Am vierten Spieltag der NFL fuhren Lamar Jackson und seine Baltimore Ravens einen relativ ungefährdeten Sieg ein. Am vierten Spieltag der NFL fuhren Lamar Jackson und seine Baltimore Ravens einen relativ ungefährdeten Sieg ein. Imago Images / ZUMA Wire / Tom Rothenberg

Cover Them All: Week 4 in der NFL

geschrieben/veröffentlicht von/durch  05.10.2020
Cover 1, Cover 2… no, just cover them all! Hier auf Touchdown24 decken wir für euch jedes NFL-Spiel vom Sonntag ab und liefern die gesamte Football-Saison über am Montagmorgen eine Zusammenfassung des aktuellen Spieltages. Damit die Woche auch richtig starten kann!

Miami Dolphins 23 Seattle Seahawks 31

Ein Cross Country Flight in der NFL ist nie einfach… diese alte Weisheit lässt die Seahawks bei den Dolphins relativ kalt und sie behalten ihre bisher perfekte Bilanz. Lange ist es gegen aufopferungsvoll aber unglücklich kämpfende Meeressäuger mühsam, doch Russell Wilson will halt MVP werden und da helfen 360 Yards in der Luft mit Sicherheit. Linebacker K.J. Wright darf sich nicht wundern, wenn er nach einigen Knochen verrückenden Hits nächste Woche ein paar Klagen wegen Körperverletzung im Briefkasten findet. Der Equipment Manager der Dolphins wird bei dem ein oder anderen Helm jedenfalls eine Schraube nachziehen müssen.

Jacksonville Jaguars 25 Cincinnati Bengals 33

Oh Joe, das wird teuer! Joe Burrow gebühren herzliche Glückwünsche zum ersten Sieg in der NFL, ein Umstand, für den er seinen Teamkollegen sicherlich das ein oder andere Kaltgetränk von seinem Top-Pick-Hungerlohn spendieren darf. Vielleicht übernimmt Joe Mixon ja auch eine Runde, er hat sein erstes Top-Spiel nach seiner Vertragsverlängerung (25 Carries, 151 Yards, 2 Touchdowns). Dazu unterstreicht das Receiver-Duo Tyler Boyd und Tee Higgins, dass sie eventuell auf lange Zeit von Herrn Burrow Pässe fangen werden. Den Jaguars geht nach starkem Saisonstart zuletzt ein wenig die Puste aus.

Dallas Cowboys 38 Cleveland Browns 49

Wer zu einem NFL-Shootout kommt, der braucht da nicht mit einem Messer auftauchen… und Turnovers sollte er sich besser auch nicht erlauben. Ezekiel Elliott und Dak Prescott machen es trotzdem und werfen langsam die Frage auf, ob sie ihrer Rolle als Anführer in Dallas wirklich gerecht werden können. Ein noch größeres Problem ist derzeit aber zweifelsohne die Verteidigung, die eben jene Bezeichnung nicht wirklich verdient. Die der Browns ist nur marginal besser, aber ein solider Baker Mayfield (no Turnovers), das wieder mal monströse Running Game (40 Carries, 307 Yards) und ein stark aufgelegter Odell Beckham Jr. (154 All Purpose Yards, 3 Touchdowns) lassen den Scoreboard Operator schwitzen.

Detroit Lions 29 New Orleans Saints 35

Bevor die Kritiker von Drew Brees ihrem Unmut ob einer frühen Interception des Saints-Quarterbacks Luft machen konnten, erinnert der 41-Jährige daran, dass die meisten Passing Yards in der NFL-Geschichte nicht bloß zufällig zustande kamen. Vor allem Emmanuel Sanders (93 Yards) und Tre‘Quan Smith (zwei Touchdowns) greifen ihrem Anführer dabei unter die Arme. Ganz aus dem Schneider ist der Superstar natürlich nicht, Gegner waren schließlich nur die zahmen Lions. Deren normalerweise bissige Offense wirkte gegen eine opportunistische NOLA-Defense lange relativ zahnlos. Den obligatorischen Vorsprung hatten sie natürlich trotzdem wieder, welchen Matt Patricias Team wie üblich schnell herschenkte.

Tampa Bay Buccaneers 38 Los Angeles Chargers 31

Chargers-Rookie Justin Herbert schien von seinem Gegenüber Tom Brady am Anfang durchaus inspiriert und liefert erneut ein starkes Spiel ab. Aber „Tom Terrific“ zeigte dem Jungspund dann doch nochmal, wie man einen Ball in der NFL so richtig aufpumpt. Brady explodiert nach einem frühen Pick Six und wirft am Ende fünf Touchdowns sowie 369 Yards. 122 davon fängt Star-Receiver Mike Evans und auch Ronald Jones marschiert auf dem Boden mit 111 Yards. Sogar Rob Gronkowski durfte mal einen Pass fangen – kommt in diesen Tagen ja nicht so oft vor. Den Catch Of The Day hat aber ohne Zweifel Keenan Allen mit seinem spektakulären Sideline Grab.

Washington Football Team 17 Baltimore Ravens 31

Zum "Auswärtsspiel" im Nation‘s Capitol hätten die Baltimore Ravens eigentlich per Fahrrad anreisen können. Den zusätzlichen Workout konnten sie eigentlich auch gut gebrauchen, denn das WFT forderte Lamar Jackson und seine Crew nicht wirklich. Dabei bleibt Baltimores Pass-Offensive immer noch eine "Work in progress". Bei den Ex-Skins zeigten Dwyane Haskins (314 Pass Yards), Running Back Antonio Gibson (128 All-Purpose Yards), Speedster Terry McLaurin (10 Catches, 118 Yards) und Kendall Fuller (2 Interceptions) starke Leistungen. Und das Tribute auf der Tribüne für Coach Ron Rivera war ebenfalls Klasse.

Carolina Panthers 31 Arizona Cardinals 21

Wenn die Arizona Cardinals in den letzten Wochen die Gatorade-Pulle schütteln, dann ist nicht mehr wirklich viel Kool Aid übrig. Sie kommen bei ersatzgeschwächten Panthern unter die Räder und müssen sich langsam fragen, ob ihr früher Hype in NFL-Kreisen ihnen etwas zum Köpfchen gestiegen ist. Teddy Bridgewater führt auf der anderen Seite den vielseitigen Angriff vom jungen Offensive Coordinator Joe Brady mit viel Kalkül, der nötigen Ruhe und mit ein paar guten Dance Moves. Deep Threat Robby Anderson überzeugt mit 99 Yards und auch die junge Panthers-D um Rookie-Safety Jeremy Chinn bekommt so langsam ihre Krallen unter die Füße.

Houston Texans 23 Minnesota Vikings 31

Was vor der Partie zweier siegloser Teams von manchen NFL-Experten als ein klassisches "Not gegen Elend" antizipiert wurde, entwickelte sich zu einem richtigen Krimi. Die Texans haben 4th and Goal an der Fünf Yard Linie mit etwas über einer Minute. Deshaun Watson findet Will Fuller, Touchdown! Fehlt nur noch die Two Point Conversion… doch dann sagt der Replay Judge "Nope". Der Ball berührte den Boden, ebenso die Kinnladen der Texans. Für Bill O‘Brien könnte es bald ungemütlich werden. Bei den Vikes liefern mit Dalvin Cook, Justin Jefferson und Adam Thielen gleich drei Skill Position Player über 100 Yards. Da zieht man doch mal den Helm!

Los Angeles Rams 17 New York Giants 9

Schön war es nicht, aber die Rams dürften trotzdem durchatmen, dass sie gegen hart kämpfende aber letztendlich mittellose New York Football Giants einen knappen Arbeitssieg einfahren können. Am Ende marschieren die unliebsamen Gäste sogar nochmal in die Red Zone, doch Daniel "Walking Turnover" Jones wirft den Ball zu Rams-Corner Darious Williams. Bittere Pille für Big Blue, deren Defense um Dalvin Tomlinson mehr verdient gehabt hätte. Jared Goff agiert mit 200 Yards bei 32 Versuchen durchschnittlich, am Ende macht seine 55-Yard-Bombe zu Cooper Kupp aber den Unterschied. Auch die Rams-Defense spielt stark mit fünf Quarterback-Sacks.

Chicago Bears 11 Indianapolis Colts 19

Es ist lange Zeit ein NFL-Spiel, wie es sich für das altehrwürdige Soldier Field gehört… ein richtig schöner Back Alley Brawl mit Defense, Defense und noch ein klein wenig Verteidigung. Es zeigt sich, dass vor allem die der Colts einen richtigen Punch besitzt und sich anschickt, eine der besten Units der Liga zu werden. Philip Rivers hat irgendwann genug von der Prügelei und führt die Colts-Offense zumindest mit etwas schärferer Klinge über das Feld. Ohne jegliches nennenswertes Laufspiel (16 Rushes für 28 Yards) gelingt eben dies "Saint Nick" Foles in seinem ersten Start für Chicago nicht. Im Gegenteil, seine Red Zone Interception „krönt“ eine eher gruselige Leistung. Er kann es halt besser als Ersatzmann.

Las Vegas Raiders 23 Buffalo Bills 30

Die Buffalo Bills galoppieren zum nächsten Sieg und sehen immer mehr wie ein echtes NFL-Top-Team aus. Josh Allen spielt weitestgehend abgebrüht, Stefon Diggs überragt mit 115 Yards und auch Running Back Devin Singletary findet das erste Mal die Endzone in dieser Saison. Die Defense um Ed Oliver wacht gegen Ende ebenfalls auf, nach ein paar Abstimmungsproblemen in der ersten Halbzeit. Großes Chapeau an die Bills-Coaches, die das gesamte Team zur Zeit perfekt einstellen. Die Raiders gucken am Ende in die Röhre, aber zumindest saßen dieses Mal die Masken meistens einwandfrei und Tackle Maurice Hurst macht auch Spaß. Derek Carr zieht zudem an Ken Stabler in Sachen Touchdown Pässe im Raiders-Trikot (151) vorbei.

NFL Sunday Night Game

San Francisco 49ers 20 Philadelphia Eagles 25

Dürfen wir vorstellen: Die Philadelphia Eagles, ihres Zeichens Tabellenführer der NFC East mit einer überragenden Bilanz von einem Sieg, zwei Niederlagen und einem Unentschieden! Mit dem hart erkämpften Sieg an der Westküste hauchen die Adler ihrem Team endlich ein wenig Leben ein, auch wenn immer noch vieles im Argen liegt. Matchwinner sind unter anderem Travis Fulgham mit den ersten Catches seiner Karriere (inklusive 42-Yard-Score) und ein hungriger Pass Rush (fünf Sacks). Auf Seiten der Niners machen sich letztendlich doch mal die dreihundertsechzig Verletzungen bemerkbar, die allerdings eine relativ uninspirierte Leistung nicht entschuldigen sollten. Wenn Nick Mullens und der eingewechselte C.J. Beathard 45 Pässen werfen müssen, ist das nicht so eine gute Idee. George Kittles Rückkehr (15 Receptions, 183 Yards plus Touchdown) macht allerdings Hoffnung.

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