Drew Lock ist nicht die Zukunft in Denver. Drew Lock ist nicht die Zukunft in Denver. IMAGO / Icon SMI

Overtime – Die schwächsten Positionsgruppen vor dem Draft

geschrieben/veröffentlicht von/durch  05.04.2021
Die Free Agency liegt langsam hinter uns und auch wenn noch nicht jeder Star eine neue Franchise gefunden hat, richten sich die Augen der NFL-Community bereits auf den Draft. In nicht einmal einem Monat wird Commissioner Roger Goodell die lang erwarteten Worte sprechen: „The Jacksonville Jaguars are on the clock!“ Deswegen will ich in meiner heutigen Kolumne im Rahmen eines Zweiteilers auf die schwächsten Positionsgruppen in der Liga eingehen, nächste Woche folgen dann die besten Gruppen.
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Die folgenden Units haben meiner Meinung nach entweder sehr viel Talent in der Offseason verloren oder waren bereits letztes Jahr schwach und brauchen dringend eine Frischekur im Draft. Ich habe sie in keiner speziellen Reihenfolge gelistet. Aber damit genug Vorgeplänkel und los geht’s:

Edge-Rush, Indianapolis Colts

Die Colts haben zwar noch immer keinen zuverlässigen Left Tackle im Roster, doch der Edge-Rush benötigt noch mehr Hilfe. Bislang hat Indianapolis nur Isaac Rochell verpflichtet, der bei seiner letzten Station bei den Los Angeles Chargers selten überzeugen konnte. Justin Houston, über die vergangenen beiden Saisons noch der verlässlichste Edge-Rusher der Colts, ist dagegen noch immer ohne Vertrag.

Damit haben die Colts mit Ben Banogu, Tyquan Lewis und Kemoko Turay derzeit drei interne Optionen neben Superstar DeForest Buckner. Turay hat in seinen kurzen Einsatzzeiten immer wieder Talent aufblitzen lassen, doch er ist auch verletzungsanfällig. In den meisten Mock-Drafts werden die Colts deswegen mit Kwity Paye oder Gregory Rousseau in Verbindung gebracht. Über Letzteren schreibt unser Draft-Nerd Philipp Forstner in seinem Draft-Sonderheft:

„Rousseau kann verschiedene Positionen in unterschiedlichen Systemen einer NFL Defense einnehmen. Vom Outside Linebacker bis zur 1-technique kann er alles spielen.“

Right Tackle, Las Vegas Raiders

Eine echte Stärke der Raiders im Vorjahr, sieht die Offensive Line vor dem Draft eher wie eine kleine Baustelle aus. Das Team von Head Coach Jon Gruden hat die Pro-Bowler Rodney Hudson (Arizona Cardinals) und Trent Brown (New England Patriots) verloren, Veteran-Guard Gabe Jackson schlägt seine Zelte mittlerweile in Seattle auf.

Zwar konnte Las Vegas Guard Denzelle Good, Guard Richie Incognito und Tackle Kolton Miller halten. Dazu verpflichteten sie Center Nick Martin. Right Tackle ist nach wie vor das größte Fragezeichen, der bisherige Backup Brandon Parker ist keine dauerhafte Lösung. Eine Option an Position 17 könnte Tackle Christian Darrisaw von Virginia Tech sein, der für viele zweitbeste Offensive Tackle im Draft.

Quarterback, Denver Broncos

Drew Lock ist nicht die Antwort auf die Quarterback-Frage in Denver, das sollte spätestens seit letzter Saison klar sein. Er führte die NFL in Interceptions an, obwohl er nur 12 Spiele durchspielte. Denver hat eine starke Defense und ein erstklassiges Receiver-Corps mit Jungstars wie Courtland Sutton, Jerry Jeudy und Tight End Noah Fant. Mit einem Upgrade auf Quarterback wären die Broncos ein Dark Horse, nicht nur auf meinem Zettel.

Das Problem: Denver darf erst an Position 9 auswählen – bis dahin könnten die besten vier oder sogar fünf Quarterbacks bereits weg sein. Die Broncos sind deswegen ein logischer Kandidat für einen Trade-Up, beispielsweise mit den Atlanta Falcons an Position vier. Sollte Denver aber auf einen First-Round-Quarterback verzichten, ist das Team ein realistischer Landing-Spot für Teddy Bridgewater, der die Panthers wohl verlassen wird. Die Carolina Panthers haben für Sam Darnold getradet. Die Chancen steigen damit für mich, dass Denver im Draft einen Quarterback nimmt - Trey Lance, Justin Fields oder Mac Jones sind die aussichtsreichsten Kandidaten, denn der Vertrag von Bridgewater sieht übel aus. 

Safety, Atlanta Falcons

Atlanta hat sowohl Keanu Neal als auch Damontae Kazee in der Free Agency an die Dallas Cowboys und ihren neuen Defensive Coordinator Dan Quinn (ja, der ehemalige Head Coach Atlantas) verloren. Sharrod Neasmen ist nach wie vor ein Free Agent und Starting-Safety Ricardo Allen haben die Falcons aufgrund der angespannten Cap-Situation entlassen. Wer mitgezählt hat, weiß: Das waren die vier besten Safeties Atlantas, die allesamt nicht mehr unter Vertrag stehen.

Der einzige Safety, der letztes Jahr in Atlanta spielte und Stand heute noch da ist, ist Rookie Jaylinn Hawkins, der auf ganze 76 Snaps kam. Er hat derzeit eine Starting-Rolle neben Erik Harris, der aus Las Vegas nach Atlanta kam. Der neue Defensive Coordinator Dean Pees hat also noch einiges an Arbeit vor sich, will er die Secondary des Teams endlich stabilisieren. Atlanta pickt in Runde 1 wohl zu hoch für einen Safety, aber die Cornerbacks Patrick Surtain II und Caleb Farley wären beide gute Alternativen.

Defensive Line, Houston Texans

Die Texans haben Stand heute wohl den schlechtesten Kader in der gesamten Liga, Quarterback Deshaun Watson einmal ausgenommen – das Drama um seine Person ist ja hinlänglich bekannt. Die größte Problemzone ist aber klar die Defensive Line. Houston war bereits im Vorjahr die mit Abstand schlechteste Run-Defense der Liga und hatte einen wesentlichen Anteil daran, dass Derrick Henry die 2.000-Yard-Marke knacken konnte.

Und das war mit Superstar J.J. Watt, der jetzt in Arizona spielt. Sonst hat sich nicht viel Positives getan: Neuzugang Maliek Collins ist eine Depth-Verpflichtung, einzig der letztjährige Zweitrundenpick Ross Blacklock könnte eine Entwicklung nehmen. Und die Kirsche auf der Torte: General Manager Nick Caserio hat noch nicht mal einen Erst- oder Zweitrundenpick, um die klaffende Lücke im Draft anzugehen. Das ist nur für eine Gruppe an Leuten eine gute Nachricht: Fantasy-Manager, die nächstes Jahr jeden Runningback gegen diese D-Line starten sollten.

Honorable Mentions: Chargers Left Tackle, Bengals Interior Offensive Line, Jets Cornerbacks

Was ist eure Meinung? Habe ich eine Gruppe unterbewertet oder fallen euch noch andere Units ein, die einen Spot auf der Liste verdient hätten? Schreibt mir gerne eure Meinung auf unseren sozialen Kanälen – nächste Woche geht es dann um die besten Positionsgruppen.

Daniel Wolf

Daniel Wolf hat Sportjournalismus an der Hochschule Ansbach studiert und dort seine Leidenschaft für das „richtige“ Football entdeckt. Ist seit Andrew Lucks Mega-Playoff-Comeback gegen die Kansas City Chiefs lautstarker Supporter der Indianapolis Colts. Schreibt seit 2018 für TOUCHDOWN24, hauptsächlich im Bereich NFL. Stolzer Vize-Meister der TOUCHDOWN24-Fantasy-Liga.

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