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NCAA - College Football

Woche 7: Duell der Ungeschlagenen

Der Brandenburger Maximilian Mang (rechts) übernimmt häufig Blockarbeit für seinen Runningback Sean Tucker (links). Imago Images / ZUMA Wire und USA Today Network / Rich Barnes und Gregory Fisher

Unter den nach sechs Wochen ungeschlagenen Teams gibt es natürlich die üblichen Verdächtigen, aber auch einige Überraschungen, bei denen wir uns fragen, ist der Hype echt? Die Clemson Tigers stehen bei 5-0 und um dorthinzugelangen hatten sie ein schweres Programm zu absolvieren. Nach Siegen über Wake Forest und NC State können wir ziemlich sicher sagen, mit den Tigers ist dieses Jahr zu rechnen. Das zuletzt besiegte Wolfpack muss erneut gegen einen der Ungeschlagenen ran. Bei Syracuse wissen wir allerdings noch überhaupt nicht, ob sie tatsächlich zur Spitze der ACC gezählt werden dürfen. Auch ein deutscher Tight End mit Maximilian Mang wird für die Orange mit von der Partie sein. Allen voran gibt es aber das Top Ten Duell der Michigan Wolverines und Penn State Nittany Lions ab 18 Uhr. 

Die Wolverines gehörten bereits vor der Saison zum Favoritenkreis und haben die Erwartungen bisher erfüllt. Stolpern ist im Heimspiel gegen die Nittany Lions jedoch keine Option, da Ohio State nur darauf wartet, einem der beiden Kontrahenten nach Woche 7 davonzuziehen. Für Syracuse gilt dasselbe, jedoch unter anderen Vorzeichen. Niemand erwartet, dass sie Clemson in der Atlantic Division der ACC gefährlich werden können. Doch derzeit sind sie das einzige verbliebene ungeschlagene Footballprogramm neben den Tigers. 

 

Eine neue Folge ist online! Hier geht es zum Podcast “Die Stars von Morgen” mit echten Scouts, die in ihrem Job Talente für den NFL Draft evaluieren. 

 

 

#10 Penn State Nittany Lions @ #5 Michigan Wolverines

Samstag, 15. Oktober 2022

Kickoff: 18 Uhr

Michigan Stadium in Ann Arbor, Michigan

 

Nach einem 31-10 Sieg über die Indiana Hoosiers wurde Michigan imAP Poll Top 25 tatsächlich um einen Platz herabgestuft. Das bedeutet zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt nichts, sofern nun ein Heimerfolg über Penn State folgt, was aber nicht so leicht wird. Die Nittany Lions bewahrten ihrerseits in den ersten fünf Wochen eine weiße Weste und kommen nun aus einer spielfreien BYE Week. 

Michigan verzichtete bisher auf überragende Siege. Gewinnen war ihnen wichtiger als die Performance und 18 Erfolge aus den letzten 20 Spielen sprechen für sich. Gegen eine sehr effiziente Offense und Defense, die auf beiden Seiten des Balls das Spiel bestimmen kann, erwartet Head Coach Jim Harbaugh nun allerdings eine schwere Aufgabe. Abgesehen von der Regenschlacht gegen Northwestern hat Penn State kein Problem mit Turnovern, auch wenn die Statisktik aufgrund dieses Spiels eine andere Sprache spricht. Die Lions sind völlig zurecht in den Top Ten gerankt und schicken, im Gegensatz zu Michigans Freshman J.J. McCarthy in Sean Clifford einen sehr erfahrenen Quarterback auf den Platz. 

Wichtigste Anspielstation von Clifford ist Parker Washington. Ihn aus dem Spiel zu nehmen, wird eine Schlüsselaufgabe für Michigan, derer sich Cornerback D.J. Turner annehmen wird. Washington ist ein äußerst zuverlässiger Receiver, der vor allem auch gefährlich über die Mitte starke Plays machen kann. An der Seitenlinie in Contested Situationen wurde er hingegen seltener eingesetzt, obwohl man es von einem Wideout mit seiner Statur, 98 Kilogramm auf 178 Zentimetern Körpergröße erwarten möchte, dass er zumindest physisch seinen Mann stehen kann. 

Vielleicht wurde Parker jedoch aufgrund der Anwesenheit von Jahan Dotson, der darin erstklassig ist, hier kaum in der Vergangenheit gefordert. Im Matchup gegen Turner können wir deshalb erleben, aus welchem Holz der Receiver tatsächlich geschnitzt ist. D.J. hat die schnellen Beine und spritzigen Bewegungen, um aus der Slot seinem Gegenspieler überallhin zu folgen. Zwar gibt es nach dem Catch sicherere Tackler, doch oft lässt er die Reception erst gar nicht zu. Penn State wird deshalb öfter die Außenbahn attackieren müssen, wollen sie den Ball mit mehr als nur dem Lauf über ihre erstklassigen Freshman Runningbacks Nicholas Singleton und Kaytron Allen bewegen.

Wechselt der Ball, sieht sich Penn States Cornerback Joey Porter Jr. gleich zwei unterschiedlichen Matchups aus Sicht für den NFL Draft 2023 gegenüber. Ronnie Bell spielt mit enormem Catch Radius. Selbst wenn er gelegentlich zu Drops neigt, kann er damit Catches machen, wo andere Wide Receiver längst aus dem Spiel genommen sind. Er ist das Gegenteil von Cornelius Johnson, der vor allem durch Yards after Catch glänzt und Bälle eher im freien Raum aufnimmt. Gemeinsam sind sie dieses Jahr für mehr als ein Drittel der Production ihres jungen Quarterbacks McCarthy verantwortlich. 

Wenn Porter Probleme bekommt, dann überhaupt auf tiefen Routen. Der Verteidiger ist für mich aktuell der beste Cornerback der nächsten Draftklasse und mit einem weiteren glanzvollen Auftritt gegen zwei so unterschiedliche und gefährliche Matchups kann er seine gute Bewertung für den Draft zementieren. 

Penn State hat hier aufgrund der längeren Vorbereitung sicher ein Plus, welches den Heimvorteil Michigans ausgleichen könnte. Es kann daher ein packendes Duell um den Herausforder Nummer Eins auf die Ohio State Buckeyes entbrennen. Viel steht auf dem Spiel.

 

 

#15 NC State Wolfpack @ #18 Syracuse Orange 

Samstag, 15. Oktober 2022

Kickoff: 21:30 Uhr

JMA Wireless Dome in Syracuse, New York

 

Das NC State Wolfpack hat zwar gegen die Florida State Seminoles gerade so einen Sieg errungen, muss jedoch aller Voraussicht nach auf Quarterback Devin Leary im Spiel gegen die ungeschlagenen Syracuse Orange verzichten. Der Erfolg dieser Saison hängt damit auswärts für NC State am seidenen Faden, denn ohne Leary erhält das Duell völlig neue Voraussetzungen und bei einer weiteren Niederlage ist wäre das ACC Championship Game praktisch nicht mehr zu erreichen. 

Syracuse kontrolliert seit Wochen das Spiel über sein exzellentes Run Blocking und Runningback Sean Tucker. Fehlt auf der anderen Seite ein potentieller NFL Quarterback, wird die Orange umso mehr auf das Laufspiel setzen. 

Was Tucker bisher auf den ersten Schritten an Entschlossenheit fehlt, kompensiert seine Offensive Line um Left Tackle Matthew Bergeron und den wichtigen Blocking Tight End Maximilian Mang. Maximilian stammt aus Brandenburg und spielte vor seiner College Karriere für den Deutschen Vizemeister Potsdam Royals. Für die NFL mag seine Rolle zu einseitig sein. Zwei Catches in fünf Einsätzen werden keinen Scout aufhorchen lassen. Dennoch nimmt Mang vor allem im Matchup gegen NC State eine wichtige Rolle ein. 

Kommt Tucker, wie so oft, ins zweite Level, ist er nur schwer zu stellen. Seine Quickness und Beinarbeit, sowie die Übersicht und das Wissen um gegnerische Schwächen machen den Runningback zu einem Runner mit scharfen Cuts, der schwer zu tackeln ist. Zum 5-0 Record trägt er durchschnittlich über 100 Yards und einen Touchdown pro Spiel bei und ist auch im Passangriff eine passable Anspielstation. 

Das Wolfpack wird mit seinem gesamten Rudel auf die Jagd nach Tucker gehen. Vor allem die Linebacker Payton Wilson und Drake Thomas erleben einen echten Härtetest für den kommenden NFL Draft. Scouts werden sich Tape von Linebackern, die in einem Matchup mit einem künftigen NFL Runningback stehen, sicherlich öfter anschauen als ein Spiel gegen Charleston Southern. 

Wilson ist vor allem der athletische, aber rohe Defender, der Plays auf dem ganzen Feld machen kann, aber sich derzeit allzu oft auf den spielintelligenteren Thomas verlassen muss. NFL Teams bevorzugen das Potential von Wilson, doch muss er dazu gewisse Grundlagen präsentieren. Tucker ist dafür bekannt, jede Schwäche seiner Gegenspieler zu entlarven. Damit erwartet uns ein aufschlussreiches Matchup. 

Wenn NC State auf Leary verzichten muss, wovon auszugehen ist, kommt es auf eine geballte Mannschaftsleistung an. Syracuse kann nur über den Lauf das Spiel gewinnen, dominierte damit aber schon andere Gegner und wird dem Wolfpack ein schweres Duell bereiten. 

 

#4 Clemson Tigers @ Florida State Seminoles

Sonntag, 16. Oktober 2022

Kickoff: 1:30 Uhr

Doak Campbell Stadium in Tallahassee, Florida

 

Florida State verlor die letzten beiden Saisonspiele und die letzten sechs Aufeinandertreffen im Duell mit Clemson. Damit dürfte die Favoritenrolle klar sein. Die an Nummer Vier gerankten Tigers erhalten außerdem sehr wahrscheinlich weitere Verstärkung durch Rückkehrer Bryan Bresee. Nach dem Tod seiner 15 jährigen Schwester erkrankte der Defensive Tackle an den Nieren, macht sich aber nun wieder fit für das Auswärtsspiel in Tallahassee. 

Selbst wenn Bresee fehlt, wird die Front Seven Clemsons ein mächtiges Kaliber für die Seminoles. Myles Murphy ist ein athletischer Freak und ist mit kräftigen und schnellen Einlagen im Pass Rush und in der Run Defense ein sehr hochwertiger Defender. Technisch kann er sogar noch etwas reifen, was ihm das Potential eines Top Ten Draftpicks gibt. 

 

 

Etwas kleiner und weniger athletisch kommt K.J. Henry daher. Dennoch hat er es nicht verdient, für den Draft weniger beachtet zu werden. Er wird sich gegen Offensive Tackle Robert Scott Jr. genauso ein schwer umkämpftes Duell liefern wie Murphy. Beide können Scott Jr. vor allem mit ihrem Pass Rush gehörige Probleme bereiten, was in meinen Augen auch der kritische Punkt dieses Spiels sein wird. Der Left Tackle hat zwar das Herz eines NFL Tackles und spielt mit beeindruckender Intensität, doch spielerisch kann er damit noch nicht gleichziehen. 

Will Florida State das Duell für sich entscheiden und nicht die dritte Niederlage in Folge einstecken, müssen sie es ein Stück weit über die eigene Defense richten. Clemsons Quarterback D.J. Uiagalelei mag es nicht, wenn man ihn aus seiner Komfortzone holt. Darf er hingegen mit gutem Timing und hoher Präzision seine Pässe auf kurzen und mittleren Ebenen verteilen, wirkt er tatsächlich wie der Spielmacher, mit dem Clemson eine National Championship gewinnen kann. 

Muss D.J. das Heft in die Hand nehmen, werden die Seminoles damit ihrem Defensive Playmaker und Safety Akeem Dent die Möglichkeit geben, das Angriffsspiel der Tigers zu beeinflussen. Ansonsten macht Clemson das Spiel und blickt einem ungefährdeten Sieg auf dem Weg in die College Playoffs entgegen. 

 

Hinweis in eigener Sache: Es gibt häufig weitere Draft Prospects, die für einen angenehmen Lesefluss jedoch nicht in der Kolumne genannt werden. Infos dazu gibt es dazu häufig während des Spiels auf meinem Profil via Twitter @Draft_Nerd und im Podcast “Die Stars von Morgen”. Wenn Du also weitere Hintergründe und Facts zum College Football und NFL Draft erhalten möchtest, folge mir auf Twitter und lausche gern dem kurzweiligen Podcast von Lorenz Leinweber @ScoutingLenz und @Draft_Nerd. Hier geht’s zum Twitter Feed! 

 


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