Daniel Jones und Saquon Barkley können sich auf einen dominanten Lead Blocker in Andrew Thomas freuen. Daniel Jones und Saquon Barkley können sich auf einen dominanten Lead Blocker in Andrew Thomas freuen. Imago Images / Rich Graessle / Icon Sportswire

New York Giants: "Jugend forscht" in den Meadowlands

geschrieben/veröffentlicht von/durch  28.07.2020
Ein hoffnungsvoller Quarterback? Check. Ein Monster als Running Back? Check. Ein potenzieller Franchise-Left-Tackle? Check. Mit Daniel Jones, Saquon Barkley und dem diesjährigen Top-Pick Andrew Thomas haben die New York Giants ihrer Offensive ein mehr als aufregendes Fundament gegeben. Die Zukunft scheint auf den ersten Blick rosig, doch wie sattelfest stehen die jungen Eckpfeiler der GMen eigentlich?

Ein Rebuild kann in der NFL schnell zu einer langwierigen Tortur werden, wie die Giants um die Ecke bei den New York Jets wunderbar sehen können. Ein oder zwei verschwendete Draft Picks, hier und da ein unglücklicher Free Agent Deal und schwupps, schon steckt man auf Jahre im Ligakeller fest.

Diesem Schicksal stellten die Giants und ihr oft kritisierter General Manager Dave Gettleman in den vergangenen Jahren drei Top Ten Picks entgegen, welche sich die GMen mit ein paar unterirdischen Saisons redlich verdient hatten. Dafür steht jetzt ein junges, offensives Gerüst, um das man in Zukunft die gesamte Mannschaft aufbauen könnte.

Draft Pick Andrew Thomas füllt Premium-Position für die New York Giants

Daniel Jones (2019 24 Touchdowns) und Saquon Barkley (3469 Scrimmage Yards in zwei Jahren) haben sich schon einige Sporen in der NFL verdient und deuteten ihr vielversprechendes Potenzial mehrfach an. Die Stärken der beiden 23-Jährigen ergänzen sich hervorragend und gerade Barkley gilt nach zwei Spielzeiten in der Liga schon als ein Nonplusultra auf seiner Position.

Nur mit Skill Positions lässt sich aber in der NFL bekanntlich kein Blumentopf gewinnen, geschweige denn ein Super Bowl. Daher ist gerade Tackle Andrew Thomas, vierter Pick des diesjährigen Drafts, so essenziell für die zukünftigen Offensivfantasien der Giants. Als potenzieller Franchise-Left-Tackle bringt er das Rüstzeug mit, welches auch Jones und Barkley auf Jahre weiterhelfen kann.

Für die Georgia Bulldogs spielte Thomas drei überragende Jahre in einer der wenigen echten Pro Style Offenses am College und behauptete sich dabei gegen starke Konkurrenz in der Southeastern Conference. "Natürlich ist es nicht die NFL, aber als beste Conference in Amerika war es mit Sicherheit ein gutes Sprungbrett", sagt der 21-Jährige mit dem Tackle-Gardemaß von 1,96 Meter und 143 Kilogramm Kampfgewicht, der Tyron Smith als eines seiner Vorbilder angibt.

Jason Garrett dürfte mit den "jungen Wilden" seinen Spaß haben

Die Telefonnummer vom siebenfachen Pro Bowler der Dallas Cowboys könnte ihm sein neuer Offensive Coordinator Jason Garrett geben. Der langjährige Trainer des Divisions-Rivalen hat sein bewährtes System mit nach NYC gebracht, welches Prinzipien der Air Coryell Offense mit einem dominanten Laufspiel paart. Auch wenn es hier nach der eingeschränkten Vorbereitung eine Eingewöhnungsphase brauchen wird, dürfte gerade Saquon Barkley bald ganz neue Akzente setzen.

Damit würde das Leben auch für Daniel Jones einfacher werden, dessen Kopf in der virtuellen Offseason teilweise zehn Stunden am Tag im neuen Playbook steckte. Eventuell stolperte er da auch über ein Kapitel zu Ballsicherheit. "Das steht diesen Sommer für mich auf jeden Fall an erster Stelle, hier muss ich besser werden", so Jones, der in seiner Rookie-Saison neben zwölf Interceptions auch elf seiner 18 Fumbles verlor.

Neben den drei Headlinern komplettiert Wide Receiver Darius Slayton (23) das "young core" der Giants. Als Rookie schaffte er 2019 starke 740 Receiving Yards sowie acht Touchdowns und wurde damit zur beliebtesten tiefen Pass Option für Daniel Jones. Die Giants hoffen, dass die Kombination sich noch viele Jahre aufeinander verlassen kann.

Saquon Barkleys Vertrag könnte zu schwieriger Entscheidung werden

Inwieweit das für alle Youngster der Giants möglich sein wird, bleibt abzuwarten. Irgendwann werden nach den moderaten Rookie-Deals neue Verträge ins Haus stehen und mit dem NFL Salary Cap im Hinterkopf müssen eventuell einige schwierige Entscheidungen getroffen werden. Die schwierigste wird wohl irgendwann sein, ob man einem Running Back, selbst einem überragenden wie Saquon Barkley, einen gigantischen zweiten Vertrag geben möchte?

Bevor Giants-Fans allerdings weltweit Schnappatmung bekommen, solche Gedankenspiele sind im Moment noch reine Zukunftsmusik. Jetzt heißt es in den Meadowlands erst mal zurücklehnen und sich an den jungen Spielern erfreuen. Ein Rebuild in der NFL kann nämlich auch seine schönen Seiten haben…

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