Ex-Jet Sam Darnold hofft darauf, bei den Carolina Panthers als NFL-Quarterback durchzustarten. Ex-Jet Sam Darnold hofft darauf, bei den Carolina Panthers als NFL-Quarterback durchzustarten. Imago Images / Zuma Wire

Was der Darnold Trade für Jets und Panthers bedeutet

geschrieben/veröffentlicht von/durch  07.04.2021
Ein weiterer Quarterback-Domino der NFL Offseason ist gefallen: Die New York Jets traden ihren einstigen Franchise-Passer Sam Darnold für ein Paket Draft Picks zu den Carolina Panthers. Es ist ein Deal mit gewichtigen Folgen, nicht nur für die beiden Mannschaften im Rebuilding Modus. Auch andere NFL Teams dürften bei dem Tauschgeschäft ganz genau hingeschaut haben!

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Dass Sam Darnold beim Amt eine neue Adresse anmelden muss, kommt nicht wirklich überraschend. Die New York Jets können sich mit dem zweiten Pick im NFL Draft 2021 einen der besten College-Passer dieses Jahrgangs sichern und aus einem durchaus interessanten Angebot wählen. Sam Darnold wurde noch vom alten Front Office unter Mike Maccagnan verpflichtet, jetzt kann General Manager Joe Douglas dieser Position einen für seinen fortlaufenden Rebuild von "Gang Green" extrem wichtigen Stempel aufdrücken.

Auch der Umstand, dass die Carolina Panthers ein williger Trade Partner für einen neuen Quarterback waren, ließ sich aus so mancher Schlagzeile der NFL Offseason heraus lesen. Sie sollen im Poker um Matthew Stafford mitgemischt haben, galten lange Zeit als einer der Hauptinteressenten für den in einen riesigen Skandal verwickelten Deshaun Watson und auch so mancher NFL Mock Draft vermutete bei Carolina großes Interesse an einem Signal Caller. Eben jenen haben sie jetzt mit Sam Darnold fürs Erste gefunden.

Carolina Panthers sehen Potenzial in Sam Darnold

Es ist ein Deal, der auf den ersten Blick für Carolina zwar kein Homerun ist, durchaus aber zum sehr proaktiven Stil der Panthers in den letzten Jahren passt. Sam Darnold war der dritte Pick des 2018er NFL Draft und konnte während seiner drei Jahre in New York immer mal wieder sein enormes Talent andeuten. Er spielte an der High School lange Zeit Receiver und Linebacker, bevor er sich voll und ganz der Quarterback-Position verschrieb. In Kombination mit gerade einmal zwei aktiven Jahren an der USC erachten einige Experten den 23-Jährigen immer noch als Spieler mit viel Potenzial, welches ein guter Coach herauskitzeln könnte.



Letzteres gelang dem viel gescholtenen Adam Gase in New York nicht, warum er unter anderem auch seinen Trainerposten räumen musste. Seine Führungsschwäche sieht so mancher als Entschuldigung für Darnolds bisher schleppenden Karriereverlauf, auch die Qualität seiner Nebenleute in der Offensive Line oder den Skill Positions ließ bei den Jets zu fast jedem Zeitpunkt zu wünschen übrig. Was allerdings die immer gleichen mentalen Fehler und einen eklatanten Mangel an Konstanz, wie sie Darnold auch in seinem dritten NFL-Jahr noch zeigte, eigentlich nicht entschuldigen können.

Teddy Bridgewater Ära in Carolina wohl beendet 

Die Wahrheit liegt hier, wie es so oft ist, wohl irgendwo in der Mitte versteckt. Natürlich fand Sam Darnold bei den Jets keine optimalen Bedingungen vor (die Skill Positions werden bei den Panthers stark besetzt sein) und mit gerade einmal 23 Jahren besitzt er immer noch Entwicklungspotenzial. Gleichzeitig muss ein wirklicher Top-Quarterback eben irgendwann auch mehr zeigen als das, was Darnold für die Jets auf den Rasen zauberte. Tut er das nicht, dann ist die Geduld einer NFL-Klubführung eben irgendwann am Ende, so wie jetzt bei den New York Jets.

Carolina gibt Darnold nun eine zweite Chance und hofft unter Head Coach Matt Rhule sowie Offensive Coordinator Joe Brady auf eine Trendwende. Es wäre nicht das erste Mal, das ein Quarterback in einem neuen Zuhause zu besserer Form findet. Erst recht nicht, nachdem er für Adam Gase gespielt hat, man muss hier nur Ryan Tannehill fragen. Die Panthers ziehen damit wohl schon früh die Reißleine beim Projekt Teddy Bridgewater, dem sie gerade erst letztes Jahr einen gewichtigen Vertrag gegeben hatten. Die Verantwortlichen in Carolina um Besitzer David Tepper machen deutlich, dass sie alles daran setzen, im Tar Heel State einen Winner auf die Beine zu stellen. Koste es, was es wolle. Nach eben jenen Kosten, seien es die Millionen für Bridgewater oder die Draft Picks im Darnold Deal (welche man mit einem Trade von Bridgewater, bei dem er Mitspracherecht haben würde, teilweise gleich wieder ersetzen könnte), fragt letztendlich eh keiner, wenn das Lotterie-Ticket Sam Darnold überraschenderweise doch zum Hauptgewinn wird.

New York Jets beschleunigen den Rebuild

Für Joe Douglas und die New York Jets ist diese Entwicklung eher nebensächlich, denn für sie zählt nur der Stand ihres eigenen Wiederaufbaus. Dieser nimmt mehr und mehr Fahrt auf und es scheint so, als ob Douglas einen mehr als klaren Plan verfolgt, der nun auch die ersten positiven Resultate liefert. Mit Robert Saleh angelte sich der GM einen Top Coach, er holte ein paar vielversprechende Free Agents, seine letzte Draft Klasse um Mekhi Becton deutete bereits ihr Potenzial an und Gang Green hat auf einmal eine ganze Wagenladung voller Draft Picks, mit denen das Fundament des Teams langfristig aufgebaut werden kann. In den NFL Drafts 2021 und 2022 verfügen die Jets über satte 21 Picks, vier davon in der ersten Runde und zehn in den ersten drei Runden. So sieht Flexibilität, so sieht langfristiges Rebuilding aus.



Natürlich muss man mit diesen Picks auch gute Spieler holen und in keinem Fall ist das wichtiger als mit dem zweiten Pick in diesem Jahr. Hier sollen sich Douglas und Co. laut etlicher Medienberichte schon auf Zach Wilson von den BYU Cougars festgelegt haben. Es kann durchaus sein, dass Gang Green Wilson letztendlich auswählt, wissen tut das bis jetzt aber eher niemand. Kaum ein General Manager hält sich öffentlich in den letzten Jahren so bedeckt wie Douglas, da wäre es schon sehr verwunderlich, wenn er auf einmal bei einer so gewichtigen Entscheidung etwas zur Presse durchsickern ließe. Vergangene Insider-Informationen erwiesen sich zumeist nur als ein Tappen im Dunkeln, von daher heißt es also hier wie bei der finalen Bewertung des Darnold Deals: Abwarten!
Moritz Wollert

Moritz Wollert studierte Sportmanagement im Fernstudium an der Fachhochschule für angewandtes Management Erding. Er hat aber nach mehreren Jahren in der Praxis seine Leidenschaft für das geschriebene Wort zum Beruf gemacht und arbeitet mittlerweile als freier Autor und Redakteur. Hauptsächlich ist er dabei im Sportbereich unterwegs, seit 2020 auch fest für TOUCHDOWN24.

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