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NCAA - College Football

Transferportal und Landing Spots

Wo landet Quarterback Devin Leary? Credit: Imago Images / USA Today / Rob Kinnan

Seit Montag ist das Transferportal geöffnet und auf dem Transfermarkt sind einige wichtige Spieler zu finden, die für ihre neue Mannschaft den Unterschied ausmachen können. Bei der Schwemme an wechselwilligen Spielern, verliert man schnell den Überblick. Deshalb gibt es hier die besten und spannendsten Talente zusammengefasst. Wo können sie landen, bevor mit der Early Signing Period im Recruiting bereits der nächste Höhepunkt auf uns wartet?

Die Stars der kleinen Schulen, die nun an einer größeren Uni ihr Glück versuchen werden, sind sicherlich gefragt und bestimmt werden Teams mit besonderen Baustellen sicher auf dem Markt nach einem neuen Quarterback, Wide Receiver oder Spieler für die Trenches Ausschau halten. 

Vergessen sollten wir aber nicht, dass jedes Jahr auch viele Spieler leer ausgehen. Lediglich ein Drittel der Studierenden findet ein neues Team. Für den Rest bleibt nach dem Verlust des Stipendiums nur der Gang an ein Community College oder in die tieferen College Divisions. Im Podcast habe ich mich ausgiebig dem Thema des ausufernden Transferportals gewidmet. Hört rein und gebt gern auch eure Meinung zu den vielen genannten Vor-, aber auch Nachteilen ab.

Jetzt betrachten wir aber die Lichtblicke des Transferportals. Diese Spieler erhalten die Möglichkeit, nächstes Jahr erheblichen Einfluss auf den Saisonverlauf zu nehmen und damit auch eine Chance, ihren Draft Stock für die künftige Spielerauswahl im April 2024 zu verbessern. 

 

Die besten Spieler im Transferportal

Neben einigen großen Namen auf der Quarterback-Position gibt es weitere interessante Spieler, die sich im Transferportal angemeldet haben. Nahezu auf allen Positionen lassen sich Verstärkungen finden. 

Die Liste ist ohne Gewähr. Neuanmeldungen und aktuelle Wechsel, die nach Erscheinen des Artikels hinzugekommen sind, werden nicht aktualisiert. 

 

Devin Leary / Quarterback, NC State

Devin Leary startete mehrere Jahre für das Wolfpack und ist in meinen Augen der spannendste Quarterback im Transferportal. 2021 warf er für 3.433 Yards und 35 Touchdowns, während er gleich den bisherigen Schulrekord in Passing Touchdowns brach und damit Phillip Rivers überflügelte. In diesem Jahr knüpfte er nahtlos an seine bisher gezeigten Leistungen an, wurde dann in Woche 6 aber jäh von einem Riss seines Brustmuskels gestoppt, was sein Saisonende bedeutet. 

Leary ist 23 Jahre alt, in New Jersey geboren und aufgewachsen und sucht nach seiner Verletzung und dem Abgang seines Offensive Coordinators nun überraschend eine neue Wirkungsstätte. Seine Wahl könnte erhebliche Auswirkungen auf seinen Draft Stock 2024 haben. 

Alabama wird immer wieder genannt. Nachdem Bryce Young nun in die NFL geht, ist eine Stelle als Starting Quarterback bei den Crimson Tide freigeworden. Naheliegend ist sicher auch der Wechsel nach Missouri. Denn der dortige Head Coach Eli Drinkwitz rekrutierte ihn seinerzeit für NC State. Auch die Notre Dame Fighting Irish scheinen im Rennen zu sein. In Illinois könnte er mit seinem Bruder zusammenspielen und Penn State scheint sich ebenfalls emsig auf dem QB-MArkt umzusehen. 

 

Dasan McCullough / Linebacker, Indiana

Dasan McCullough war einer der namhaftesten Rekruten des Jahrgangs 2022 und sicher eines der bedeutendsten Signings, dass sich je für die Indiana Hoosiers entschieden hat. Großen Einfluss auf die Entscheidung hatte sicher sein Vater Deland, der während der Rekrutierung noch in Indiana coachte, nun aber bereits seit letztem Februar an der Notre Dame arbeitet. 

McCullough zeigte bereits im ersten Jahr sein großes Talent. In zwölf Spielen startete der Freshman viermal, erzielte 49 Tackles, davon 6,5 for Loss und vier Sacks. Laut 247 Sports spielt er mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit im nächsten Jahr für die Oklahoma Sooners. 

 

Ajani Cornelius / Offensive Tackle, Rhode Island

Ajani Cornelius setzte das erste Jahr noch aus, spielte in 2021 aber alle elf Spiele von Rhode Island von Beginn an auf Right Tackle. Vor allem im Run Blocking konnte er auf FCS-Level so sehr überzeugen, dass der Gang ins Transferportal für ihn keine Frage war. 

Vor Angeboten aus der Big Ten, SEC, von Group-of-Five-Schulen und sogar aus der Pac-12 kann sich Cornelius kaum retten. Derzeit gilt er als das verheißungsvollste Talent auf Offensive Tackle im Transferportal. Vielleicht spielt er nächste Saison für die Ohio State Buckeyes, bei denen sich eine klare Baustelle auftut, weil Dawand Jones und Paris Johnson in die NFL gehen. Eine Zusage von Cornelius wird aber aus OSU-Kreisen als unwahrscheinlich betrachtet. 

 

Fentrell Cypress / Cornerback, Virginia

Fentrell Cypress startete bereits in 2021 sechsmal und erhielt für die Saison 2022 die volle Starterrolle auf Cornerback. Nach seinem Abschluss geht einer der besten ACC-Defender und Cornerbacks des Landes nun ins Transferportal. 

Aktuell sollen Michigan und Notre Dame ihr Interesse bekundet haben. Auch Ole Miss, Syracuse und Tennessee sollen, laut 247Sports, im Rennen sein. Wenn ein klassischer Graduate Transfer auf seinem spielerischen Level jedoch die Schule wechselt, dann macht er das eigentlich nur für ein großes Programm. UM und ND bleiben damit im Vorteil. 

 

JQ Hardaway / Defensive Back, Cincinnati

Trotz enormer Nachfrage aus der ACC und SEC entschied sich JQ Hardaway seinerzeit für Cincinnati. In seinen ersten zwölf Einsätzen beerbte er Sauce Gardner, der nun für die New York Jets spielt, und erfüllte bereits als Freshman die Anforderungen seines Head Coachs Luke Fickell zur vollsten Zufriedenheit. Jetzt könnte er seinem Mentor, nachdem dieser bei den Wisconsin Badgers anheuert, dorthin folgen. 

Vor allem seine Vielseitigkeit für unterschiedliche Rollen in der Secondary würden perfekt zu Fickells neuem System bei den Badgers passen. Spieler, die seinen Spirit in die Umkleidekabine tragen, würden sicher beim schnellen Umbau des Teams aus dem Norden helfen. Sollte sich Hardaway dazu entschließen, wäre er ein Schlüsselstein in der neuen Defense und erfüllt er diese Anforderungen, auch ein großer Name auf den Merkzetteln der NFL Scouts. 

 

Javion Cohen / Offensive Guard, Alabama

Obwohl Javion Cohen in seinem ersten Jahr noch kein Starter war, erhielt er die Ernennung ins All-SEC Freshman Team und gehörte zur Front, die mit dem Joe Moore Award ausgezeichnet wurde. Anschließend startete er 2021 in allen 14 Spielen auf Left Guard für Alabama. In 2022 kamen zehn weitere Starts hinzu. 

Im Sommer hielt sich Cohen in einer Klinik auf und arbeitete an seiner mentalen Gesundheit. Inwiefern sein Abgang aus Alabama damit etwas zu tun haben könnte, ist derzeit reine Spekulation. Genauso die Frage, wohin es ihn als nächstes zieht. Fakt ist: Die Crimson Tide müssen nun beide Starting Guards aus dieser Saison ersetzen. 

 

Weitere Quarterbacks im Transferportal

Vor allem Quarterbacks suchen eine neue Wirkungsstätte. Dabei sind die Gründe für einen Wechsel durchaus unterschiedlich. Während Hudson Card sich in Texas nie gegen Quinn Ewers durchsetzen konnte, wird D.J. Uiagalelei seinen Startplatz künftig an den jüngeren Cade Klubnik verlieren. Spencer Sanders sucht trotz guter Leistungen eine neue Herausforderung. Trotz allem konnte er nämlich keinen Hype für den NFL Draft auslösen. Austin Reed geht den Weg des Aufsteigers. Von West Florida aus der Division II wechselte er im letzten Frühling nach Western Kentucky auf FBS-Level. Nach besonderen Leistungen will er nun den Sprung in die Power-Five Conferences wagen.

 

Hudson Card / Quarterback, Texas

Hudson Card ist der “Odd-Man-Out”. Zwar konnte er den verletzten Ewers in mehreren Einsätzen ordentlich ersetzen. Aber spätestens mit der Ankunft von Arch Manning in Austin im nächsten Januar ist für Card kein Platz mehr im Quarterback-Room. Interesse bekundeten damals auch die Arkansas Razorbacks. Doch mit dem Verbleib von K.J. Jefferson wird Card keine Rolle in ihren Plänen spielen. 

Vielleicht wird Oklahoma State nach dem Abgang von Spencer Sanders in Hudson Card fündig. Er kennt die Conference und Texas dürfte seinem dann dritten Quarterback auf dem Roster keine Steine in den Weg legen. 

 

D.J. Uiagalelei / Quarterback, Clemson

Einer der größten Namen in den vergangenen Recruiting-Jahrgängen ist sicherlich D.J. Uiagalelei. Sein Talent blitzte bei Clemson zwar immer wieder auf, jedoch konnte er nie die nötige Kontinuität unter Beweis stellen, um sein Team in die Playoffs zu befördern. 

Die Tigers machen jetzt Schluss mit ihm. Obwohl seine Leistungen wirklich durchwachsen waren, denke ich, hat er genug gezeigt, um weiterhin an einer Power-Five-Schule zu spielen. Vielleicht zieht es ihn dazu zurück in seine Heimat und er spielt an der University of California. Dort wäre der Druck für ihn wesentlich geringer und auch in Sachen NFL Draft könnte für ihn noch etwas gehen. Die Cal brachte bereits Aaron Rodgers hervor und wird von Teams auf Quarterback-Suche allein deshalb nicht links liegen gelassen. 

Außerdem stehen die Oregon Ducks ganz gut in der Gunst. Schließlich ist sein Bruder kurz vor einem Commitement in Eugene. 

 

Spencer Sanders / Quarterback, Oklahoma State

Der Big12 Freshman des Jahres 2019 sucht ein neues Team. Ziemlich überraschend reichte er seinen Namen am Montag für das Transferportal ein. Seine Intention dürfte jedoch klar sein. Trotz überzeugender Leistungen scheint das Interesse aus der NFL an ihm nicht sonderlich hoch zu sein und eine Anmeldung für den Draft kommt daher für ihn noch nicht in Frage.

Charakterlich soll es um ihn einige Fragezeichen geben, schenkt man einigen Gerüchten Glauben. Der Tapetenwechsel ist damit in mehrfacher Hinsicht nachvollziehbar. Optionen gibt es genug: Landet er in Colorado, weil der neue Head Coach Deion Sanders seinen eigenen Sohn dahinter noch etwas warten lassen möchte? Beerbt er Bo Nix in Oregon? Schließlich konnte Nix seinen Draft Stock offensichtlich an der Westküste verbessern. 

Wie man es auch dreht. Sanders sollte sich ganz genau überlegen und einen Coach aussuchen, der ihm ein passendes Scheme auf den Leib schneidern möchte. Eine weitere Chance zur Bewerbung an die NFL erhält er nicht. Florida, Tennessee und Notre Dame würden da durchaus, neben den zuvor genannten, Sinn ergeben. 

 

Austin Reed / Quarterback, Western Kentucky

Austin Reed gewann den National Title in der Division II und wechselte anschließend zu den Hilltoppers. Dort landete er am Saisonende landesweit auf Platz Zwei in Passing Yards auf höchstem FBS-Level. Nun ist es für ihn an der Zeit, den kometenhaften Aufstieg fortzusetzen und nach seinem College Abschluss eine namhafte Schule aus den Power-Five-Conferences zu suchen. Doch es ist schwer zu sagen, wer einen Quarterback nimmt, der deutlich Undersized zu sein scheint, aber ein hohes Maß an Genauigkeit und Rhythmus für eine High-Volume-Offense mitbringt. 

Zuallererst denke ich in so einem Fall immer an Mike Leach. Doch die sind mit Will Rogers gut versorgt. Ein Wechsel nach Tennessee wäre sowohl für Coach Heupel als auch für Reed vielleicht zu übermütig. Sollte Clayton Tune in die NFL gehen, wären die Houston Cougars ein sicherer Landing Spot. Dana Holgorson scheut sich nicht vor kleineren Quarterbacks und das Scheme würde zu Reed passen. Für den Sprung von Houston in die Big12 wäre er sicher ein spannendes Prospect. 

Aktuell gehen die Beobachter aber davon aus, dass Reed an der Notre Dame landet. Head Coach Marcus Freeman soll sogar persönlich bei ihm vor Ort gewesen sein, um ihn von den Irish zu überzeugen. 


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