Noch
bis zum German Bowl 2018
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Montag, 26 Juni 2017 12:24

American Football in Braunschweig - Die Reise hat sich gelohnt

geschrieben/veröffentlicht von/durch Thomas Filges
Die Lions bei der mentalen Vorbereitung Die Lions bei der mentalen Vorbereitung Fotos: Nathalie Hinz
Nach dem Eurobowl-Spiel in der "Lila-Hölle" in Frankfurt und dem dort Erlebten mit dem ganzen Drumherum, wollten wir nun wissen, wie andere Vereine sich am Gameday so präsentieren. Als Berliner ist man diesbezüglich ja leider nicht sonderlich verwöhnt.

Also entschlossen wir uns dem mehrfachen Eurobowl-Sieger, den Braunschweiger New Yorker Lions, einen Besuch abzustatten. Letztendlich liegt Braunschweig ja nicht weit von Berlin entfernt.

Nach knapp 250 abgedroschenen Autobahn-Kilometern und 2,5 Stunden später war das gewünschte Ziel erreicht. Das Eintrachtstadion in Braunschweig, Spielstätte der Braunschweig New Yorker Lions. Die Parksituation gestaltete sich recht einfach, direkt neben dem Stadion konnten wir unserem Fuhrwerk die wohlverdiente Ruhe gönnen. Obwohl wir recht früh am Zielort eintrafen, strömten bereits zahlreiche Fans in Lions-Trikots zum Stadion. Ein Football-Spiel beginnt eben nicht immer erst mit dem Kick-Off sondern bei vielen Vereinen schon meist eine Stunde früher. Wie schon in Frankfurt bei der Universe erlebt, so hatten auch die Braunschweiger einiges vorm Stadion zu bieten. Showbühne, Essensstände und natürlich den ein oder anderen Getränkestand. Selbst für die lieben Kleinen war gesorgt.

Um allerdings auf diesen Platz vor dem Stadion zu gelangen, mussten wir zunächst unsere Presse-Akkreditierungen abholen. Wir waren zum ersten Mal in Braunschweig und mussten uns erst einmal ein wenig Orientierung verschaffen. Doch die Abholkasse war schnell gefunden und hier gab es dann die erste kleine Panne. Statt einer Saison-Akkreditierung, wie beantragt und zugesagt, erhielten wir nur einen Gameday-Pass. Was aber nicht so tragisch war. Viel tragischer wäre es beinahe am Einlass geworden, denn hier wollte man uns zunächst Notebook und Kameraausrüstung abnehmen. Von Seiten der Ordner konnte man mit dem Gameday-Pressepass nämlich nur wenig anfangen. Doch letztendlich ging alles gut und wir konnten ungehindert und mit Ausrüstung das Stadion-Gelände betreten. Wahrscheinlich gab es auch einen separaten Eingang für die Presse, den konnte man uns von Seiten der Ordner aber nicht nennen.

Der Germanbowl PokalNach einem kurzen Rundumblick landete unser Interesse bei der Präsentation der von den Lions gewonnen Trophäen. Darunter natürlich auch der frisch erkämpfte BIG6 Pokal. Aber auch ein Pokal, der scheinbar aus dem Mittelalter zu stammen scheint. Denn mittig war dort ein Dingen zu sehen, abgeranzt und verbeult, dass man sich von Seiten derer, die diesen Pokal vergeben, in Grund und Boden schämen sollte. Die Rede ist vom Germanbowl-Pokal. Zeitgemäß ist dieses komische Etwas nämlich nicht. War aber bestimmt günstig in der Anschaffung. Mehr fällt einem dazu nämlich nicht ein. Echt peinlich! Aber vielleicht ist das ja auch so gewollt, man weiß es nicht!

Doch zurück zu dem, weshalb wir nach Braunschweig gereist sind - American Football. Die Pressetribüne haben wir als Neulinge schnell gefunden und nachdem wir Platz genommen und unsere Ausrüstung aufgebaut hatten, fiel der Blick ins weite Oval. Ja, eine schöne Spielstätte und American Football nach unserem Dafürhalten absolut würdig. Gibt aber auch hier bestimmt Leute die das anders sehen.

Das man von Seiten der Lions seinen Sport absolut ernst nimmt und mit der nötigen Professionalität begegnet wurde schon im Vorfeld mehr als deutlich. Aufwärmphase und Motivation der Spieler und Eröffnungsshow ergaben und ergeben ein großes Ganzes welches die Fans stimmungsvoll honorieren. Die Fans in der "Lila Hölle" in Frankfurt und die Lions Fans im Eintrachtstadion nehmen sich hier nichts. Toll und so sollte es sein! An diesem Tag waren laut Stadionsprecher über 4.500 Zuschauer im Stadion und die machten eine Stimmung vom Feinsten. Nicht auszudenken was es für eine Stimmung sein muss, wenn 4.000 Universe-Fans auf 4.000 Lions-Fans treffen. Gänsehaut pur. Sicherlich gibt es auch noch andere Fan-Gruppen in Deutschland die so eine Stimmung abliefern, nur kennen wir die noch nicht - Noch nicht.

Das Spiel an sich soll hier nur am Rande Erwähnung finden, die Kieler hatten den Löwen nicht viel entgegenzusetzen und so war man als Zuschauer schnell geneigt Parallelen zu dem Frankfurt-Spiel zu ziehen. Es dauerte auch nicht lange und es wurde deutlich, wer bei diesem Spiel am Ende die meisten Punkte auf dem Scoreboard zu stehen haben würde.

Schaut man sich das Auftreten und das Spiel der Löwen an, so dürften kaum Zweifel aufkommen, wessen Name auch in diesem Jahr auf dem Germanbowl Blechdingen zu finden sein wird. Es dürfte einmal mehr der Name der Braunschweig New Yorker Lions sein. Den Spielern und den Fans sei es gegönnt, doch der Liga und dem American Football in Deutschland tut eine solche Dominanz nicht gut. Man blicke nur zur Fußball Bundesliga und dem übermächtigen FC Bayern. Okay, auch die Braunschweiger können mal einen schwarzen Tag erwischen, doch eine wirkliche Konkurrenz, gibt es die in diesem Jahr wirklich? Wenn, dann wohl nur in Form der Unicorns aus Schwäbisch Hall.

Wenn American Football in Deutschland populärer werden will, muss noch viel passieren. Denn zwischen den Vereinen innerhalb der GFL gibt es zu große Unterschiede. Welten liegen zwischen einem Spiel in Braunschweig und einem in Berlin. Hier bedarf es, aus unserer Sicht, klarer Regularien von Seiten des Verbandes, was ein Verein, der in der höchsten Deutschen Spielklasse spielen will, im Stande sein muss zu leisten. Amerikaner Football ist eben nicht nur Sport, sondern auch Unterhaltung. Das macht den Unterschied aus zu manch anderen Sportarten. Doch dazu mehr in unserer Ende August erstmals erscheinenden Touchdown24 Print-Ausgabe.

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