Dank seiner Schnelligkeit taucht Ravens-Rookie Patrick Queen regelmäßig im Backfield auf. Dank seiner Schnelligkeit taucht Ravens-Rookie Patrick Queen regelmäßig im Backfield auf. Imago Images / Icon Sportswire / Mark Goldman

Baltimore Ravens: Patrick Queen ist der neue Linebacker-König

geschrieben/veröffentlicht von/durch  25.09.2020
In Baltimore bedeutet es ein wenig mehr als anderswo, als Middle Linebacker in der Startformation zu stehen. Schließlich wandert man in den Fußstapfen des großen Ray Lewis, dem vielleicht besten Spieler, den die NFL auf dieser Position je gesehen hat. Ravens-Rookie Patrick Queen ist sich diesem Erbe nicht nur bewusst, er scheint es auch als Motivation für seine ersten Schritte in der National Football League zu nutzen.

Dabei könnte es wohl jeder gut verstehen, wenn der gerade mal 21 Jahre alte Verteidiger in Ehrfurcht erstarrt ob der großen Aufgabe. Schließlich war es nicht nur Ray Lewis, der Baltimores Verteidigung über Jahre hinweg prägte. Auch andere große Namen wie C.J. Mosley oder Bart Scott machten hier auf sich aufmerksam. Insgesamt schafften es Inside Linebacker der Ravens in 24 Jahren ganze 18 mal in den Pro Bowl.

Nun liegt es am blutjungen 28. Pick des NFL Draft 2020 Baltimores Defense-Tradition fortzusetzen. Da spürt man doch bestimmt eine Menge Druck, oder Patrick? "Alle Augen sind auf mich gerichtet", weiß der Ex-LSU-Tiger, der beim National Championship Game im Januar zum defensiven MVP gewählt wurde. "Also muss ich immer voll da sein, den Anführer geben und mich stets vorbildlich verhalten."

Zwei Spiele in der NFL, zwei Top-Leistungen

In den ersten beiden Saisonspielen gelang das Queen auf beeindruckende Weise. Zum 38:6-Auftakterfolg der Ravens gegen die Cleveland Browns steuerte er acht Tackles, einen Sack und einen Forced Fumble bei, beim 33:16-Auswärtserfolg in Houston waren es sogar neun Tackles, sieben davon ging allein auf seine Kappe. Für einen Rookie in der NFL bärenstarke Leistungen, da waren sich fast alle einig.

"Ich wollte eigentlich noch besser spielen", sagt Queen selbstkritisch. Ein paar Run Fits hätten nicht gepasst und einmal ließ er sich zu leicht durch einen Stiff Arm abschütteln. Er müsse noch viel lernen, sagt er. Kein Wunder, schließlich startete er auch am College nur eine knappe Saison, bevor er zu den Profis wechselte. Für seine erfahrenen Teamkollegen steht allerdings außer Frage, dass er bald die nötige Erfahrung sammeln wird.

"Ihm steht eine große NFL-Karriere bevor"

"Er wird ein besonderer Spieler werden", lobt der 34-Jährige Defensive End Calais Campbell. "Klar ist er jung und wird seine Fehler machen, doch jeder kann sehen, dass er eine große NFL-Karriere vor sich hat. Wir können uns schon jetzt voll auf ihn verlassen und er wird diesem Team viel geben können."

Dies gilt vor allem, weil Queen den Prototyp des modernen Linebackers darstellt. Beim NFL Combine lief er die 40 Yards in 4,50 Sekunden, ein überragender Wert für seine Position. Diese Zahl ist allerdings nur eine Seite der Medaille. Entscheidend ist vielmehr, dass Queen auch schnelle Richtungswechsel und explosive Antritte überhaupt keine Probleme bereiten. Im Gegenteil.

Der Prototyp des modernen Linebackers

Diese Beweglichkeit ermöglicht es Queen, viel Raum in Coverage abzudecken und schnell aufkommende Löcher zu stopfen. Er selbst nennt es mit einem Lächeln den „PQ Special Speed“, wegen dem ihn seine Coaches zu keiner Zeit vom Feld nehmen müssen. Dazu besitzt er eine "Alpha-Mentalität", er will anführen, spielt aggressiv und ist extrem wissbegierig. Schon im Training Camp ließ ihn John Harbaugh daher mit dem Play Calling experimentieren.

Bis er wirklich in einem Atemzug mit Ray Lewis genannt werden kann, ist es natürlich noch ein unendlich langer Weg. Das weiß Patrick Queen selbst am besten. "Ich habe den größten Respekt vor ihm", so der Rookie in seiner letzten Pressekonferenz. "Es bedeutet mir viel, dass ich überhaupt in seine Fußstapfen treten darf und werde mein Bestes tun, sein Erbe zu ehren."

Auf seinem T-Shirt trug er in diesem Moment eine Karikatur seines großen Vorbildes. So ist es nun mal in Baltimore, die Position des Linebackers bedeutet hier halt ein klein wenig mehr...

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