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Samstag, 26 Januar 2019 22:00

Stars der NFL: Larry Fitzgerald

geschrieben/veröffentlicht von/durch Dirk Krasky
Was zählt, ist auf dem Platz! Still und leise befindet sich Larry Fitzgerald in seiner nunmehr 15. NFL-Saison. Immer zuverlässig, stets ein Teamspieler. Nicht wegzudenken aus dem Business der National Football League.

Ein ganz Großer seines Sports. Allerdings bis heute ohne die allerhöchste Auszeichnung.

Woche 10 der laufenden Saison: Larry Fitzgerald überholt den NFL Hall of Fame Wide Receiver Terrell Owens und setzt sich mit nunmehr 15.952 Yards an die zweite Stelle der ewigen Receiving-Yards-Bestenliste. Er ist einer der wenigen Lichtblicke der Arizona Cardinals in dieser Spielzeit, “wie fast immer“, ist man geneigt zu sagen. Bei der 14:26-Niederlage gegen die favorisierten Kansas City Chiefs fing Fitzgerald oder besser “Larry Legend“ 6 Pässe seines Rookie-Quarterbacks Josh Rosen für 50 Yards. Damit steht nur noch eine andere Legende des American Footballs vor ihm in der Rangliste: Kein Geringerer als Hall of Famer und 49ers-Legende Jerry Rice.
An Fitzgerald liegt es derzeit nicht, dass das Team aus Arizona eine eher bescheidene Spielzeit absolviert und nur im Kampf um den ersten Draftpick 2019 ganz vorne mitmischt. Nach dem Ende der Karrieren von Franchise-Quarterback Carson Palmer und Head Coach Bruce Arians mussten sich die Cardinals neu ausrichten und neu formieren. Gut, dass hierbei die 35 Jahre alte Nummer 11 der Cards eine Konstante auf seiner Position und im gesamten Team ist. Der ehemalige Erstrundenpick zeigt Woche für Woche noch immer, was in ihm steckt. Seit seinem Draft 2004 ist Fitzgerald der “Mr. Zuverlässig“ in Arizona und wurde elfmal für den Pro Bowl nominiert.

Alles hat seinen Anfang

Larry Darnell Fitzgerald Jr. wurde am 31. August 1983 in Minneapolis, im US Bundesstaat Minnesota, geboren. Sein Vater, Larry Fitzgerald Senior, ist seit über 25 Jahren Sportredakteur und Kolumnist beim Minnesota Spokesman-Recorder. Der gebürtige Chicagoer war in seiner High-School-Zeit zweimal ein All American. Diese athletischen Fähigkeiten hat Larry Sr. auch seinen beiden Söhnen vererbt. Larry Jr. und sein zwei Jahre jüngerer Bruder Marcus zeigten bereits in der Schule, was für ein sportliches Potential in ihnen steckt. “Ich habe meinen Söhnen die mentale Seite des Sports beigebracht. Ich versuchte, ihnen zu sagen, dass sie sich verantwortlich fühlen und Teamplayer sein müssen“, erklärte Larry Senior einmal über seinen Einfluss auf seine Juniors.

Nach der High School besuchte Larry Jr. das College der University of Pittsburgh. Dort spielte er für das Team der Panthers. In seiner Zeit am College galt Fitzgerald als einer der besten Receiver landesweit. 2003 wurde er unter anderem mit dem Walter Camp Award für den besten College-Spieler und dem Fred Biletnikoff Award als bester Wide Receiver ausgezeichnet. In seinen insgesamt 26 Spielen am College erzielte Fitzgerald 34 Touchdowns und fing das Ei für über 2600 Yards Raumgewinn.

Arizona schlägt zu

Nicht Minnesota, Larrys Geburtsort, auch nicht Pittsburgh, die Stadt seiner College-Zeit, machten das Rennen um den Ausnahmeathleten, sondern die Cardinals. Den damaligen Head Coach Dennis Green verband eine besondere Beziehung zur Familie Fitzgerald. War es doch Senior Larry, der gemeinsam mit Green, damals noch Coach der Vikings, über acht Jahre die “Dennis Green Radio Show“ produzierte. Jetzt war eben dieser Green der Head Coach seines ältesten Sohns. “Es ist ein Vorteil, eine NFL-Head-Coach-Show zu produzieren und gleichzeitig seinen Sohn als Balljungen bei den Vikings unterzubringen“, erinnert sich Larry Senior zurück. In seiner Zeit als Balljunge bei den Wikingern hatte sich der junge Larry viel von seinem Vorbild Randy Moss abgeschaut. Gleich in seiner ersten Saison in Arizona fing Fitzgerald den Football für 780 Yards und erzielte dabei 8 Touchdowns. Im darauf folgenden Jahr verdoppelte er seinen eroberten Raum fast. 1409 Yards und 10 Touchdowns brachten dem späteren “Larry Legend“ seine erste Nominierung für den Pro Bowl ein.

Man wusste genau, was und wen man sich da in Arizona geangelt hatte. Auch die beiden Spielzeiten 2007 und 2008 beendete Fitzgerald jeweils mit mehr als 1400 Yards. 2008 war er zudem mit Wideout Anquan Boldin eines der besten Receiver-Duos der gesamten NFL - erreichten doch beide mehr als 1000 Yards. Und zudem gelang auch dem dritten Receiver im Team, Steve Breaston, dieses Kunststück. Dieses war erst vier anderen Receiver-Trios in der Geschichte der NFL vor ihnen gelungen. Am Ende standen Fitzgerald und seine Cardinals nach einer 9-7-Season in den Playoffs. Hier wurden die Gegner aus Atlanta, Carolina und Philadelphia allesamt mit 30 oder mehr Scores aus dem Rennen geschossen. Was folgte, war der Super Bowl.

Super Bowl XLIII

Februar 2009, Raymond James Stadium, Tampa, Florida. Das Spiel der Spiele für jeden Football-Aktiven. Auch Fitzgerald war nur noch einen Schritt vom ganz großen Triumph entfernt. Hier warteten die favorisierten Steelers aus Larrys College-Heimat Pittsburgh. Das Spiel entwickelte sich allerdings nicht wie erwartet für Arizona und ihren alternden Quarterback Kurt Warner. 7:20 stand es nach dem dritten Quarter.

Doch dann drehten die stolzen Vögel nochmal richtig auf. Allen voran Fitzgerald. Zwei Touchdown-Pässe fing der Wide Receiver, davon einen über 64 Yards. Dazu kam ein Safety in der Endzone der Steelers und der Traum vom Super Bowl lebte wieder. 23:20 stand es knapp zweieinhalb Minuten vor dem Ende der Partie. Ein Touchdown-Pass von Ben Roethlisberger auf Santonio Holmes 35 Sekunden vor Schluss samt verwandeltem Extrapunkt ließen Pittsburgh mit 27:23 in Führung gehen. Arizona bekam noch einmal den Ball, doch ein Fumble von Warner besiegelte die Niederlage. Aus der Traum vom ersten Ring. Wurde hier eine einmalige Gelegenheit verpasst?

Mr. Zuverlässig

Die folgenden drei Spielzeiten beendete Fitzgerald wiederum alle jenseits der 1000-Yards-Marke. Und so folgte, was folgen musste: Am 11. August 2011 unterzeichnete der Wide Receiver mit der Nummer 11 einen neuen Vertrag über 8 weitere Jahre in Arizona. Die Summe von 120 Millionen US-Dollar waren zu diesem Zeitpunkt das fünftbeste Gehalt eines Spielers in der National Football League. Einmal ein Cardinal, immer ein Cardinal! Doch der sportliche Erfolg blieb aus. Nach drei aufeinander folgenden Jahren ohne Playoff-Beteiligung wurden Head Coach Ken Whisenhunt und General Manager Rod Graves an die frische Luft gesetzt. Bruce Arians übernahm den Posten des neuen Übungsleiters. Auch unter dem dritten Head Coach brachte Fitzgerald seine Leistungen und blieb weiterhin ein unverzichtbarer Faktor seiner Franchise. “An diesem Punkt zu sehen, wie Larry jedes Jahr diese Meilensteine erreicht, mehr als 100 Catches und über 1000 Yards, das ist etwas ganz besonderes“, schwärmte Arians über seinen Star-Receiver Ende der 2017er-Saison.

In 9 seiner bisher 14 Spielzeiten gelangen dem Wideout mehr als 1000 Yards. 110 Touchdowns standen zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Habenseite des zukünftigen Hall of Famers – die aktuelle Saison noch nicht eingerechnet. Nur sieben Spieler hatten in der NFL-Historie mehr gefangen. Bei nur 12 Fumbles ist es jederzeit eine weise Entscheidung, den Ball in die zum Fang bereiten Arme des Receivers zu werfen. Mit seiner Größe von 1,91 Metern bei einem Gewicht von 99 Kilogramm und seinen sicheren Händen, welche nicht die Spur einer Leder-Allergie aufweisen, zählt Fitzgerald zu den absoluten Topstars der Liga.
Ein Topstar, der bereits einige Marken erreicht hat: So gelang es ihm, am 13. Spieltag der Saison 2015 als 11. Spieler in der Geschichte der NFL seinen 1000. Karriere-Catch zu erzielen. In der darauf folgenden Spielzeit fing er im Spiel gegen die New England Patriots seinen 100. Touchdown. Dies zeigt und unterstreicht die Aussage seines Vaters, über die mentale Verfassung von Larry Junior, trotz des hohen Alters für einen Receiver noch immer neue Maßstäbe zu setzen. “Ich versuche, im Moment zu bleiben. Im Alter von 19 Jahren habe ich gelernt, dass, wenn ich in die Zukunft schaue und denke, ich habe alles verstanden, ich mich nur in Fallstricken verfange. Ich arbeite stets weiter an mir und bleibe dabei demütig“, erzählt Fitzgerald von seinem “Erfolgsgeheimnis“, auch mit 35 Jahren noch so konstant seine Leistung zu bringen.

Dreadlocks, Devine, Apollo und ein Führerschein

Die Nummer 11 der Cardinals ist Vater von zwei Söhnen. Sohn Devine ist aus einer Beziehung mit Angela Nazario, einer ehemaligen Cheerleaderin der Oakland Raiders. Sie klagte Fitzgerald während der Saison 2008 wegen häuslicher Gewalt an - die Beziehung war nur von kurzer Dauer.

Sein zweiter Sohn Apollo ist aus einer längeren Beziehung mit Melissa Blakesley. Sie wurde bereits als zukünftige Mrs. Fitzgerald gehandelt. Doch auch diese Beziehung stand unter keinem guten Stern und ging letztendlich in die Brüche. Aller Widerstände zum Trotz hat Fitzgerald eine enge Beziehung zu seinen beiden Söhnen.

Als Larry Jr. 20 Jahre alt war, war seine Mutter Carol an einer Gehirnblutung verstorben. Zu dieser Zeit hatte sie sich einer Brustkrebsbehandlung unterzogen. Als Larry und sein Bruder Marcus zu ihr ins Krankenhaus eilten, lag Carol bereits im Koma. Larry versprach seiner Mutter, seine Ausbildung zu beenden, weshalb er 2016 einen Abschluss an der University of Phoenix machte. Ihr zu Ehren lässt sich der Wide Receiver seit 2003 seine Dreadlocks wachsen. Des Weiteren trägt er bis heute den Führerschein seiner verstorbenen Mutter immer bei sich.

Und ein Vorbild ist Fitzgerald auch noch: So engagiert er sich in gemeinnützigen und sozialen Aktivitäten. Zu diesen zählen unter anderem der “Larry Fitzgerald First Down Fund“ und der “Carol Fitzgerald Memorial Fund“. Er war auch drei Jahre zusammen mit der NFL für die Initiative zur Aufklärung von Brustkrebs “A Crucial Catch“ tätig. Im Jahr 2016 wurde Fitzgerald mit dem „Walter Payton Man of the Year Award“ für sein soziales Engagement geehrt.

So bleibt es abzuwarten, wann der Star-Receiver der Arizona Cardinals seine Schuhe an den Nagel hängen und seine aktive Karriere beenden wird. Sein Mega-Vertrag endet nach dieser Saison. Egal, ob es dann soweit sein wird, oder ob er noch einmal verlängert und es einen weiteren Anlauf auf den Football-Olymp geben wird, eines ist dabei sicher: Larry Fitzgerald wird seinen Platz in der Hall of Fame bekommen.



NFL Season Standings 2018

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