Tua Tagovailoa dürfte in der kommenden NFL-Saison einige Playmaker im Sichtfeld vorfinden. Tua Tagovailoa dürfte in der kommenden NFL-Saison einige Playmaker im Sichtfeld vorfinden. Imago Images / ZUMA Wire / Al Diaz

Tua Tagovailoa bleibt Dolphins-Chefdompteur - vorerst

geschrieben/veröffentlicht von/durch  31.03.2021
Die NFL-Rookie-Saison von Tua Tagovailoa warf aufgrund schwankender Leistungen einige Fragen auf, zeitweise zweifelte so manch einer sogar zu diesem frühen Zeitpunkt an seiner Tauglichkeit als Franchise-Quarterback. Spätestens mit ihrem Trade Down im kommenden NFL-Draft machten die Miami Dolphins nun aber mehr als deutlich, dass sie vorläufig „All In“ mit ihrem jungen Signal Caller gehen. Sie sehen Tua als Herzstück ihres Teams und tun alles, um ihm den Weg zum Erfolg zu ebnen!

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Ein Bekenntnis hatten die Dolphins-Verantwortlichen bereits kurz nach der abgelaufenen NFL Saison abgegeben. "Wir sind zufrieden mit Tuas Entwicklung und er ist weiterhin unser Starter", sagte General Manager Chris Grier Anfang Januar. "Wir freuen uns darauf, ihm in der nächsten Offseason bei seiner Entwicklung zuzusehen." Es waren deutliche Worte, doch ein wirkliches Zeichen setzte Miamis Front Office mit ihrem kürzlichen Trade des dritten Picks. Erst gingen sie dabei durch einen Trade mit den San Francisco 49ers auf Position Zwölf, später kletterten sie wieder durch einen Deal mit den Philadelphia Eagles an Position Sechs in der Draftorder.

Miami Dolphins "All In" mit Tua

Der Deal nimmt sie wohl nicht nur aus den Sweepstakes um den in Schwierigkeiten geratenen Deshaun Watson, sondern verdeutlicht auch, dass sie kein Interesse an einem der Top-Quarterbacks in diesem Draft haben. Im Gegenteil, der zweite Teil des Deals lässt vermuten, dass sie schon einen Playmaker im Auge haben, den sie ihrem aktuellen Hoffnungsträger Tua Tagovailoa auf einem Silbertablett präsentieren können.



Es passt ins Gesamtbild der bisherigen Offseason, die voll unter dem Motto steht: Alles für Tua! Man ließ zunächst Veteran Ryan Fitzpatrick ziehen, der Tua zwar ein erfahrener Mentor war, der aber durchaus auch Starter-Ansprüche hegte. Head Coach Brian Flores beorderte Tagovailoa bereits in der vergangenen Saison zweimal auf die Bank, weil er mit "Fitzmagic" bessere Siegeschancen sah. Diesen sekundären Druck ließen die Dolphins erst einmal vom Kessel, obwohl sie mit Jacoby Brissett einen weiteren durchaus soliden NFL-Quarterback verpflichteten. Dieser hat aber bei weitem noch nicht das Standing in der Mannschaft, welches der beliebte Fitzpatrick sein Eigen nennen konnte.

Tua Tagovailoa kann aus dem Vollen schöpfen

Free Agent Receiver Will Fuller verpasst zwar wegen einer Doping-Sperre das erste Spiel der Saison und konnte aufgrund eben jenes Vergehens sowie Verletzungsproblemen bisher nur in seiner Rookie-Saison mehr als elf Partien bestreiten, sein Potenzial ist aber enorm. Sollte Fuller unter der Sonne Miamis endlich zu konstanterer Gesundheit finden, dann wäre er eine hervorragende Anspielstation für Tua. Gerade seine Fähigkeiten als Deep Threat Receiver und seine Geschwindigkeit würden die kürzeren Passwege für Tagovailoa öffnen und hier gefährlichen Receivern wie DaVante Parker oder Tight End Mike Gesicki mehr Möglichkeiten bescheren.

Die junge Offensive Line schlug sich 2020 mit den drei Rookies Austin Jackson, Robert Hunt und Solomon Kindley achtsam und sollte allein schon aufgrund der individuellen Entwicklung der Youngster einen weiteren Schritt nach vorne machen. Aufgrund eines geradezu absurden Arsenals an Draft Picks, allein in dieser Saison stehen den Dolphins gleich fünf Top 50 Selections zur Verfügung, kann Miami in diesem Bereich oder auch bei den Skill Positions sogar noch nachlegen. Mit dem sechsten Pick im NFL Draft dürften zum Beispiel einige explosive Playmaker wie die Receiver Jamar Chase, DeVonta Smith, Jaylen Waddle oder auch Tight End Kyle Pitts zu haben sein.

Dolphins mit rosigen Zukunftsaussichten

Smith und Waddle kennt Tua sogar noch aus seiner Zeit am College in Tuscaloosa. Ähnliches würde für Running Back Najee Harris gelten, der mit einem späteren Pick in Frage kommen und das eher durchschnittliche Run Game beleben könnte. Gleiches würde auch eine weiterer "Blue Chipper" in der Offensive Line schaffen, zum Beispiel ein Penei Sewell mit dem sechsten Pick oder vielleicht einer der zahlreichen Interior Lineman, die am Ende der ersten Runde gehandelt werden. Alle diese Szenarien verdeutlichen: Die Miami Dolphins haben eine Vielzahl von Optionen und sind nach ihrer eh schon vielversprechenden 10-6-Saison im letzten Jahr in einer geradezu formidablen Position.



Selbst wenn sich jetzt rausstellen sollte, dass Tua Tagovailoa nicht der große Hoffnungsträger für die Zukunft sein sollte, dann könnte Miami dies wohl verkraften. Draft Kapital haben sie genug, um auch auf der wichtigsten Position in den nächsten Jahren schnell nachzubessern. Ein neuer Quarterback würde optimale Bedingungen vorfinden für einen guten Start, aber das ist noch Zukunftsmusik. Erstmal gilt das Bekenntnis vom Front Office zu Tua Tagovailoa, eventuell sogar mehr denn je. Die Verantwortlichen wissen dabei aber auch, dass Tua nun alles hat, nur keine Ausreden mehr.
Moritz Wollert

Moritz Wollert studierte Sportmanagement im Fernstudium an der Fachhochschule für angewandtes Management Erding. Er hat aber nach mehreren Jahren in der Praxis seine Leidenschaft für das geschriebene Wort zum Beruf gemacht und arbeitet mittlerweile als freier Autor und Redakteur. Hauptsächlich ist er dabei im Sportbereich unterwegs, seit 2020 auch fest für TOUCHDOWN24.

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