Kyle Shanahan hat mit seinen eigenen Geistern zu kämpfen Kyle Shanahan hat mit seinen eigenen Geistern zu kämpfen imago images / ZUMA Press

Road to Super Bowl: Bloß keine Führung verspielen, Mr. Shanahan!

geschrieben/veröffentlicht von/durch  28.01.2020
Kyle Shanahan kann euch wohl so einiges über Geister und Dämonen erzählen. Denn mit diesen hat der Head Coach der San Francisco 49ers seit Jahren zu kämpfen, wenn es um das letzte, das größte Spiel des Jahres geht. Wer den Grund dafür nicht weiß: Shanahan war Offensive Coordinator bei den Falcons in Super Bowl LI gegen die Patriots. War da nicht etwas? Richtig!

Es war das Spiel, in dem die Falcons scheinbar uneinholbar mit 28:3 im dritten Viertel in Führung lagen. In dem die legendäre Aufholjagd der Patriots und eine irre Overtime mit einem der spektakulärsten Catches aller Zeiten folgte. Und an dessen Ende letztlich ein spektakulärer Erfolg für Tom Bradys Team stand – die größte Aufholjagd, die es jemals in einem Super Bowl gegeben hat.

Die Tage danach waren hart“

Ein legendärer Abend für das eine Team, eine herzzerreißende Niederlage für das andere. Wie erholt man sich von einem solchen Schlag? „Die Tage nach diesem Spiel waren wirklich hart“, gab Shanahan nun wenige Tage vor Super Bowl LIV in Miami Einblick in sein damaliges Seelenleben. Der heute 40-Jährige musste viel Kritik für seine aggressiven Playcalls einstecken. Hätte Shanahan den Ball einfach gelaufen und so mehr Zeit von der Uhr genommen, so der Tenor, hätte Atlanta dieses Spiel niemals mehr verloren.

Shanahan hat diese Kritik großteils an sich abprallen lassen und noch am selben Abend den Blick nach vorne gerichtet. Sicherlich hat ihm da auch der Wechsel in die Bay Area geholfen. Eine neue Aufgabe, neue Herausforderungen als Head Coach der 49ers – genug Arbeit, um die Geister und Dämonen dieses Spiels schnell hinter sich zu lassen.

Ein Fluch muss brechen

Doch natürlich hat Shanahan auch kaum eine Niederlage so sehr geprägt wie diese. Wenn sein Team am Sonntag mit 21 Punkten im letzten Viertel vorne liegen würde - Shanahan könnte sich nicht entspannt zurücklehnen, er würde weiter auf dem Gaspedal bleiben, bis die Uhr nur noch Nullen anzeigt. Und selbst dann wird er sich vielleicht erst bei den Referees versichern, ob das Spiel wirklich aus ist. Eine Erkenntnis wird Kyle Shanahan nie wieder vergessen: Ein Spiel ist erst dann vorbei, wenn es vorbei ist. „Ich weiß, dass 25 Punkte Vorsprung im letzten Viertel nicht ausreichen“, so Shanahan.

Am Sonntag trifft Shanahan in Andy Reid auf einen Gegenspieler, der selbst mit seinen eigenen Super-Bowl-Geistern zu kämpfen hat. Das Duell der beiden vermutlich größten offensiven Genies unserer Zeit: es ist auch das Duell zweier Männer, die ein weiteres dunkles Kapitel in ihrer Super-Bowl-Geschichte vermeiden wollen. Eines ist aber ebenfalls klar: ob Reid oder Shanahan - einer der beiden Coaches wird sich am Sonntag um knapp 5 Uhr deutscher Zeit Super-Bowl-Champion nennen dürfen.

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