NFL-Superstar Deshaun Watson von den Houston Texans hat in dieser Saison nur selten eine "clean Pocket". NFL-Superstar Deshaun Watson von den Houston Texans hat in dieser Saison nur selten eine "clean Pocket". Imago Images / ZUMA Wire / Jason Pohuski

Houston Texans: Deshaun Watson, wir haben ein Problem!

geschrieben/veröffentlicht von/durch  02.10.2020
Die Houston Texans hatten wohl das schwerste Auftaktprogramm der NFL, trotzdem sorgt ihr siegloser Start im Lone Star State für reichlich Tristesse. Mit Deshaun Watson haben sie schließlich einen der hoffnungsvollsten und vor allem auch teuersten Quarterbacks der Liga in ihren Reihen. Aber selbst der Superstar kann derzeit die zahlreichen Löcher der Texans nicht stopfen.

"Houston, we‘ve had a problem here" - so lautete 1970 der Satz vom Astronauten John Swigart während der Apollo 13 Mission der NASA, der später zu einem berühmten Catchphrase verkürzt wurde. Ganz so unvorhergesehen wie die damalige Explosion am Raumschiff der Astronauten sind die derzeitigen Probleme der Houston Texans zwar nicht, doch es besteht ebenfalls dringender Handlungsbedarf.

Die Tatsache, dass die Texaner nach drei Spieltagen immer noch ohne Sieg dastehen, sorgt hierbei gar nicht für das größte Unbehagen. Das kann gegen Schwergewichte aus Kansas City, Baltimore und Pittsburgh schließlich mal passieren. Vielmehr ist es die Art und Weise, in der sich die Texans trotz Top-Quarterback Deshaun Watson zu Beginn der NFL Saison präsentieren.

Die Texans haben eine der schwächsten Offenses der NFL

Das Team von Bill O‘Brien gehört derzeit zu den schlechtesten Offensivmannschaften der gesamten Liga (19 Punkte pro Partie, NFL Rang 28), vor allem das Laufspiel um Neuzugang David Johnson stottert mit gerade einmal 66 Yards pro Partie. Dafür gleicht hingegen die eigene Rush Defense eher einem leeren Ölfass, das ein paar Halbstarke am Wochenende für Schießübungen benutzt haben.

Abgänge wie die von Star-Receiver DeAndre Hopkins oder Run Stuffer D.J. Reader konnten bisher in keinster Weise kompensiert werden und auch die Offensive Line hat große Probleme (Watson kassierte bereits die zweitmeisten Sacks der NFL). Was im Moment bleibt, sind Durchhalteparolen. "Wir haben keine andere Wahl, als an uns zu arbeiten", resümiert Defensive End J.J. Watt. "Wer das nicht macht, der hat den falschen Beruf gewählt."

Deshaun Watson mit wenig Zeit und wenig Hilfe

Sein Quarterback stimmt ihm da zweifellos zu und nimmt sich selbst in die Verantwortung. "Unsere Bilanz ist bitter aber wir haben noch eine Menge Spiele vor uns", so Deshaun Watson, den seine Vertragsverlängerung Anfang September (vier Jahre und 177 Millionen Dollar) zum zweitteuersten Spieler der NFL hinter Patrick Mahomes machte. "Vor allem brauchen wir mehr Konstanz und das fängt mit mir an."

Watson fehlt es nach der schwachen Offseason seines Teams merklich an offensivem Talent und Firepower um sich herum, zudem sah er sich bisher drei Top Ten Passverteidigungen der letztjährigen NFL Saison gegenüber. Der zweifache Pro Bowler hat allerdings höhere Ansprüche und unter den Namen, mit denen er in einem Atemzug genannt werden will, zählen Ausreden in der Regel wenig.

Brauchen die Texans einen radikalen Neuanfang?

Seine selbstkritischen Worte sind daher genau das, was die Texans von ihrem Anführer brauchen. Ob das derzeitige Konzept sowie der von Bill O‘Brien zusammengestellte Kader allerdings wirklich zukunftsträchtig sind, zweifeln einige Fans mittlerweile an. Es sei zwar noch keine Zeit für Panik, sagt Deshaun Watson, doch er sah zuletzt in der Pressekonferenz schon reichlich geknirscht aus, als er diese Worte sprach.

Dabei wissen die Texans selbst, wie man es nach einem 0-3 Start noch in die Playoffs schaffen kann, was nach vier NFL-Postseason-Teilnahmen in den letzten fünf Jahren ganz klar der Anspruch in Houston sein muss. Ihnen selbst gelang es schließlich noch 2018, was allerdings nicht bedeutet, dass sie bei ihren derzeitigen Probleme dieses kleine sportliche Wunder erneut vollbringen können.

Die Astronauten der Apollo 13 Mission mussten ihre Mondmission schließlich damals auch abbrechen, nur so zur Erinnerung...

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