Mit seinen schnellen Beinen lässt sich Kyler Murray von den Gegnern nur schwer in der Pocket halten. Mit seinen schnellen Beinen lässt sich Kyler Murray von den Gegnern nur schwer in der Pocket halten. Imago Images / Kevin Abele / Icon Sportswire

Arizona Cardinals: Kann Kyler Murray es Pat Mahomes und Lamar Jackson gleichtun?

geschrieben/veröffentlicht von/durch  25.08.2020
Lamar Jackson und Patrick Mahomes haben es Kyler Murray vorgemacht: Nach aufregenden Rookie-Saisons haben sie in Jahr Zwei direkt mal den NFL-MVP-Titel eingeheimst. Klingt einfach, ist es aber natürlich nicht. Doch selbst wenn sich Murray 2020 nicht direkt zum besten Spieler der Liga entwickelt, so darf man dennoch eine ganze Menge vom Quarterback der Arizona Cardinals erwarten!

Davon konnte sich Budda Baker unlängst im Training Camp der "Bird Gang" überzeugen. Er dachte, er könnte eine tiefen Pass seines Quarterbacks abfangen und sprintete los. Aber plötzlich war der Ball schon in den Händen des Receivers, Baker schaute in die Röhre. "Sein Arm ist auf jeden Fall stärker geworden", lachte der Pro-Bowl-Safety nach der Übungseinheit. "Insgesamt ist er massiger und sogar schneller geworden."

Stärker, schneller, besserer Arm… all das kommt nicht von ungefähr. Mit viel Einsatz feilte Kyler Murray in der Offseason an seinem Spiel und unterstrich damit Ambitionen für höhere Aufgaben. Können sich Lamar Jackson und Pat Mahomes also tatsächlich bald auf Konkurrenz in der Liga-Elite gefasst machen?

Kyler Murray geht mit Selbstvertrauen in seine zweite NFL-Saison

"Ihre Offenses sind sehr Quarterback-freundlich und ich denke, das ist unser Angriff auch", grinst Murray. "Was die Elite angeht, ich spiele nicht, um Durchschnitt zu sein." Sich selbst als MVP-Kandidaten hinzustellen, davon nahm er dann letztendlich doch ein wenig Abstand. "Mich interessieren keine MVP-Titel, ich möchte Super Bowls gewinnen", so der 23-jährige Rookie Of The Year der vergangenen Saison.

Bescheiden geht anders, aber wer möchte es Kyler Murray verübeln? Seine Vita beschreibt einen absoluten Ausnahmeathleten, für den Versagen ein Fremdwort ist - selbst in anderen Sportarten. Er war bekanntlich nicht nur ein überragender High-School- und College-Quarterback, der seine Karriere bei den Oklahoma Sooners mit der Heisman Trophy 2018 krönte, sondern galt auch beim Baseball als Ausnahmetalent.

Auch im Baseball war Kyler Murray ein Ausnahmetalent

Die Oakland Athletics drafteten ihn 2018 sogar an neunter Stelle im MLB Draft, zum Glück für die Arizona Cardinals entschied sich Murray dennoch für American Football. Erstmals konnte sich der NFL Top Pick 2019 in der vergangenen Offseason voll auf eine Sportart konzentrieren und das könnte zu einer echten Leistungsexplosion führen.

"Bei ihm drehte sich alles um Football und er hat große Fortschritte gemacht", sagt Head Coach Kliff Kingsbury, der auch Patrick Mahomes am College trainierte. "Vor allem spürt man sein größeres Selbstvertrauen und das stärkt auch seine Führungsqualitäten."

Mit De‘Andre Hopkins zu mehr Konstanz?

Kingsburys explosive Air-Raid-Offense und die Vielzahl an talentierten Playmakern wie Neuzugang De‘Andre Hopkins, Larry Fitzgerald oder Kenyan Drake geben Murray in Arizona optimale Bedingungen für den nächsten Karriereschritt. Dass dieser in einer starken NFC West allerdings kein Selbstläufer wird, sollte auch jedem klar sein.

Auch wenn Murray insgesamt als Rookie überzeugte, bedarf es in Zukunft wesentlich mehr Konstanz. Er war einer der schlechteren Pocket-Passer der NFL und leistete sich sieben Spiele mit einem Passer Rating unter 80. Außerdem verschuldete er fast die Hälfte seiner 48 Sacks selbst.

Mit mehr Erfahrung lesen sich NFL-Defenses leichter

Letzteres lag nicht nur am Vertrauen in seine schnellen Beine, sondern auch daran, dass ein Rookie NFL-Verteidigungen einfach etwas langsamer liest als ein Veteran. "Ich brauchte definitiv Zeit zum akklimatisieren", gibt Murray sofort zu. "Je mehr ich aber spiele, desto mehr Erfahrung kann ich sammeln. Mittlerweile läuft der Prozess in meinem Kopf viel schneller ab."

Dieser Umstand allein sollte schon zu einer Leistungssteigerung führen, so wie es vorher schon bei vielen anderen Quarterbacks der Fall war. Ein MVP-Titel ist eher unwahrscheinlich, aber wie wir gehört haben, geht es Kyler Murray darum ja auch gar nicht...

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