HEFT #52

Ausgabe DEZEMBER 2021

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College Woche 7: Alabama auf Wiedergutmachung aus

Mississippi State Head Coach steht gegen Alabama vor einer schier unlösbaren Aufgabe Mississippi State Head Coach steht gegen Alabama vor einer schier unlösbaren Aufgabe Imago Images / ZUMA Wire / Kevin Langley
Sechs Colleges aus den Top 16 des letzten AP Poll haben diese Woche spielfrei. Dafür gibt es eine neue Nummer Eins. Nach der Niederlage von Alabama gegen Texas A&M stehen die Georgia Bulldogs an erster Stelle. Die Crimson Tide müssen sich deshalb in der Nacht von Samstag auf Sonntag gegen die Mississippi State Bulldogs ihren Frust von der Seele spielen. Die neue Nummer Zwei, Iowa Hawkeyes, trifft indes auf die Purdue Boilermakers und will den Playoffplatz verteidigen.

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Viel Spannung dürfen wir an diesem Wochenende eigentlich nicht erwarten. Doch hat uns die Vergangenheit gelehrt, der College Football ist in diesem Jahr immer für eine Überraschung gut, die wir vorher nicht auf dem Zettel hatten. So sind Alabama und Iowa beide klare Favoriten in ihren Duellen. Doch der Fall am letzten Wochenende muss von den Crimson Tide erstmal gestoppt werden und ohne den Ausfall von Penn State Quarterback Sean Clifford, wären die Hawkeyes aller Voraussicht nach als Verlierer vom Platz am letzten Spieltag gegangen.

Purdue Boilermakers @ #2 Iowa Hawkeyes

21:30 Uhr am 16. Oktober 2021

Kinnick Stadium

Iowa City, Iowa

ESPN Player und DAZN und ran.de

Im Kinnick Stadium empfangen am Samstag die Iowa Hawkeyes (6-0) die Purdue Boilermakers (3-2). Die Hawkeyes sind seit dem 23-20 Sieg in der letzten Woche gegen die Penn State Nittany Lions zum ersten Mal nach der Saison 1985 an zweiter Stelle im AP Poll gerankt.

Selten erhielten in diesem Jahr Spieler der Purdue Boilermakers eine große Bühne. Das Rampenlicht im landesweit ausgestrahlten Match gegen Iowa möchten vor allem Wide Receiver David Bell und Edge Defender George Karlaftis für sich und ihren Draft Stock nutzen. Zumal ein Sieg bedeuten würde, dass Purdue im Rennen um die Big Ten West Divisionskrone wieder vorn dabei wäre.

David Bell besticht durch eine außergewöhnliche Körperkontrolle für athletische Catches. Kann er im Duell mit Cornerback Matt Hankins öfter gewinnen, würden viele Scouts ihre bisher schon ordentliche Meinung über Bell nach oben korrigieren. Hankins bietet ein schweres Matchup. Bereits gegen Iowa State pflückte er zwei Interceptions aus der Luft und gewann gegen unterschiedliche Receiver-Typen. Bell ist allerdings das größte Kaliber, was er in diesem Jahr bis hierhin zu bespielen hat. Kein Gegenspieler konnte bisher durch solche Vielseitigkeit und Athletik hervorstechen, wie Bell es tut. Daher ist dieses Spiel für Hankins genauso eine Bewährungsprobe.

Betritt Iowas Angriff das Feld, erleben wir ein erstklassiges Duell an der Line of Scrimmage. Die Hawkeyes Offensive Line bildet eine der besten Positionsgruppen des Landes. Center Tyler Linderbaum ist der beste Interior Offensive Lineman der nächsten Draftklasse. Doch auch die unerfahrenen Tackles Richman und DeJong sind bereits hervorragend ausgebildet worden. Für Edge Defender George Karlaftis bietet das Matchup daher eine willkommene Gelegenheit, sich weiter für die erste Runde des kommenden Drafts zu bewerben.

Karlaftis ist nicht nur groß gewachsen, sondern auch beeindruckend kräftig gebaut. Trotzdem beschleunigt er exzellent, kann geschmeidig die Richtung wechseln oder mit purem Speed seine Gegenspieler umkurven. Der Grieche und ehemalige Wasserballer hat das Zeug dazu, mit weiterer Reifung seiner Fähigkeiten, ein effektiver Pass Rusher auf dem nächsten Level zu werden. Spieler seines Formats wollen in einer Begegnung mit einem scheinbar überlegenen Gegner besondere Akzente setzen und das Spiel an sich reißen.

Dies wird eine wahre Defense-Schlacht. Schon in der letzten Woche drückte Iowas Punter Tory Taylor den Angriff Penn States mit seinen Punt-Versuchen immer wieder nah an die eigene Goalline. Purdues Head Coach Jeff Brohm muss sich etwas einfallen lassen, um aus solch schwierigen Feldpositionen in der Offense wirksam zu bleiben. Gelingt ihm das, haben die Boilermakers Siegchancen. Den Hawkeyes fehlt schlichtweg die Schlagkraft, um in einem High-Scoring Game mitzuhalten. Bisher hat Iowa aber noch keine Offense ins Spiel kommen lassen und sollte auch Purdue vom Punkten abhalten.

#5 Alabama Crimson Tide @ Mississippi State Bulldogs

1 Uhr am 17. Oktober 2021

Davis Wade Stadium

Mississippi State, Mississippi

ESPN Player

In zwanzig Jahren als Head Coach liegt Mike Leach bei einer Siegquote von unter 60 Prozent. Schon längst gilt Mississippi States Cheftrainer als überbewertet, denn erneut ist zu befürchten, dass seine Bulldogs im Mittelfeld der Southeastern Conference versacken. Zugegeben, seine Air Raid Offense sieht im zweiten Jahr seit seiner Ankunft im Magnolia State bereits wesentlich besser aus. Doch ob sie akkurat genug arbeitet, um mit einer der erfolgreichsten Passing Offenses der Saison mitzuhalten, wird angezweifelt.

Breit aufgefächerte Receiving Corps erwarten die Verteidiger der Alabama Crimson Tide. Der athletische Cornerback Josh Jobe und Safety Jordan Battle werden mit ihrer Secondary alle Hände voll zu tun bekommen. Gleichzeitig erhalten sie aber viele Gelegenheiten zu glänzen und auf sich aufmerksam zu machen. Battle kann blitzschnell auf die unterschiedlichen Möglichkeiten der Bulldogs “Air Attack” reagieren und kann hier für wichtige Stops sorgen. Bei seltenen Laufversuchen wird Linebacker Christian Harris Ausbrüche der Runningbacks zu verhindern wissen.

Das ist wichtig, denn die Offensive Line von Mississippi State mit Left Tackle Charles Cross dürfte den schweren Attacken der Crimson Tide Defense gewachsen sein. Mit Leichtigkeit diagnostiziert Cross den Plan des Gegners und reagiert schon sehr erfahren auf Täuschungen, wie Twists und Stunts. Wenn er einmal geschlagen wird, dann nur von rasanten Speed Rushern über außen.

Ein klares Übergewicht sollte Alabama dann im eigenen Passangriff erzeugen. Wide Receiver John Metchie III ist gerade gegen die Bulldogs gefragt. Mississippi State kann oft punkten. Daher muss Alabama in der Offense konstanter spielen als zuletzt gegen Texas A&M. Auch Metchie ließ diese nötige Kontinuität gerade in Sachen Ballsicherheit noch vermissen.

Viele Möglichkeiten werden er und Tight End Jahleel Billingsley definitiv erhalten. Denn Quarterback Bryce Young darf sich erneut auf eine sichere Pocket verlassen und effektiv seine Pässe verteilen. Besonders Left Tackle Evan Neal ist bereits das ganze Jahr eine Bank.

Als Alabama zuletzt innerhalb der Saison eine Niederlage hinnehmen musste (2019 gegen die LSU Tigers) traf man eine Woche später auf die Mississippi State Bulldogs und verpasste ihnen eine 38-7 Abreibung. 13 Spiele in Folge gewann Alabama, das die Serie mit 83 Siegen in 96 Duellen anführt. Machen wir daraus 84.

Philipp Forstner

DraftNerdPhilipp Forstner, alias Draft Nerd, ist ehemaliger O-Liner und sammelte erste Erfahrungen als Autor bei "Beardown Germany". Er schreibt über den NFL Draft und College Football für TOUCHDOWN24 und beobachtet als Scout die zukünftigen und aktuellen Spieler der NFL.
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