Tyreek Hill und sein Quarterback Patrick Mahomes dominierten das NFL-Spitzenspiel gegen Tampa Bay. Tyreek Hill und sein Quarterback Patrick Mahomes dominierten das NFL-Spitzenspiel gegen Tampa Bay. Imago Images / ZUMA Wire / Dirk Shadd

Cover Them All: Week 12 in der NFL

geschrieben/veröffentlicht von/durch  30.11.2020
Cover 1, Cover 2… no, just cover them all! Hier auf Touchdown24 decken wir für euch jedes NFL-Spiel vom Sonntag ab und liefern die gesamte Football-Saison über am Montagmorgen eine Zusammenfassung des aktuellen Spieltages. Damit die Woche auch richtig starten kann!

New England Patriots 20 Arizona Cardinals 17

Die Freunde der feinen Klinge des NFL-Quarterbackings sahen bei diesem Spiel eher eine billige Messerwerbung ganz spät nachts im Shopping-Kanal. Der nicht ganz fitte Kyler Murray hat immerhin eine Ausrede, Cam Newton eigentlich nicht. Dafür bereitet er aber mit einem toughen Run immerhin den Game Winner vom „Folk Hero“ Nick Folk vor, nachdem Zane Gonzalez vorher den Sieg per verballertem Field Goal verschenkt. Wesentlich sehenswerter: Das Duell zwischen All-World-Corner Stephon Gilmore (vier Tackles) und Raketen-Receiver De’Andre Hopkins (5 Catches, 55 Yards).

Atlanta Falcons 43 Las Vegas Raiders 6

Es ist aber auch wirklich fies: Da gewinnen die Raiders letzte Woche fast dank einer beherzten Leistung gegen die amtierenden NFL-Champions aus Kansas City und müssen diese Woche gegen die Kellerkinder aus Atlanta ran. Diese tun alles andere, als sich aufzugeben und basteln ein gemeines Trap-Game zusammen. Die Raiders rasen prompt mit wehenden Fahnen in die Falle und leisten sich fünf Turnover sowie 114 Penalty Yards. Den daraus entstehenden Vorsprung konnten selbst die Falcons nicht mehr verdaddeln, deren an diesem Tag starke Verteidigung einer der Schlüssel zum Sieg ist.

Buffalo Bills 27 Los Angeles Chargers 17

Kalifornische NFL-Sonnyboys im kühlen Buffalo? Das kann ja nicht gut gehen. Nachdem die Chargers den schockierenden Anblick der Tische zerstörenden Bills-Mafia verdaut hatten, machten sie das Spiel kurz vor Ende noch einmal spannend. Seinen Anteil daran hatte auch Bills-QB Josh Allen, der einen seiner schlechten Tage erwischte (nur 157 Pass Yards, zwei Turnover). Dafür sprang Receiver-Blondie Cole Beasley mit einem Touchdown-Pass in die Bresche und eine sattelfeste Defense um den überragenden A.J. Klein (14 Tackles, 1,5 Sacks) besorgte den Rest.

Cincinnati Bengals 17 New York Giants 19

Als ob es nicht schlimm genug war, dass es NFL-Top-Pick Joe Burrow letzte Woche so ziemlich das gesamte Knie zerschoss, nun mussten sich die Fans der Bengals auch noch dieses eher unterirdische Spiel antun. Bei „Nimm du den Sieg, ich will ihn nicht“ haben die zuletzt verbesserten New York Giants das bessere Ende für sich, auch dank 129 Receiving Yards von Evan Engram. Nach der Verletzung von Daniel Jones könnte aber nun Colt McCoy die Aufgabe zufallen, die 3-Spiele-Siegesserie der NFC-East-Spitzenreiter am Laufen zu halten. Viel Spaß!

Indianapolis Colts 26 Tennessee Titans 45

Statistisch gesehen stand die Colts-Defense vor dieser Partie in der NFL verdammt gut da, doch wie sagte einst Ohio-State-Coaching-Legende Woody Hayes: „Statistiken erinnern mich immer an den Jungen, der in einem Fluss ertrunken ist, der im Schnitt nur einen knappen Meter tief war.“ Die Titans hängen der Colts-D in Halbzeit Eins neben 35 Punkten fast 400 Yards an die Mütze und schnappen sich damit die alleinige Tabellenführung in der AFC South. Überragender Akteur ist dabei – mal wieder - Derrick Henry mit 178 Rush Yards und drei Touchdowns.

Minnesota Vikings 28 Carolina Panthers 27

Es wäre fast ein Happy Homecoming für Teddy Bridgewater gewesen, doch dann startete sein Ex-Team aus Minnesota ein monumentales Comeback im vierten Viertel. Besonders schade ist das Ganze für Panthers-Rookie Jeremy Chinn, dessen zwei Fumble-Revovery-Touchdowns in ungefähr acht Sekunden Spielzeit (!) letztendlich umsonst sind – wenn man mal vom Eintrag in die NFL-Geschichtsbücher absieht. Kirk Cousins marschiert mit 307 Passing Yards und 3 Touchdowns für die Vikings voran, kurz vor Schluss findet er Chad Beebe für den Game Winner.

New York Jets 3 Miami Dolphins 20

Ryan Fitzpatrick ersetzte den verletzten Tua Tagovailoa und führte die Dolphins zu einem ungefährdeten Sieg gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber aus New York. Lange Zeit tun sie sich trotz 119 Receiving Yards von De'Vante Parker dabei schwer gegen eine bissige Jets-Defense, doch man muss in der NFL ja auch Punkte machen, um Spiele zu gewinnen. Ein fast unmögliches Unterfangen für eine von Adam Gase angeführte Jets-Offensive, erst recht wenn Sam Darnold sich mit Tunnelblick hinter das Steuer setzt.

Jacksonville Jaguars 25 Cleveland Browns 27

Macht den Safari-Jeep bereit, die "Giraffe" ist wieder da. NFL-Langhals Mike Glennon erhielt mal wieder eine Chance, seine Liga-Tauglichkeit unter Beweis zu stellen und lieferte ein wahrlich beachtliches Spiel ab (235 Passing Yards, 2 Touchdowns). Fast wäre es gegen ein dominantes Browns-Run-Game (6,3 Yards per Carry) und einen soliden Baker Mayfield in die Overtime gegangen, doch die Two-Point-Conversion misslingt Sekunden vor Schluss. Mit Callie Brownson freut sich auch der erste weibliche Position Coach der NFL über Clevelands Sieg.

Denver Broncos 3 New Orleans Saints 31

Alle Quarterbacks der Denver Broncos waren in Covid-19-Quarantäne, also mussten sie mit ihrem Practice Squad Receiver Kendall Hinton als Signal Caller auflaufen. Die NFL im Jahr 2020, kann man da wohl nur sagen. Die kleine Hollywood-Geschichte endet in einem ziemlichen Desaster (1 von 9 Passing, zwei Interceptions), trotzdem Applaus für den Rookie, der sich für das Team "geopfert" hat. New Orleans freut sich über eine ungefährdeten Sieg und 124 Rush Yards (plus zwei Scores) von Latavius Murray. Da verkraften sie auch eine eher maue Pass-Leistung ihres Ersatz-Quarterbacks Taysom Hill (nur 78 Yards inklusive Interception).

Los Angeles Rams 20 San Francisco 49ers 23

Ein sich langsam lichtendes Lazarett, Kopf kratzendes Playcalling von Sean McVay sowie ein indisponierter Jared Goff lassen die Niners jubeln und sorgen für eine Menge Ärger in LA. Schließlich macht man sich mit der bitteren Heimpleite die überragenden Siege gegen Tampa und Seattle aus den letzten beiden NFL-Wochen ein wenig kaputt. Deebo Samuel überragt mit 11 Catches und 133 Yards, Kerry Hyder liefert zwei Sacks und auch Richard Sherman meldet sich via Interception zurück. Ein weiteres Highlight ist der Pick Six von Defensive Tackle Javon Kinlaw (1,96 Meter, 142 Kilogramm). Mit dieser guten Leistung finden die "homeless" 49ers vielleicht auch leichter einer Bleibe auf dem Wohnungsmarkt.

Tampa Bay Buccaneers 24 Kansas City Chiefs 27

Tony Romo stellte bezüglich des Duells zwischen Altmeister Tom Brady und Superstar Patrick Mahomes einen schönen Vergleich an, indem er es mit der Möglichkeit gleichsetzte, in der NBA Michael Jordan gegen LeBron James sehen zu dürfen. Was sich unparteiische NFL-Fans sicherlich ganz gerne angeschaut haben, wurde vor allem für die Buccaneers-Pass-Verteidigung zum Fiasko. Tyreek Hill wird ihnen noch einige Zeit in ihren Albträumen erscheinen, wie er ihnen über das gesamte Feld Knoten in die Beine läuft. Am Ende stehen für den kleinen Speedster 13 Catches, 269 Receiving Yards und drei Touchdowns zu buche, im ersten Viertel dachte man, es wird noch wesentlich mehr. Tampa Bay kämpft sich in der zweiten Hälfte zurück, doch auch Brady ist mit zwei Interceptions nicht in allerbester Form.

NFL Sunday Night Game

Green Bay Packers 41 Chicago Bears 25

Die uralte NFL-Rivalität, eines der großen Aushängeschilder der Liga, ist an diesem Abend keine sondern eher ein Crash Test, bei dem die Bears der Dummy sind. Aaron Rodgers zerlegt mit wenig Mühe (nur 29 Pässe, 4 Touchdowns, kein Sack) die Bears-Defense und verteilt kurz vor Nikolaus fleißig Pässe in die Socken seiner Receiver. Auch Equanimeous St. Brown mogelt sich immer besser in die Rotation (2 Catches, 39 Yards). Defensiv freut sich Darnell Savage über zwei Interceptions von Mitch Trubisky, der nach Wochen auf der Bank mal wieder ran durfte. Viel gelernt hat er aber wohl auch beim Zuschauen nicht und somit blicken die Bären weiter in eine ungewisse Quarterback-Zukunft.
Moritz Wollert

Moritz Wollert studierte Sportmanagement im Fernstudium an der Fachhochschule für angewandtes Management Erding. Er hat aber nach mehreren Jahren in der Praxis seine Leidenschaft für das geschriebene Wort zum Beruf gemacht und arbeitet mittlerweile als freier Autor und Redakteur. Hauptsächlich ist er dabei im Sportbereich unterwegs, seit 2020 auch fest für TOUCHDOWN24.

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