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NCAA - College Football

Woche 9: Beschert uns das College Wochenende eine Überraschung?

C.J. Stroud gilt als Favorit auf die Heisman Trophy und gehört zu den besten Quarterbacks für den NFL Draft 2023. Credit: Imago Images / ZUMA Wire / Scott Stuart

In Woche 9 der College Football Saison treffen die Ohio State Buckeyes auf die Penn State Nittany Lions. Die letzten fünf Spiele konnte OSU allesamt für sich entscheiden. Boise State ist im Duell der stärksten Mountain West Schulen gegen Colorado State sogar mit 27 Punkten Favorit. Doch blicken wir auf diese und eine weitere Partie einmal genauer. Gerade wenn es so scheint, als sei alles klar, hat uns diese Saison immer wieder eine Überraschung beschert. Stellen wir uns auf reichlich Live Action ein und blicken außerdem auf manch interessanten Spieler für den kommenden NFL Draft. 

Aktuell ist Boise State überhaupt nicht gerankt, was sich aufgrund der Niederlagen außerhalb der Conference gegen Oregon State und UTEP auch nicht mehr so leicht korrigieren lässt. Umso wichtiger ist es daher, einen überzeugenden Sieg über die Rams einzufahren. Die Conference Meisterschaft erscheint aktuell als das einzige realistische Ziel für die Broncos. Um 21:30 Uhr geht es in der Big 12 zwischen Oklahoma State und Kansas State dann so richtig rund. Beide Mannschaften verloren zuletzt gegen TCU und wollen im Rennen um die Conference Krone nun den Abstand nicht größer werden lassen. 

 

Eine neue Folge ist online! Hier geht es zum Podcast “Die Stars von Morgen” mit echten Scouts, die in ihrem Job Talente für den NFL Draft evaluieren. 

 

 

#2 Ohio State Buckeyes @ #13 Penn State Nittany Lions

Samstag, 29. Oktober 2022

Kickoff: 18 Uhr

Beaver Stadium in State College, Pennsylvania

Das Spiel gegen Ohio State, welches sich bestens für einen erneuten White Out an der Penn State geeignet hätte, läuft nun zur Mittagszeit. Vielleicht hätte der enthusiastische Einmarsch der Gladiatoren den Nittany Lions noch einmal einen Schub gegeben. Möglicherweise wollte man das einzigartige Ereignis aber nicht bei einer klaren Niederlage verschwenden. Stattdessen platzierten ihn die Fans für das letzte Wochenende, als man einen sicheren Sieg über Minnesota feiern durfte. 

 

 

Doch sind die Buckeyes tatsächlich so übermächtig? Ohio State spielte bisher nur einen gerankten Gegner und das waren die Notre Dame Fighting Irish, die aktuell einer fehlenden Einladung zu einem Bowl Game näher sind als dem erhofften Einzug in die Playoffs. Auf der Habenseite stehen jedoch deutliche Siege und die Tatsache, dass Penn State gegen Michigan, dem nächsten Favoriten auf die Big-Ten-Krone, mit 17-41 unterging. 

Es ist erneut der hochpräzise Passangriff um Quarterback C.J. Stroud, der Ohio State vor dem Spiel in die Favoritenrolle setzt. Ruhig und gelassen verteilt der Spielmacher seine Pässe über das ganze Feld und ist vor allem im Quick Passing Game eine Wucht. 

Der Auftritt gegen Rutgers lässt mich allerdings etwas nachdenklich zurück. Gegen tief stehende Safeties nahm man Stroud die Möglichkeit, mit ein paar Big Plays den Ball über das Feld zu bewegen und nahm ihm so sein liebstes Spiel: Kurze Pässe, mit denen die Defense gelockt wird, um dann über sie hinweg zu werfen. 

Die Buckeyes konnten dort jedoch auf ein effektives Laufspiel setzen, was gegen Penn State schwieriger fallen könnte. An der PSU versteht man es, mit Kontrolle an der Line of Scrimmage und krachenden Tacklings der Linebacker und Safeties den Lauf zu unterbinden. Lediglich gegen Michigan ist das nicht gelungen. Doch die haben mit Blake Corum auch einen echten Ausnahmespieler im Backfield. 

Ich will hier das Spiel im Vorfeld nicht spannender machen, als es womöglich wird. Doch erhalten wir wahrscheinlich die Gelegenheit, Stroud außerhalb seiner Komfortzone zu sehen. Und darauf warten Scouts schon seit langem. Denn in der NFL werden alle Teams versuchen, ihm seine Stärken zuerst zu nehmen. Wenn ihm dann nichts einfällt, bekommt Stroud bei den Profis ein Problem. 

Das Spiel gegen Penn State könnte sich damit als Schlüsselspiel herausstellen. Zumal die Secondary um Cornerback Joey Porter Jr. und Safety Ji’Ayir Brown ein paar starke Playmaker bereithält. Vor allem Porter ist wahrscheinlich der beste Cornerback in der kommenden Draftklasse. 

Wechselt der Ball die Seiten, gilt es aber vor allem für die Nittany Lions, den Ball im Angriff zu bewegen. Quarterback Sean Clifford ist ordentlich, war in den letzten Jahren aber nie gut genug, um wichtige Spiele, wie dieses, zu gewinnen. Parker Washington auf Receiver und seine Freshman Runningbacks reichten bereits gegen Michigan nicht. Und OSU kann den Pass dieses Jahr besser verteidigen, als noch im Vorjahr. 

Ganze 100 Yards erlaubt die Secondary um Lathan Ransom bisher weniger als im Vorjahr bei Passversuchen des Gegners. Ransom geht vor allem aus der Safety- oder Nickelposition mit dem Spiel vor sich im Zentrum zu Werke und genau dort befindet sich auch der Hauptarbeitsplatz von Washington.

Kann Ohio State die Nittany Lions im Zaum halten und das wird erwartet, stellen sie einmal mehr ihre berechtigten Ambitionen auf die National Championship unter Beweis, da sie sich als komplettes Team präsentieren. Für Penn State wäre die Niederlage das Aus im Kampf um die Conference und der Saisonverlauf wäre ein weiteres Mal, wie ihr Quarterback Clifford, ordentlich, aber nicht gut genug. 

 

#9 Oklahoma State @ #22 Kansas State Wildcats

Samstag, 29. Oktober 2022

Kickoff: 21:30 Uhr

Bill Snyder Family Stadium in Manhattan, Kansas

 

Der Leader in Orange und Schwarz ist sicherlich Quarterback Spencer Sanders. Auf eine schwache Leistung gegen TCU, die vor allem von einer Schulterverletzung herrührte, antwortete Sanders in der Vorwoche in der Manier eines Führungsspielers mit einem Sieg über Texas und einer deutlich verbesserten Performance. 

 

 

Dennoch gehen die Cowboys als leichter Underdog in das Spiel gegen die Wildcats, denn Sanders soll weiterhin Probleme mit seiner Schulter haben und kaum trainieren. Kansas State muss wiederum die letzte Niederlage verarbeiten. Big-12-Primus TCU siegte mit 38-28. Es geht daher in diesem Duell für beide Teams um das zweite Ticket zur Conference Championship und die Chance auf eine mögliche Revanche im Endspiel gegen die Horned Frogs. 

Entscheidend für das Spiel ist sicherlich die gesundheitliche Verfassung von Sanders. Doch vergessen wir nicht den Quarterback im Trikot der Lila-Weißen. Adrian Martinez hat nach seinem Transfer von Nebraska weiter an seiner Genauigkeit und seiner Spielverarbeitung gearbeitet. Vor allem seine Art, wie er offene Fenster antizipiert, den Ball schneller abwirft und Receiver offen wirft, machen ihn zu einem besseren Signalcaller. So wird er statistisch nur noch halb so häufig gesackt als in den Vorjahren. 

Oklahoma State geht mit der zweitschwächsten Passing Defense auf FBS-Level in das Spiel. Die Secondary um Jason Taylor II hat sich in den letzten Wochen aber etwas stabilisiert und gegen Quinn Ewers und Texas schon wesentlich besser verteidigt. Gleich zweimal pickte Taylor den Longhorns-Quarterback und trug so einen wesentlichen Teil zur Spielentscheidung bei. Martinez sollte daher nicht allzu sorglos mit dem Ball umgehen. 

Neben Taylors Fähigkeiten in der Zonenverteidigung ist der Safety auch eine Bank bei Blitzes und im Run Stop. Ein weiteres starkes Spiel gegen Kansas State würde ihm nicht nur mehr Aufmerksamkeit für den Draftprozess bescheren, sondern könnte seinen Oklahoma State Cowboys erneut zu einem wichtigen Sieg verhelfen. 

 

Colorado State Rams @ Boise State Broncos

Sonntag, 30. Oktober 2022

Kickoff: 1 Uhr

Albertsons Stadium in Boise, Idaho

 

Die Colorado State Rams betreten den Blue Turf in Boise, Idaho und treffen auf die favorisierten Broncos. Zuletzt gewannen die Rams gegen Hawaii mit 17-13 und spielen nun im Albertsons Stadium um die Chance auf das Mountain West Conference Championship Game. 

 

 

Sie sind jedoch krasser Außenseiter. Boise State stand in vier der letzten fünf Endspiele der Mountain West und holte zweimal den Titel. Seit Jahren gilt das exzellente Small-School-Programm als Anwärter auf einen New Year’s Six Bowl. 

Doch in diesem Jahr werden die Brötchen kleiner gebacken. Seit dem Abgang von Bryan Harsin läuft es längst nicht mehr so erfolgreich. Da Coach Harsin seit längerem in Auburn auf dem “Hot Seat” sitzt, könnte es aber schon bald eine Rückkehr geben. 

Bis dahin will das Team für das Recruiting mit Siegen weiterhin gute Argumente sammeln und seine Vormachtstellung in den Rockys kurz hinter der größeren Pac-12 nicht einbüßen. Ein Sieg gegen Colorado State ist da Pflicht und eigentlich auch der Einzug in das Mountain-West-Finale. 

Besondere Prospects gibt es deshalb auch vor allem bei den Broncos. Allen voran ist JL Skinner zu nennen. Er dürfte einer der ersten Safeties aus der Group-of-Five sein, der NFL Teams im kommenden Draft in den Sinn kommt. Er kann Plays in allen Phasen des Defense-Spiels machen und arbeitet das Leichtgewicht weiter an Techniken, um sich von Blockern zu lösen, wird er nach einer voraussichtlichen Einladung zum Senior Bowl nach Mobile, Alabama die Boards noch gehörig hinaufklettern. 

Weniger sicher ist es für Cam’Ron Carter, zum Senior Bowl reisen zu dürfen. Der SAM-Linebacker von Colorado State macht ebenfalls wichtige Plays, pickt Interceptions, landet Sacks und kann sich recht sicher von Blocks lösen. Er scheint jedoch weniger athletisch als andere Linebacker zu sein, womit sein Weg in die NFL sich schwieriger gestaltet. 

Es sind Spiele wie das gegen Boise State, welches über eine Chance im Draftprozess entscheidet. Dabei geht es weniger um den Sieg von Colorado State, der ohnehin recht aussichtslos erscheint, sondern vielmehr um die Performance von Carter gegen ein häufig in den Top 25 geranktes Team aus Idaho. 

 

Hinweis in eigener Sache: Es gibt häufig weitere Draft Prospects, die für einen angenehmen Lesefluss jedoch nicht in der Kolumne genannt werden. Infos dazu gibt es dazu häufig während des Spiels auf meinem Profil via Twitter @Draft_Nerd und im Podcast “Die Stars von Morgen”. Wenn Du also weitere Hintergründe und Facts zum College Football und NFL Draft erhalten möchtest, folge mir auf Twitter und lausche gern dem kurzweiligen Podcast von Lorenz Leinweber @ScoutingLenz und @Draft_Nerd. Hier geht’s zum Twitter Feed! 

Über den/die Autor/in
Philipp Forstner
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Philipp Forstner
Autor / Redakteur
Philipp schreibt bei TOUCHDOWN24 u.a. über den College Football

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