HEFT #50

Ausgabe OKTOBER 2021

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Woche 2: Rivalität in Iowa, Nostalgie im Süden

Pittsburgh Panthers spüren im Duell mit Tennessee Hauch von Nostalgie Pittsburgh Panthers spüren im Duell mit Tennessee Hauch von Nostalgie ESPN Player
Woche Eins glich einer Achterbahn der Gefühle. Zu Beginn nahm der College Gameday regelrecht Fahrt auf, während der Zwischenteil etwas flau daherkam. Am Ende wurden College Fans in der Nacht aber für das Wachbleiben entschädigt, als die Georgia Bulldogs die Clemson Tigers niederrangen. TOUCHDOWN24 blickt aber schon auf den nächsten Spieltag. In Woche 2 gibt es wieder tolle Spiele und spannende Matchups aus der Draftperspektive. Was gibt es zu den Talenten zu wissen, wenn die Pittsburgh Panthers, die Tennessee Volunteers besuchen und was dürfen Zuschauer der Rivalität zwischen Iowa State und Iowa, sowie bei der Neuauflage des “Spiel des Jahrhunderts” zwischen Arkansas und Texas über ESPN Player erwarten?

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Großartige Leistungen an einem einzelnen Spieltag zu vollbringen, bringen Fans sicherlich in Verzückung. Doch Kontinuität beeindruckt NFL Scouts umso mehr. Daher sollten sich Runningbacks und Wide Receiver nicht allzu viele weiße Flecken auf dem Stat Sheet erlauben. In Woche 2 geht es daher für viele Prospects darum, die Leistung aus der Vorwoche zu bestätigen oder einen schwachen Einstand mit einem bemerkenswerten Spiel vergessen zu machen.

Pittsburgh Panthers @ Tennessee Volunteers

18 Uhr am 11. September 2021

Neyland Stadium

Knoxville, Tennessee

ESPN Player und ProsiebenMaxx und DAZN

Beide Teams kommen mit einem positiven Gefühl eines siegreichen Saisonauftaktes in das Spiel am Samstag. Die Pittsburgh Panthers besiegten die UMASS Minutemen mit 51-7. Die Tennessee Volunteers gewannen gegen die Bowling Green Falcons 38-6. Von einer Standortbestimmung werden beide Programme aber trotz der deutlichen Siege nicht sprechen, waren ihre letzten Jahre nicht gerade von Erfolg gekrönt. Beiden Mannschaften fehlte es seit Jahren an konstant guten Leistungen, wie auch Pittsburghs Slot Receiver Jordan Addison nach dem ersten Saisoneinsatz monierte. Vor allem Quarterback Kenny Pickett soll für die Panthers aber dieses Jahr den Unterschied ausmachen und an glorreiche Zeiten erinnern. Die letzte von insgesamt neun offiziellen nationalen Meisterschaften liegt mittlerweile schon über 40 Jahre zurück.

Ob Pickett im Duell gegen eine Defense aus der Southeastern Conference jedoch genauso brillant spielt, wie in der Vorwoche gegen die UMASS Minutemen, ist zumindest fraglich. Gelingt dem toughen Quarterback aber nun der endgültige Durchbruch, weil er mit seinem besonderen Armtalent weiterhin seine Pässe in kleine Passfenster platziert, könnte er sich den NFL Teams aufdrängen. Zwar spielt er gegen einen namhaften SEC-Opponent. Die Defense der Volunteers ist aber machbar und bestens dazu geeignet, positiv aufzufallen.

Die Stärken liegen auch beim sechsfachen National Champion Tennessee (zuletzt 1998) vorwiegend in der Offense. Vor allem ihre Offensive Line leistet seit Jahren hervorragende Arbeit und liefert der NFL einsatzbereite Starter, wie Trey Smith im jüngsten Draft. Unter dem neuen Head Coach Josh Heupel, der in diesem Jahr beinah sein gesamtes Coaching Staff vom erfolgreichen, aber kleinen, Footballprogramm der University of Central Florida nach Knoxville in Tennessee mitbrachte, möchte sich nun Offensive Tackle Cade Mays für die NFL beweisen. Mays ist eher massiv und etwas unbeweglich, um in der NFL weiterhin als Tackle zu spielen. Scouts bewerten ihn daher bereits jetzt als Guard und sind beeindruckt von seiner positiven Einstellung auf dem Feld.

Im Duell mit Pittsburghs Defensive End Deslin Alexandre wird Mays sich weiter beweisen wollen. Ein langarmiger Pass Rusher, der seine Athletik einzusetzen versteht, ist ein schwieriges Matchup für einen Tackle, der etwas schwerfällig daherkommt. Scouts wollen sehen, dass er mit technischen Anpassungen in der Lage ist, einen Spieler, wie Alexandre, aufzuhalten.

Pittsburgh schickt den besseren Quarterback ins Rennen und das sollte den Ausschlag geben. Auch wenn beide Teams bestens vorbereitet ins Spiel gehen, so hat Panthers Head Coach Pat Narduzzi den Vorteil, nicht nur wichtige Spieler seiner Mannschaft länger zu kennen, sondern mit einigen seiner Mannen 2019 Josh Heupel schon einmal besiegt zu haben. Vor zwei Jahren gewann Pittsburgh 35-34 gegen UCF und erneut dürfen Fans viele Punkte beider Offenses erwarten.

#10 Iowa Hawkeyes @ #9 Iowa State Cyclones

22:30 Uhr am 11. September 2021

Jack Trice Stadium

Ames, Iowa

ESPN Player und ran.de und DAZN

Mit einem Kantersieg gegen den gleichwertig eingeschätzten Gegner Indiana aus der eigenen Conference gelang den Iowa Hawkeyes ein Auftakt nach Maß. Jetzt geht es im “Battle of the Cy-Hawk Trophy” zum Rivalen nach Ames. Zum ersten Mal sind zum Derby beide Colleges in den Top Ten gerankt. Es geht daher um so viel wie noch nie in diesem Spiel, bei dem Iowa State zusätzlich einen lauen Saisonsieg über das unterklassige Northern Iowa wettmachen will.

Das hochgelobte Laufspiel der Cyclones kam gegen die Northern Iowa Panthers in der Vorwoche überhaupt nicht ins Rollen. Heisman Trophy Kandidat Breece Hall schaffte als Runningback bei 27 Touches insgesamt 100 Yards und einen Touchdown. Gegen einen FCS-Opponent durchaus schmeichelhaft. Quarterback Brock Purdy spielte dazu zwar fehlerfrei, aber konnte auch kein besonderes Ausrufezeichen setzen. Am Ende gewann das Team von Head Coach Matt Campbell schmeichelhaft mit 16 zu 10 und kam mit einem blauen Auge davon.

Eine Trendwende in kürzester Zeit ist gegen die Hawkeyes, die sich scheinbar in Topform befinden, dringend notwendig. Gegen die Defense um Free Safety Jack Koerner wird dies allerdings weitaus schwieriger. Zuallererst wird ihr physischer Quarterback Purdy mehr Kreativität auf dem Feld zeigen müssen. Gleiches gilt für den massiven Runningback Hall, der als wahrer Allrounder gilt.

Iowa wird versuchen das Spiel zu kontrollieren und mit Stabilität an der Line of Scrimmage punkten. Das Matchup zwischen dem kräftigen Center Tyler Linderbaum und Defensive Tackle Eyioma Uwazurike wird entscheidend für die Spielkontrolle sein. Linderbaum übermannt gern seine Gegenspieler und dringt für das wichtige Laufspiel der Hawkeyes dann ins zweite Level vor. Reibt ihn die Defensive Line auf, wird es Iowa schwer haben, gegen den State Rivalen zu punkten. In den Händen von Quarterback Spencer Petras sollte das Spiel nicht allein liegen.

Viele dürfen eine heftig ausgefochtene Rivalität erwarten, denn es geht um die Zementierung des Top Ten Platzes im College Ranking und die damit verbundene Wertschätzung für die Playoffs und die lukrativen New Year’s Six Bowls. Das ist Zukunftsmusik und dafür muss für beide noch vieles in diesem Jahr zusammenkommen. Doch jeder Lauf beginnt mit einem ersten Schritt. Und der wird in einer Defense Schlacht ausgetragen, sehr wahrscheinlich bis weit ins vierte Quarter hinein.

#15 Texas Longhorns @ Arkansas Razorbacks

01:00 Uhr am 12. September

Razorback Stadium

Fayetteville, Arkansas

ESPN Player

Texas besiegte am letzten Wochenende die Louisiana Ragin’ Cajuns mit 38-18. Mit breiter Brust fahren die Longhorns nun zu den Arkansas Razorbacks, gegen die sie bisher 56 von 78 Begegnungen gewonnen haben. In vier der letzten sechs Aufeinandertreffen holte allerdings das SEC-Team den Sieg. Die gemeinsame Historie der beiden Colleges reicht bis 1894 zurück. Kaum verwunderlich wird das Razorback Stadium allein aus Gründen der Nostalgie bis auf den letzten Platz ausverkauft sein.

Trotz des offensiven Feuerwerks der Texas Longhorns um Runningback Bijan Robinson, wird es vor allem auf ihre Defense ankommen. Das Cornerback Duo aus Jamison D’Shawn und Josh Thompson bekommt es mit einem der besten Wide Receiver des Landes zu tun. Treylon Burks ist sehr schwer nach dem Catch zu Boden zu bringen und ist generell ein sehr wuchtiges Ziel. Gegen elitäre Cornerbacks zeigte Burks aber klare Limitierungen in Sachen Separation und Geschwindigkeit. D’Shawn und Thompson können daher zeigen, aus welchem Holz sie geschnitzt sind.

Interessant wird die Blocking Arbeit von Burks und seinen Kollegen neben der Offensive Line sein. Die Razorbacks haben im Recruiting im tiefen Süden des Landes klar das Nachsehen gegen Powerhouses aus Alabama und Georgia. Erfolgreich sind sie im Angriff daher über das kollektiv. Im Laufspiel packen auch die Receiver und Tight Ends, wie Blake Kern, mit an.

Longhorns Linebacker DeMarvion Overshown bewirbt sich darum, im nächsten Draft als bester Inside Linebacker zu gelten. Seine athletischen Coverage Fähigkeiten passen perfekt in die Anforderungen an moderne NFL-Linebacker. Wie es um seine Stärken im Lösen von Blöcken und im Run Stop bestimmt ist, ohne dabei den Blick auf das Kurzpassspiel zu verlieren, ist ein Kriterium, dass in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf den Prüfstand gestellt wird.

Unterm Strich sollte Texas einen ungefährdeten Sieg einfahren. Für den jungen Quarterback Hudson Card ist es zwar das erste Auswärtsspiel und dann gleich vor 76.800 Zuschauern. Jedoch können die Longhorns das Spiel auch in die Hände ihres Star-Runningbacks Robinson legen, sollte Card Probleme bekommen und sich auf ihre Defense verlassen. Die Rivalität hat in der jüngsten Zeit ihren Glanz verloren. Für Arkansas geht es um Respekt und Prestige im Süden. Hauchen die Fans der Razorbacks ihrem Team also den Stolz vergangener Zeiten ein, erleben wir vielleicht doch die Neuauflage des “Game of the Century”.

Philipp Forstner

DraftNerdPhilipp Forstner, alias Draft Nerd, ist ehemaliger O-Liner und sammelte erste Erfahrungen als Autor bei "Beardown Germany". Er schreibt über den NFL Draft und College Football für TOUCHDOWN24 und beobachtet als Scout die zukünftigen und aktuellen Spieler der NFL.
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