Ein Bild, an das sich Andy Reid gewöhnen könnte. Ein Bild, an das sich Andy Reid gewöhnen könnte. imago images / UPI Photo

Road to Super Bowl: Andy Reid gegen den Titel-Fluch

geschrieben/veröffentlicht von/durch  27.01.2020
Es gibt ein Stigma, das Chiefs-Coach Andy Reid in seiner mittlerweile nun fast 28 Jahre alten Karriere als Coach in der NFL verfolgt: Er kann die großen Spiele nicht gewinnen.


Reid ist einer der erfolgreichsten Trainer in der Geschichte der Liga, aber die größte Auszeichnung – ein Super-Bowl-Titel – blieb dem 61-Jährigen bislang verwehrt. Reid bringt es insgesamt auf mehr als 200 Siege in der NFL. Wenn wir die Playoffs berücksichtigen, sind es sogar mehr als 220. Das sind mit Abstand die meisten Siege eines Head Coaches ohne einen Super-Bowl-Ring.

Dabei stand Reid schon einmal nur einen Schritt vor der größten Auszeichnung, auf die ein Coach in der NFL hoffen kann. 2004 war das, Reid stand damals noch in Diensten der Philadelphia Eagles. Wer sich noch erinnert, weiß, dass die Eagles spät in Super Bowl XXXIX gegen die Patriots mit zwei Scores zurücklagen, aber dennoch so lethargisch auftraten, als hätten sie alle Zeit der Welt, um das Spiel noch zu drehen. Letztlich kam Philly zwar noch einmal auf einen Touchdown heran, aber die Uhr lief herunter und Reids Traum war (vorerst) geplatzt.

Fragwürdige Entscheidungen prägen Reids Karriere

Reids Kritiker erinnern sich zudem gerne an unnötige Timeouts und verschenkte Challenges. Der Konsens lautet: Reids In-Game-Management lässt stark zu wünschen übrig, was seinen eigentlich brillanten offensiven Schemes schadet. In Reids Karriere, die 1992 als Assistenzcoach bei den Green Bay Packers begann, lassen sich zahlreiche Beispiele für diese These finden. Reids „Versagen“ in wichtigen Spielen entwickelte sich zu einem Ruf, der sogar den Spielern vorauseilte, als Reid 2012 nach vielen erfolgreichen Jahren ohne den größten Erfolg in Philly bei den Chiefs unterschrieb.

Doch Reid krempelte ein Team, das im Jahr zuvor nur zwei Siege holte, im Laufe der Jahre komplett um und schaffte eine neue offensive Identität. Er zeigte ein Talent dafür, Spielern zweite Chancen zu geben, wenn sie ihnen keiner mehr geben will. Da wäre etwa Travis Kelce, den Reid im 2013er Draft in der dritten Runde nahm, obwohl Kelce im College positiv auf Marihuana getestet wurde. Oder Wideout DeMarcus Robinson, der auf seiner Universität gleich vier Mal suspended wurde. Und natürlich Tyreek Hill, der bei Oklahoma State aufgrund körperlicher Gewalt gegen seine damalige Freundin in den Schlagzeilen stand. Alle drei werden am Sonntagabend ein wichtiger Bestandteil der Offense des Star-Coaches sein.

Dieser Mann verdient einen Super Bowl“

Für Reid, der selbst einen Sohn wegen Drogenmissbrauchs verlor, haben sich diese Chancen nun endlich ausgezahlt, wie es scheint. Nachdem bereits im Vorjahr nur wenige Zentimeter zwischen ihm und dem Super Bowl standen, hat er nun die große Chance, seine herausragende Karriere mit einem Titel zu krönen. ?Ich möchte mehr als alles andere für Coach Reid einen Super Bowl gewinnen?, sagte Offensive Tackle Eric Fisher nach dem Erfolg über die Titans im AFC Championship Game. ?Dieser Mann verdient einen Super Bowl. Wir müssen ihn jetzt nur noch für ihn gewinnen.?

Dein Warenkorb

Gesamtsumme:   0.00 EUR
Zum Warenkorb

TOUCHDOWN24 im Abo

td24 abo 300x300

Werbung

Händler finden

Meistgelesen

Was macht eigentlich... Equanimeous St. Brown

27.02.2020 First Down Markus Schulz

Die deutsche Wide-Receiver-Hoffnung der Green Bay Packers hatte die komplette Saison verpasst, nachd...