HEFT #50

Ausgabe OKTOBER 2021

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Faszination College Football mit dem ESPN Player genießen

Das Beaver Stadium der Penn State Nittany Lions ist das zweitgrößte Stadion Amerikas Das Beaver Stadium der Penn State Nittany Lions ist das zweitgrößte Stadion Amerikas ESPN Player
College Football fasziniert an jedem verdammten Samstag wahre Massen in den Vereinigten Staaten. Auch in Deutschland erfreut sich der "Nachwuchsfootball" immer größerer Beliebtheit. Es gibt gute Gründe, warum wir an jedem Samstag College Football verfolgen. Hier sind gleich zehn dafür.

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1. Leidenschaft und besondere Atmosphäre

Um es mit den Worten von Frank Goosen nicht ganz so genau zu nehmen: „Samstags ist Gameday! Warum? Weil Samstag ist!“

College-Stadien bilden nicht selten das Zentrum der Stadt und des Campus‘ einer Universität in einer mittelgroßen Stadt. Im Gegensatz zu kommerzialisierten Spielstätten in der NFL irgendwo im Nirgendwo atmet die gesamte Region College-Luft am Gameday. Die Southeastern Conference verfügt sogar über einen größeren Zuschauerschnitt als die NFL. So viel zum Thema „Nachwuchs-Liga“.

In der NFL gibt es sicherlich auch ein paar ansehnliche Stadien. Im College Football finden sich aber die größten und stimmungsvollsten Arenen. Die 15 größten Tempel im Nachwuchsfootball haben eine höhere Zuschauerkapazität als das MetLife Stadium in New York und sind bei jedem Heimspiel ausverkauft.

Dazu bieten Marching Bands eine ganz besondere Stimmung. Harte Trommelschläge und schallende Blechbläser veredeln manch modernen Pop-Song mit einer nostalgischen Würze, die man unbewusst im Stadion und vor dem Fernseher wahrnimmt.

2. Kultur

College Football gehört in vielen Teilen des Landes zur Kultur, geradezu zum Lebensstil. In den drei Monaten der Saison fährt man nicht in den Urlaub oder plant eine Hochzeit. Jedes Wochenende ist darauf ausgelegt, sich auf dem Campus unter einen Pavillon zu setzen und zwischendurch das Spiel seines Teams zu bestaunen.

Es gibt am Samstag keine Ablenkung. Im Süden muss niemand vormittags zum Gottesdienst. Alle anderen großen Sportligen müssen pausieren, wenn College Football läuft. Deshalb bietet die NFL auch erst Spiele am Samstag an, wenn die College Saison beendet ist.

3. Bedeutung jedes einzelnen Spiels

Jedes Spiel kann entscheidend sein. Eine einzige Niederlage kann dich aus dem Playoff-Rennen oder aus dem Kampf um den Conference Titel werfen. Ein stolpern gegen einen vermeintlichen Underdog kann in einer enttäuschenden Saison enden. An fast jedem Spieltag dürfen wir mit ansehen, wie einer der Favoriten seinen Gegner unterschätzt und seine Träume wie eine Seifenblase zerplatzen.

4. Rivalität

Es gibt in Nordamerika keine größeren Rivalitäten, als die unter konkurrierenden Colleges. In der Sportart Nummer Eins gipfelt diese verständlicherweise. So wird in Columbus, Ohio in der gesamten Woche vor dem Spiel jedes „M“ der verhassten Michigan Wolverines auf Werbetafeln überklebt. In Messengern wird es nicht mehr verwendet. Auch die Spieler heizen die Stimmung im Vorfeld an.

In der NFL geht es zwar auch heiß her bevor die Bears auf die Packers treffen. Als Spieler der Dallas Cowboys möchte man auch ungern in Philadelphia auflaufen. Dennoch sind die Rivalitäten bei den Profis nichts dagegen. Trifft Texas auf Oklahoma oder es wird der Iron Bowl zwischen Alabama und Auburn ausgefochten, ist das für Spieler, Trainer und ehemalige Studierende sehr persönlich. Das macht den großen Unterschied und sorgt für eine besondere Brisanz.

5. Die kommenden Stars

Die NFL-Profis sind über ihre Karriere eng mit ihrer Alma Mater verbunden. Wechseln sie ihre Franchise, teilweise unfreiwillig und sprunghaft, bleiben sie ihrem College auf ewig treu. Zukünftige Stars können wir im College Football jede Woche auf ihrem Weg in die NFL bewundern und begutachten.

Hinzu kommt der Faktor Loyalität. Die College Athleten entscheiden sich selbst für ein College und werden nicht über ein Draft-Format ausgewählt. Der dazugehörige Recruiting Prozess bietet echten Harcore-Fans die Möglichkeit, die Entscheidung des Talents genau zu verfolgen. Manchmal versuchen Fans über soziale Netzwerke sogar selbst für einen Top-Spieler zu werben. 

6. Mutige Spiele

Die Auswüchse erleben wir mittlerweile in der NFL. Die Ursprünge liegen im College Football. Stack Defense, Read Option, Wildcat, RPO begann alles im Nachwuchsfootball. Hier probieren Coaches gegen schier überlegene Gegner neue Wege aus. Manches verschwindet schnell wieder. Anderes setzt seinen Siegeszug bis zu den Profis fort. 

Der Wettbewerb ist ungemein. Ohne eine Art Preseason starten die Mannschaften kalt in die Saison. Teams wissen daher im September nicht, wo sie genau stehen. Gleichzeitig können sie unentdeckt an neuen Konzepten und Trick Plays arbeiten und den Gegner damit überraschen. Es vergeht praktisch kein College Spieltag, an dem es nicht wenigstens eine kuriose Situation gibt.

7. Tradition

Jede Schule hat seine, teils sehr skurrilen, Traditionen. Bei einigen Teams ist es der Einzug, eine besondere Jubelarie. Man darf den Rasen rund um das Stadion nicht betreten, das Berühren eines Steins oder die Anreise mit dem Boot zum Beispiel.

Die Teams haben ritualisierte Jubel. Ihr Fight Song wird bei jeder sich bietenden Gelegenheit gespielt. Mit ihm und dem College identifizieren sich die Fans und Studierenden.

Zum Home Coming findet eine Parade mitten durch das Stadtzentrum statt. Alles ist dann abgesperrt und steht still. Nur das College Team zählt. Wer einen “White Out” an der Penn State University miterlebt hat, ist infiziert. 

8. Kontroverse

Manchmal trifft es das eigene College hart. Aber die alljährlichen kontroversen Debatten um die Rankings, der Schwere des Spielplans und der endgültigen Verkündung der Playoff-Teilnehmer machen College Football aus. Klare Entscheidungen gibt es hier so gut wie nie und aufgrund der Strittigkeit lässt sich herrlich darüber diskutieren.

Die College Teams erstellen ihren eigenen Spielplan außerhalb der Conferences. Manche Teams suchen sich dort recht einfache Gegner aus. Andere wiederum fechten gerade dann ihre härtesten Duelle aus. Es kommt so immer zu einem Ungleichgewicht. Denn der Record spiegelt nicht eindeutig die Qualität des Teams wieder. Im College Football gab es sogar schon mehrere Nationale Meister im selben Jahr, weil man sich nicht einigen konnte.

9. Die Fans

Gibt es in der NFL in den USA die üblichen Bandwaggoners, die immer auf den Zug des erfolgreichsten Teams aufspringen, so sind die meisten College-Football-Fans sehr loyal. Die Nebraska Cornhuskers erzielten über Jahrzehnte bis heute rekordverdächtige Ticketverkäufe, obwohl sie zeitweise doch recht erfolglos waren.

Vor allem Fans aus Europa, die in ihren heimischen Sportligen diese Loyalität und Passion für das eigene Team schätzen, müsste die Fankultur im College Football nahe liegen.

10. Samstag

Das freut uns Fans im deutschsprachigen Raum am allermeisten. Sonntags können die meisten von uns ausschlafen. Kein Hangover auf der Arbeit, Schule oder in der Uni – und das, obwohl wir Nonstop Football von 18 Uhr bis zum nächsten Morgen um 8 Uhr schauen können. Der ESPN Player liefert jede Woche eine riesige Auswahl an Live-Übertragungen.

Philipp Forstner

DraftNerdPhilipp Forstner, alias Draft Nerd, ist ehemaliger O-Liner und sammelte erste Erfahrungen als Autor bei "Beardown Germany". Er schreibt über den NFL Draft und College Football für TOUCHDOWN24 und beobachtet als Scout die zukünftigen und aktuellen Spieler der NFL.
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