Die Faust kam beim Super Bowl LV häufig: Tom Brady ist zum siebten Mal World Champion. Die Faust kam beim Super Bowl LV häufig: Tom Brady ist zum siebten Mal World Champion. Imago Images / UPI Photo / John Angelillo

Super Bowl LV - Eine kleine Zusammenfassung

geschrieben/veröffentlicht von/durch  08.02.2021
Der Super Bowl – eines der größten Spektakel, die wir auf diesem Planeten kennen. Selbst in einer Zeit, in der Unterhaltung verständlicherweise für viele Menschen eher auf dem Rücksitz Platz nimmt, zündeten die Raketen in der Nacht von Tampa Bay und schafften für ein paar Stunden sehnlichst erwünschte Ablenkung. In der Hauptrolle waren die Super Bowl LV Champions – die Tampa Bay Buccaneers!

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Tom Brady, der „GOAT“

Muhammad Ali hatte es, Michael Jordan setzte es in schöner Regelmäßigkeit auf und auch Tom Brady zählt nicht erst seit dem Super Bowl LV Gewinn (seinem siebten – NFL-Rekord) zu den Größen, die in wichtigen Spielen und Situationen mit einer ganz besonderen Art von Gameface in die Schlacht ziehen. Wenn man sich „TB12“ so zwischen den Angriffen an der Seitenlinie angeschaut hat, dann spürte man förmlich ein Level an Konzentration und „in der Zone sein“, wie es nur wenige Menschen überhaupt erreichen können. Da war dann auch egal, wie viel Luft in den Bällen war (Augenzwinkern). Nicht egal war, dass sein alter Kumpel Rob Gronkowski (6 Catches, 67 Yards, 2 Touchdowns) wieder mit dabei war und beide an beste Patriots-Tage erinnerten.

Kopf hoch, Pat Mahomes

Diesen Super Bowl hatte sich Patrick Mahomes sicherlich anders vorgestellt. Gegen eine mit brennenden Haaren agierende Buccaneers-Defense fand der NFL-MVP von 2018 nie wirklich zu seinem Rhythmus (5,5 Yards pro Pass, zwei Interceptions) und bekam dabei auch nicht wirklich viel Hilfe von seinen Teamkollegen. Selbst ein Magier wie Mahomes, der sich hinter einer angeschlagenen Offensive Line noch aus gefühlten 35 Sacks hinausdrehte, hat bei Dauerdruck im Gesicht irgendwann keine Kaninchen mehr im Zylinder. Schon früh in der ersten Halbzeit ließ er sich von der Defense allerdings auch seine normalerweise ansteckende Spielfreude rauben, was in so einem Spiel natürlich nicht passieren darf. Aber mit 25 Jahren hat er ja noch ein paar NFL-Jahre vor sich.

Referees mit wehenden Fahnen

Wenn selbst die amerikanischen TV-Kommentatoren sich in der Halbzeit über ein paar fragwürdige Flaggen auslassen, in einem Spiel, in dem noch mehr als sonst eigentlich nichts die makellose Show trüben darf, dann weiß man eigentlich, dass die Schiedsrichter in dem einen oder anderen Moment vielleicht in der Tasche vergriffen haben. Der zweite und der dritte Touchdown der Bucs wurden begünstigt von zwei echten „Ticky Tack Calls“, einem bestenfalls knappen Offside beim Field Goal und einem Holding bei eigentlich nicht fangbarem Pass. Dabei hätten die in allen Belangen dominanten Bucs diese kleinen Schubser eigentlich gar nicht gebraucht.

Chiefs stolpern über ihre eigenen Füße

So zweifelhaft der ein oder andere Call vielleicht gewesen sein mag, die Kansas City Chiefs brachten sich zumeist selbst in diese brenzligen Situationen und fielen in schöner Regelmäßigkeit auch über ihre eigenen Füße. Zahlreiche Drops, Missverständnisse und Disziplinlosigkeiten mündeten spätestens Ende der ersten Halbzeit in einer mentalen Blockade, welche sie bis zum Schlusspfiff nicht mehr loswurden. Andy Reid wird (verständlicherweise) für sein Time Management Ende der ersten Hälfte viel Kritik einstecken, doch letztendlich blieb er einfach nur seiner eigenen Philosophie treu.

The Weeknd in der Halbzeitpause

Nachdem die erste Hälfte wohl nur wenige Chiefs-Fans von den Sitzen gerissen hatte, dürfte es die Super Bowl Halftime Show von The Weeknd wohl auch nicht geschafft haben. Selbst jedem Nicht-Musikstudenten dürften die Probleme beim Ton aufgefallen sein, was auch die persönliche Sieben Millionen Dollar Finanzspritze des Künstlers nicht verhindern konnten. Auch andere Teile der zweifelsohne beeindruckenden Show wirkten etwas deplatziert. Als lebenslanger Boss-Anhänger sage ich da: Give me Bruce Springsteen any day of the week and zweimal am Wochenende… Aber Geschmäcker in Sachen Musik sind sicherlich verschieden und das ist auch mehr als gut so.

Der eigentliche MVP: Todd Bowles und seine Defense

Er sieht immer aus, als hätte man ihm gerade gesagt, er müsste im Zweiergespann mit Adam Gase wieder die New York Jets übernehmen, aber hinter der stoischen Fassade von Tampa Bays Defensive Coordinator Todd Bowles schlummert ein echtes Mastermind. Wer hintereinander in den Playoffs Drew Brees, Aaron Rodgers und Pat Mahomes (sorry, Taylor Heinicke) schlägt und dies jeweils auf dem Rücken einer überragenden Verteidigung tut, der macht so einiges richtig... und bekommt vielleicht bald wieder einen Chefposten. Eine brutale Defensive Line lieferte dabei die Basis und eine junge Secondary wuchs zeitweise über sich hinaus. Ohne die beiden Linebacker Devin White und Lavonte David, zwei der vielleicht beweglichsten Akteure auf ihrer Position in der gesamten NFL, wären aber viele Kapriolen des Bowles’chen Systems gar nicht erst möglich. Von daher – Fleißkärtchen für alle!
Moritz Wollert

Moritz Wollert studierte Sportmanagement im Fernstudium an der Fachhochschule für angewandtes Management Erding. Er hat aber nach mehreren Jahren in der Praxis seine Leidenschaft für das geschriebene Wort zum Beruf gemacht und arbeitet mittlerweile als freier Autor und Redakteur. Hauptsächlich ist er dabei im Sportbereich unterwegs, seit 2020 auch fest für TOUCHDOWN24.

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