänge können fast zwangsweise nur zu selbstbewussten Tönen von der Piraten-Kogge aus führen.
In der Off-Season waren die Verantwortlichen der Fighting Pirates schon mehr als fleißig. Nächster Transfer ist Leif Albrecht (29), der als Defensive End eingesetzt wird.
Die Piraten-Crew, die im nächsten Jahr angriffslustig durch Zweitliga-Gewässer schippern soll, wird weiter verstärkt.
„Football ist der ultimative Teamsport und in taktischer Hinsicht wie Schach auf dem Rasen“, sagt Philipp Schulz (29), neuer Wide Receiver der Elmshorn Fighting Pirates.
So manches Mal ist Fernsehen eben doch nützlich. Victor Philippi (21) schaute sich 2009 das Football-Drama "Spiel auf Bewährung" an – und sein Interesse für den US-Sport war geweckt. 2018 steht er für die Elmshorn Fighting Pirates in der GFL 2 auf dem Feld.
Wie vermutlich in allen Teamsportarten sorgt auch im Football eine gute Vernetzung und freundschaftliche Überzeugungsarbeit untereinander dafür, dass Vereine gewechselt werden.
Der Hamburger Miguel Boock (25) ist der erste Spieler, den die Footballer der Elmshorn Fighting Pirates für die Spielzeit 2018 verpflichtet haben. Und dieser kann der Kategorie Allrounder zugeordnet werden. „Ich bin ein absoluter Teamplayer und kann in der Offense und Defense spielen. Der Langsamste bin ich definitiv nicht“, sagt der Runningback, der auch defensiv als Linebacker eingesetzt werden kann. Mit körperlicher Härte kennt sich Boock gut aus. Bis vor zwei Jahren spielte er parallel noch Eishockey. „Das habe ich dann aber aufgehört, weil ich quasi nie Zeit für eine richtige Regeneration hatte. Es ging von der Sommersaison fast direkt in die Wintersaison im Eishockey über. Ich wollte meinem Körper auch mal eine Pause gönnen“, so Boock. Am Football schätzt er vor allem „den Teamgeist, die Aufregung vor den Spielen, die Härte und die positive Umsetzung von der Theorie in die Praxis.“2006 begann der gebürtige Hamburger mit dem Football in der Jugend der Huskies, 2012 folgte der Sprung in den Herrenbereich des Clubs. Nach einem Intermezzo bei den Kiel Baltic Hurricanes (2013 und 2014) kehrte Boock, dessen familiäre Wurzeln in Kolumbien liegen, zurück zu seinem Stammverein Hamburg Huskies. „Mein Vater, Helmut Lessig, und mein Onkel haben auch in Hamburg Football gespielt und mich an den Sport herangeführt. 2013 habe ich mit meinem Vater sogar in Kiel mal eine Serie zusammengespielt“, sagt Boock, der eigentlich immer in Bewegung sein muss. Als freiberuflicher Personal Trainer arbeitet er zusätzlich an der Fitness anderer. „Für mich ist die Verpflichtung von Miguel ein echter Hammertransfer. Er ist ein Ausnahme-Athlet, der vielseitig einsetzbar ist. Es freut mich sehr, dass Offense-Coach Andreas Nommensen Überzeugungsarbeit leisten konnte“, sagt Pirates-Headcoach Jörn Maier (46). Nommensen und Boocks Vater kennen sich seit Ewigkeiten. Zudem trainierte Nommensen Miguel Boock schon drei Spielzeiten über in Kiel und Hamburg. Für den Neuzugang ist der Transfer ein kleiner sportlicher Rückschritt. Vom Erstligisten aus Kiel folgt der Wechsel zum ambitionierten Aufsteiger in die GFL 2. „Die Gespräche mit Nommi waren gut und ich hatte Lust auf eine neue Herausforderung“, sagt Boock. Geht es nach ihm, geht es für die Elmshorner aber mittelfristig auch eine Liga weiter nach oben: „Ich möchte mit den Pirates in die GFL 1 aufsteigen“. Die persönlichen Ziele des gebürtigen Hamburgers sind: „Ich möchte verletzungsfrei bleiben und irgendwann für die deutsche Nationalmannschaft und im Verein um den German Bowl spielen“. Bis Boock und seine Mitspieler auf dem Feld so richtig zupacken können, steht aber noch die harte Wintervorbereitung an, um an den Grundlagen für die Ende April 2018 beginnende Zweitliga-Saison zu arbeiten.Text: PR Elmshorn Fighting Pirates - Fiete Möldenstein