Künftig lauert Chase Young im Trikot der Washington Redskins auf seine Beute. Künftig lauert Chase Young im Trikot der Washington Redskins auf seine Beute. Imago Images / ZUMA Press / JP Waldron

Washington Redskins: Das außerirdische Talent des "Predator" Chase Young

geschrieben/veröffentlicht von/durch  08.07.2020
Ob es Chase Young bis zum ersten Spieltag der NFL Saison noch schafft, sich unsichtbar machen zu können? So wie das Wesen im Film "Predator" aus dem Jahr 1987, von dem er seinen Spitznamen hat? Wohl eher nicht. Das ist aber auch nicht schlimm, denn die Fähigkeiten des Redskins-Rookies scheinen so schon nicht von dieser Welt zu sein.

Es ist lange her, dass sich die Experten beim NFL-Potenzial eines Prospects so sicher waren wie beim zweiten Pick des diesjährigen Drafts. Daniel Jeremiah vom NFL Network nannte ihn einen "Spieler, der seine Generation prägen könnte", sein neuer Head Coach Ron Rivera verglich ihn bereits mit Julius Peppers sowie Von Miller und sein kommender Defensive Coordinator Jack Del Rio verkündete, dass Young das "beste Skillset mitbringt", das er je gesehen hat.

Kurz zur Erinnerung: Chase Young wurde erst vor drei Monaten 21 Jahre alt und hat nicht einmal ein echtes NFL Training absolviert, geschweige denn ein Spiel. Dennoch träumen die Washington Redskins schon von ihm als Zentrum eines dominanten Pass Rush, der die Franchise wieder in die Erfolgsspur zurückbringen soll. Spieler wie Montez Sweat und Veteran Ryan Kerrigan können es kaum erwarten, neben ihrem neuen Teamkollegen auf Quarterback-Jagd zu gehen.

Überragende College-Karriere bei den Ohio State Buckeyes

Die Lobeshymnen kommen nicht von ungefähr, denn was er in seinen drei Collegejahren an der Ohio State University geleistet hat, sucht seinesgleichen. Statistiken wie die 30.5 Sacks und 40.5 Tackles For Loss in 34 Spielen erzählen nicht mal annähernd die Geschichte seiner Dominanz, welche ihm sogar eine seltene Nominierung als Defensivspieler für die Heisman Trophy 2019 einbrachte. "Gott hat diesen Jungen erschaffen, um einer der besten Defensive Ends in der Geschichte des College Footballs zu sein", resümierte sein Buckeyes-Coach Urban Meyer einst bewundernd.

Spiel für Spiel zeigte Young Fähigkeiten, die vielleicht nur alle zehn Jahre bei einem Prospect um die Ecke kommen. In einem 1,96 Meter langen und 120 Kilogramm schweren Körper bündelte er eine Energie, der selbst Double Teams oft wenig entgegen zu setzen hatten. Seine langen Arme waren echte Waffen im Infight mit der Offensive Line und mit raumgreifenden Schritten konnte er in Windeseile Plays im Backfield zunichte machen. Auch seine Technik, nebst aller athletischen Voraussetzungen entscheidend für jeden guten Pass Rusher, verbesserte sich von Jahr zu Jahr.

Eine Arbeitseinstellung wie gemacht für die NFL

Was den aus Maryland stammenden Young allerdings wirklich von anderen jungen Spielern absetzt ist etwas, das er laut eigener Aussage schon mit sechs Jahren von seinen Eltern vermittelt bekam – die Arbeitseinstellung. Seine Vita erzählt von langen Extra-Einheiten, von glühenden Festplatten voller Gametape und von nächtlichen Anrufen bei Coaches, die er löcherte, wie er noch ein oder zwei Prozent herauskitzeln könnte.

Es sind gerade diese Geschichten, welche die Coaches der Washington Redskins innerlich Luftsprünge machen lassen und ihre Erwartungen ins Unermessliche heben. Was aber erwartet Chase Young selbst von sich und seiner ersten NFL Saison? "Eigentlich nichts", sagt der Modellathlet lächelnd, bevor er ernst wird. "Auf diese Weise kann ich zum besten Spieler werden, der ich sein kann, und umso härter an mir arbeiten. Am ersten Spieltag werde ich dann zu einhundert Prozent da sein."

Okay, also doch nicht unsichtbar. Dann bleiben es eben die einem Raubtier ähnliche Gier nach Quarterbacks und die unter dem Helm wehenden Dreadlocks, die Chase Young zum "Predator" machen...

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