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Mittwoch, 16 Januar 2019 08:00

Scheinwelt AFVD

geschrieben/veröffentlicht von/durch Touchdown24-Redaktion
Man kann gar nicht so viel essen, wie man kotzen möchte! Entschuldigung, aber das ist die ehrliche Wiedergabe meines ersten Gedankenganges in Bezug auf diese Scheinwelt beim AFVD.
Ein Kommentar von Markus Schulz

Wenn ich schon wieder mitbekomme, mit welcher Selbstherrlichkeit der AFVD seine sportpolitischen Ränkespiele auf dem Rücken der vielen Sportler und Ehrenamtlichen in unserem geliebten Sport austrägt, dann weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll. Zur Sache: Die deutsche U19-Nationalmannschaft darf nicht an der Junioren-Europameisterschaft 2019 in Italien teilnehmen. Es ist die zweite durch den AFVD zu verantwortende Bankrotterklärung für den deutschen Football binnen weniger Monate, nachdem dem deutschen Verband nach internationalem Machtgeschachere die Austragung der Europameisterschaft 2018 im eigenen Land entzogen worden war.

Der AFVD wäscht dabei seine Hände einmal mehr in Unschuld. Nachdem man mit dem Weltverband IFAF im November des vergangenen Jahres nach eigener Auskunft Einigung erzielt hatte und alle deutschen Nationalmannschaften in den internationalen Spielkalender für 2019 wieder integriert werden sollten, habe der Weltverband in der Weihnachtszeit den Konsens an neue Bedingungen geknüpft. Unter anderem sei der Mitgliedsbeitrag von 1000,- Euro im Jahr auf 3000,- Euro erhöht worden, die Rechnung - vollkommen integer - wurde dann auch gleich als Download auf der Homepage des AFVD mit angeboten. Zudem hätte der AFVD sogar - gemeinsam mit weiteren alteingessesenen Nationalverbänden - mehr Stimmrechte erhalten. Dies erläutert der AFVD in seiner Erklärung, als wäre die Aufwertung der Stimmrechte zugunsten der "großen" Verbände der Grund für das neue Dilemma. Der AFVD als Anwalt der "Kleinen" - dieser Anschein ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten.

Beweise gefällig? Der AFVD um ihren Präsidenten Robert Huber verkennt komplett die Lage. Als Höhepunkt setzt der Nationalverband dem Weltverband eine Frist zur Einigung bis zum 18. Januar und knüpft diese an die Bedingung, dass alle Nationalteams (Männer, Frauen, U19, Flag-Männer und Flag-Frauen) an den Europameisterschaften 2019 teilnehmen dürfen. Dumm nur, dass das Teilnehmer- und Playoff-Feld für die Junioren-EM bereits benannt ist. Die Hinzunahme der deutschen U19-Nationalmannschaft wäre demnach damit verbunden, einem anderen, kleineren Verband die Teilnahme wieder zu entziehen. Merken sie was? In diesem Punkt nimmt der AFVD also die Benachteiligung eines kleineren Verbandes billigend in Kauf, um selbst zu profitieren. Das ist nicht unbedingt nett, aber immerhin ehrlich - wenn auch ungewollt. 

Wie dem auch sei, die U19-EM findet in Italien mit Italien statt. Auch das ist mehr als eine Randnotiz, stand doch der italienische Verband anno 2018 als einer der wenigen noch fest an der Seite des AFVD und war international ebenfalls isoliert, was sich in der Nicht-EM-Teilnahme trotz vorheriger Qualifikation für die EM äußerte. Italien, wie all die anderen Nationalverbände zuvor, hat es also anstandslos geschafft, sich der IFAF anzuschließen. Nur der AFVD, der sich jährlich für immer neue Mitglieder- und Vereins-Rekorde selbstbeweihräuchert und dabei ignoriert, dass der Football-Boom in Deutschland nahezu alleine den Free-TV-Übertragungen der NFL auf ProSieben Maxx um populäre Kommentatoren wie Coach Esume oder Carsten Spengemann in einem modernen Produktionsformat zu verdanken ist, befindet sich wieder auf der "Akademimimi" und tritt die interessen seiner über 60.000 Mitglieder wieder einmal mit Füßen anstatt ihre Interessen wirklich tatsächlich zu vertreten. Denn was anderen Verbänden offenbar zuzumuten ist, in den sicherlich auch nicht fehlerfreien Strukturen der IFAF, das sollte der AFVD auch verkraften können. 

Wer sich ein Bild über das Innenleben des AFVD machen will, darf sich gern einmal das Urteil des Verwaltungsgerichtes Köln durchlesen und feststellen, warum damals die Klage auf Sportförderung gegen das Bundesinnenministerium abgewiesen wurde. Wem das zu mühsam ist, kann auch sich auch bei der Interpretation von Football-Austria.com oder der Erläuterung von Redzone Pure American Football informieren.

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