Die Rückkehr von Alex Smith zum Washington Football Team und in die NFL war Gänsehaut pur. Die Rückkehr von Alex Smith zum Washington Football Team und in die NFL war Gänsehaut pur. Imago Images / UPI Photo / Kevin Dietsch

Cover Them All: Week 5 in der NFL

geschrieben/veröffentlicht von/durch  12.10.2020
Cover 1, Cover 2… no, just cover them all! Hier auf TOUCHDOWN24 decken wir für euch jedes NFL-Spiel vom Sonntag ab und liefern die gesamte Football-Saison über am Montagmorgen eine Zusammenfassung des aktuellen Spieltages. Damit die Woche auch richtig starten kann!

Kansas City Chiefs 32 Las Vegas Raiders 40

Wenn der "Pride of Lake Orion" und Ex-Cowboys-Legende Jeff Heath einen Pass von All-World-QB Patrick Mahomes abfängt, dann muss man als Kansas City Chiefs Fan wissen, dass irgendwas nicht so wirklich rund läuft. Aber so ist es mit Division Games in der NFL, da wachsen vermeintlich schwächere Gegner auch mal über sich hinaus. Die Las Vegas Raiders erkämpfen sich einen monumentalen Comeback-Road-Win und überzeugen quasi auf ganzer Linie. Eine starke D-Line und die eifrige Secondary ergänzen sich bestens und in der Offensive erfreut sich ein starker Derek Carr (347 Yards, drei Touchdowns) an einem effektiven Laufspiel und Rookie-Rakete Henry Ruggs III (zwei Receptions, 118 Yards, ein Score).

Atlanta Falcons 16 Carolina Panthers 23

In der Gate City Atlanta glühen die Telefonverbindungen. Falcons-Coach Dan Quinn und GM Thomas Dimitroff werden vor die Tür gesetzt und in diesem Zuge dürften ihre nun ehemaligen Spieler schon mal ihre Urlaubsplanungen für Januar in Angriff nehmen. Das Meisterschaftsfenster für Matt Ryan scheint endgültig dicht. Die grundsoliden Panthers interessiert das herzlich wenig. Die Offensive Line hält Teddy Bridgewaters Trikot sauber und lässt ihn 313 Yards sowie zwei Touchdowns erschmeißen. Die Kombination Robby Anderson (112 Yards) plus D.J. Moore (93 Yards) entwickelt sich heimlich zu einem der stärkeren Receiver-Duos der gesamten NFL und auch CMC-Ersatz Mike Davis überzeugt mit 149 Scrimmage Yards.

New York Jets 10 Arizona Cardinals 30

Nach zwei bitteren Niederlagen in Folge bekommen die Arizona Cardinals den personifizierten Energy-Drink für jede Siegesbilanz in Form der New York Jets. Ein solide aufgelegter Kyler Murray ist dabei der Strohhalm, der die ganze Geschichte mithilfe reichlich Zeit in der Pocket umrührt und stößt besonders gerne mit DeAndre Hopkins an. Bei den Jets sind fast alle jungen vielversprechenden Spieler auf der Verletztenliste und ein Team angeführt von den zusammen 72-jährigen Joe Flacco und Frank Gore reißt wenig überraschend niemanden vom Hocker. Einer der wenigen Lichtblicke ist Jamison Crowder mit 116 Receiving Yards und einem Touchdown.

Pittsburgh Steelers 38 Philadelphia Eagles 29

O Canada, we stand on guard for thee… der kanadische Receiver-Riese Chase Claypool steht zur Freude der Pittsburgh Steelers auch für sie wachsam da und entscheidet mit vier Touchdowns den "Battle for Pennsylvania". Corner Steven Nelson schnappt sich dazu zwei Interceptions für Mike Tomlins Mannen, die zeitweise allerdings etwas unkonzentriert agieren. Aber gut, bei dem Überangebot an gefährlichen NFL-Offensivwaffen kann man schon mal übermütig werden. Bei Philly rocken der aus Pittsburgh stammende Miles Sanders (zwei Rush Touchdowns) und "Kai aus der Kiste" Travis Fulgham (10 Receptions, 152 Yards, ein Score). Letzterer war am College-Football-Powerhäuschen Old Dominion gerade mal Walk On, zur Zeit ist der beste Eagle weit und breit.

Washington Football Team 10 Los Angeles Rams 30

Ja, die Rams haben das Spiel gewonnen und sie unterstreichen damit ihren bisher wirklich positiven Saisonverlauf. Und ja, Aaron Donald und Troy Reeder schafften zusammen ganze sieben Sacks. Alles wirklich nett, doch die wahre Geschichte in dieser Partie trägt nur einen Namen: Alex Smith. Der Quarterback-Veteran der Ex-Skins spielt erstmals seit seinem lebensgefährlichen Schien- und Wadenbeinbruch 2018 und anschließenden 17 (!) Operationen wieder in der NFL. Nach 693 Tagen gibt er damit seinem langen Kampf um die Karriere ein zwischenzeitliches Happy End. Um es mit den Worten von Metallica zu sagen: Nothing else matters!

Baltimore Ravens 27 Cincinnati Bengals 3

Eine poröse Offensive Line gegen eine starke Verteidigung ist für einen Quarterback in der NFL nicht die beste Kombination, das musste Top-Pick Joe Burrow in diesem Spiel schmerzlich feststellen. Sieben Mal ließen ihn die Ravens Bekanntschaft mit dem Rasen machen und eine Interception schnappten sie sich frecherweise ebenfalls. Auf der anderen Seite hat es MVP Lamar Jackson wesentlich einfacher, doch 19 von 37 Pässen für nur 180 Yards verleiten nun auch niemanden zu Luftsprüngen. Das kreative Laufspiel (6,7 Yards pro Rush) und Rookie-Linebacker Patrick Queen (Defensiv-Touchdown, ein Sack, zwei Fumble Recoveries, neun Tackles) sind dafür erste Sahne.

Houston Texans 30 Jacksonville Jaguars 14

Nachdem Ex-Coach Bill O‘Brien der NFL-Version von "Meuterei auf der Bounty" zum Opfer fiel, übernahm Urgestein Romeo Crennel auf Interimsbasis und führt die Houston Texans zum ersten Saisonsieg. Alle Texaner atmen tief durch, vor allem Deshaun Watson, dessen zwei Interceptions gegen ersatzgeschwächte Jaguars nicht ins Gewicht fallen. Running Back David Johnson überzeugt endlich mal wieder mit 5,7 Yards pro Rush und Brandin Cooks explodiert für 161 Yards in der Luft. Auch die Defense macht ihren Job und verordnet der "Minshew Mania" und ihren Jungs eine nüchterne Sperrstunde.

San Francisco 49ers 17 Miami Dolphins 43

Jimmy Garoppolo kehrt für die zu Hause sieglosen Niners zwar in die Lineup zurück, doch es setzt eine fürchterliche Bauchlandung für den Quarterback und die letztjährigen Super Bowl Teilnehmer aus der Bay Area. Irgendwann fordern viele Verletzungen in der NFL eben auch ihren mentalen Tribut. Und wenn man dann auch noch gegen Ryan Fitzpatrick an einem seiner magischen Tage aufläuft, dann wird es ganz schwierig. Der Bart aller Bärte bringt 22 von 28 Pässen an den Mann für 350 Yards und drei Touchdowns. Unterstützung enthält er von einer opportunistischen Defense (fünf Sacks, drei Takeaways), einem unterschätzten Receiving Corps um Preston Williams und DeVante Parker sowie von einem an diesem Tag perfekten Kicker Jason Sanders (19 Punkte).

Cleveland Browns 32 Indianapolis Colts 23

Einigen aus dem "Dawg Pound" muss man den Begriff eventuell erklären, aber in Cleveland kommt nach dem vierten Sieg in Folge langsam richtige Euphorie auf. In der ersten Hälfte zerlegen sie eine desorientierte Colts-Pass-Defense, welche ihr NFL-Top-Ranking nur gelegentlich rechtfertigen konnte. Baker Mayfield hat seine Momente, bei drei Ballverlusten und etlichen ungenauen Pässen muss man sich allerdings doch wundern, wie viel Anteil am Teamerfolg er tatsächlich ausmachen kann. Für Philip Rivers reichte es in dieser Partie auf jeden Fall, denn der Altmeister sah zeitweise ziemlich eingerostet aus. Dafür gaben ein 101-Yard-Kick-Return (ja, die gibt es noch) von Rookie Isaiah Rodgers und die Linebacker-Kollegen des verletzten Darius Leonard, Bobby Okereke und Anthony Walker, erstklassige Vorstellungen.

Dallas Cowboys 37 New York Giants 34

"America‘s Team" holt sich zwar seinen zweiten Sieg und trägt seinen Teil zur Krise ihrer großen Rivalen aus New York bei, doch es ist ein teuer bezahlter Erfolg. Quarterback Dak Prescott, nach einem erfolgreichen Touchdown-Catch eines Wurfs von Receiver Cedrick Wilson, zieht sich im dritten Viertel eine absolute Horrorverletzung zu, ist bereits am Knöchel erfolgreich operiert und muss damit die Zügel für die Saison an Andy Dalton übergeben. Gute Besserung an dieser Stelle! Die "Red Rifle" bringt zumindest diesmal gegen die G Men seine Rinder ins Trockene, auch dank Top-Rookie CeeDee Lamb (124 Receiving Yards), Michael Gallup und Kicker Greg Zuerlein. Nach nur 18 Punkten in den letzten beiden Spielen explodieren die Giants förmlich in der Offensive, doch am Ende reicht es trotz gefährlichem Darius Slayton (acht Receptions, 129 Yards) nicht. Rookie-Tackle Andrew Thomas und seine Offensive Line Kollegen leisten sich einige Fehler, die sich direkt auf der Anzeigetafel widerspiegelten.

NFL Sunday Night Game

Seattle Seahawks 27 Minnesota Vikings 26

Russell Wilson schreibt ein weiteres Kapitel in seinem potenziellen Bestseller "How to become the MVP of the NFL" und dreht das Spiel durch eine späten 94-Yard-Drive, inklusive Touchdown-Pass zu DK Metcalf 15 Sekunden vor dem Ende. Vorher ist es lange Stückwerk gegen rabiate Wikinger (vier Sacks), doch auch die Seahawks-Verteidiger verdienen sich mal wieder ihren Buffet-Gutschein. K.J. Wright ist mit zwei Takeaways überall, dazu steuern Cody Barton und Bobby Wagner zusammen satte 28 Tackles bei. Am Ende läuft aber natürlich alles bei Wilson zusammen… was vielleicht irgendwann in der Zukunft ein Problem werden könnte. Minnesota steht am Ende mit leeren Händen da, doch ihre Leistung sollte auf dem Nachhauseweg Mut machen. Vor allem, weil nächste Woche die Atlanta Falcons zu Besuch kommen.

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