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Mittwoch, 01 August 2018 21:00

Kommentar zu Frankfurt Universe: Die Wahrheit liegt in der Mitte

geschrieben/veröffentlicht von/durch Markus Schulz
Kommentar zu Frankfurt Universe: Die Wahrheit liegt in der Mitte Foto: Marc Junge/All-About-Football.de
Wäre die GFL die Bundesrepublik Deutschland, dann wäre Frankfurt Universe so etwas wie die Flüchtlingskrise. Kein anderes Thema spaltet die Fans der GFL so sehr - ein Kommentar.

Von Markus Schulz

Purple-farbene Vereinsbrille – den Fans sei es gegönnt – trifft auf die absolut ablehnende Haltung vieler Gegner des Vereins, häufig „Hater“ genannt, heutzutage ebenso legitim, solange man die Form wahrt. Zeit für eine sachliche Bestandsaufnahme.

Jörg Dreßler, Geschäftsführer der Dresden Monarchs, hatte sie kürzlich neuerlich losgetreten, die Diskussion um den Umgang mit einem Verein, der vermutlich das größte Fanpotenzial in Deutschland hat, aber sich auch eine Mannschaft zusammengestellt hat, die nicht zum Kontostand des Vereins passt. 1,5 Millionen Euro Schulden haben die Frankfurter angehäuft und trotzdem noch Spieler nachgekauft, um auf Verletzungen zu reagieren, obwohl genug Backup-Spieler zur Verfügung gestanden haben. Das alles ohne Reaktion des AFVD.

Die Forderung nach einem Punktabzug für die Universe, die eine Teilnahme an den Playoffs verhindert, steht im Raum. „Damit würde man die Spieler bestraften“, sagen die einen - „man hätte den Verein erst gar nicht an den Start gehen lassen dürfen“, sagen die anderen. Die Wahrheit liegt - wie doch meist - in der Mitte. Natürlich darf ein Verein mit einem derartigen Geschäftsgebaren nicht durchkommen. Würden sich alle anderen Vereine die Frankfurter zum Vorbild nehmen, würde das bedeuten: „Wir verschulden uns bis zum geht nicht mehr und gucken dann, mit welchen juristischen Mitteln und mit welchen Spenden unserer Fans und Unterstützer wir irgendwie durchkommen.“ Da kaum ein anderer Verein über eine derart treue und Zusatz-zahlungswillige Anhängerschaft verfügt, würde die GFL wohl rasch auf eine Handvoll Vereine zusammenschmelzen.

Wäre die GFL die Tour de France, hieße das, bei einem Team Doping zu tolerieren, ohne einzugreifen. Und wer mit diesem Team mithalten will, muss halt auch dopen. Aber bitte nicht erwischen lassen. Wohin ein solches Wegsehen eines Verbandes führt, erlebten die Radsportfans dann in den Jahren nach der Jahrtausendwende. Lance Armstrong und sein Team US-Postal lassen grüßen.  



Der AFVD muss hier einfach Mittel anwenden, wie sie jeder Sportverband in Deutschland anwendet. Das Argument, man würde die Spieler bestrafen, zieht hier nicht. Denn an irgendeinem anderen Standort wird ein wirtschaftlich seriös geführter Verein, der sich ohne Beanstandung an die Lizenzierungsbedingungen gehalten hat, nur Fünfter und verpasst die Playoffs. Die Spieler und Trainer dort haben in etwa genauso häufig und hart trainiert.

Natürlich muss ein Punktabzug her! ABER: Der AFVD muss sich dafür einen Katalog zusammenstellen, der für ein bestimmtes Vergehen, eine bestimmte Anzahl an Punkten abzieht. Und wenn dieser schon existiert, anwenden. Jetzt zu fordern, wir warten mal ab, wie viele Punkte Frankfurt sammelt und ziehen dann genau so viele Punkte ab, damit es nicht für die Playoffs reicht, schießt über das Ziel hinaus. Der AFVD ist hier einmal mehr gefordert, einen Weg hin zur Professionalisierung und weg von der empfundenen Kumpanei zu finden. Zieht den Frankfurtern, zwei, vier, sechs, acht oder zehn Punkte ab, was auch immer der Verfehlung nach den Statuten angemessen erscheint.

Natürlich wird es vollständige Transparenz nicht geben. Wäre die GFL die Fußball-Bundesliga, wäre Frankfurt Universe 2018 Borussia Dortmund anno 2005. Die Deutsche Fußball Liga hat damals Borussia Dortmund auch nicht sterben lassen. Man hätte dem Standort mit dem größten Zuschauerschnitt den Stecker gezogen, einen potenziell langfristigen Widersacher des FC Bayern vorzeitig eliminiert und damit dem Gesamtprodukt geschadet.
 
So tut auch Frankfurt Universe der Liga mit all ihrem Potenzial gut. Besser täten allerdings alle Beteiligten daran, den Geschehnissen dieser Saison mit ein wenig Demut zu begegnen. Denn ein langfristiger Gegenspieler für die New Yorker Lions und die Schwäbisch Hall Unicorns wäre eine Bereicherung, ein Deutscher Meister Frankfurt Universe 2018 hätte hingegen einen mehr als faden Beigeschmack.


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