Für vier weitere Jahre und einstimmig wiedergewählt: AFVD Präsident Robert Huber Für vier weitere Jahre und einstimmig wiedergewählt: AFVD Präsident Robert Huber imago/Eibner

Kommentar: Vier weitere Jahre Robert Huber? Vier weitere Jahre Intransparenz

geschrieben/veröffentlicht von/durch  11.03.2020
Der AFVD-Präsident Robert Huber ist für vier weitere Jahre gewählt worden. Somit gibt es auch in den kommenden Jahren keine Hoffnung darauf, dass der deutsche Football aus seinem Schattensein heraustreten und der Verband an Glaubwürdigkeit gewinnen wird.

Ein Kommentar von Sebastian Mühlenhof

Dafür genügt allein schon ein Blick auf die selbstherrlichen Pressemitteilungen des AFVD, die jegliche Transparenz vermissen lassen.

Den Anfang macht dabei das angeblich “wöchentliche“ Kick-Off Magazin auf Sport1. Zum einen fing dieses Format in den letzten beiden Jahren mitten während der Saison an und lief zumeist zu einer Uhrzeit (22 Uhr oder später), in der das Zuschauerinteresse verschwindend gering ist. Außerdem ist die Darstellung der Sendung längst nicht mehr aktuell, sondern lässt eher an eine Ausgabe denken, die an vergangene Dekaden erinnert. Zwar weiß ich aus sicherer Quelle, dass Herr Huber das Magazin ebenfalls nicht gefällt, dennoch hat er auch bisher noch keine Lösung für ein attraktives Format präsentieren können.

Fehlende Transparenz gibt es auch beim Thema CFL-Kooperation. Bis heute herrscht Unklarheit darüber, was genau diese Vereinbarung umfasst. Was bekommen die Vereine dafür, dass sie ihre Spieler in die CFL gehen lassen? Wann und wie viele Rookies kommen von der CFL in die GFL? Und welche Teams nehmen sie auf? Außerdem ist der Zeitpunkt des Global Drafts für viele Teams sehr unglücklich, denn nur zwei Wochen später geht die GFL-Saison los. So verlor Potsdam letztes Jahr zwei Spieler an die CFL, was nun auch Frankfurt und Köln droht. Die Kaderplanung ist damit für die betroffenen Teams enorm erschwert.

Noch undurchsichtiger sind die Finanzen des AFVD, die es weiterhin verhindern, dass der Verband Förderung vom deutschen Innenministerium erhält. So gab GFL-Sprecher Carsten Dalkowski beim Talkformat “Red Table“ letztes Jahr im August bekannt, dass für den Flug nach Kanada das Geld, was für die Nationalmannschaft eingeplant war, genutzt wurde. Für mich ein klarer Fall von Zweckentfremdung von Geldern, die für die Förderung des Sports eingeplant waren!

Positiv ist zwar zu erwähnen, dass der Verband nun “finanzielle Unterstützung“ an die GFL-Vereine und die Landesverbände zahlt, doch im Falle der Zahlungen an die GFL geschieht dies wohl nicht ganz freiwillig. Die Kooperation mit Sport1, wo es 16 Live-Spiele geben soll, drohte nämlich zur Farce zu werden! Nach meinem Kenntnisstand waren lediglich zwei Teams im Süden dazu bereit, ein Spiel bei Sport1 zu übertragen. Zu den zwei Teams gehörte dabei aber nur eins der beiden Top-Teams (Frankfurt, Schwäbisch Hall). Knackpunkt waren hierbei die Kosten für den Übertragungswagen, die die Vereine tragen sollten, aber dazu nicht bereit waren. Ein ähnliches Stimmungsbild gab es auch im Norden, auch wenn dort die Akzeptanz etwas höher war. Das wird sich wohl nun mit den Zahlungen vom Verband ändern.

Besonders stutzig hat mich aber folgende Aussage gemacht: “Der AFVD ist in der nationalen und internationalen Sportwelt ein anerkannter und angesehener Verband.“ Da frage ich mich: In welcher Welt dies der Fall ist?? Er ist kein Teil des IFAF. Beim Football-Weltverband verwundert es, hatte doch Dalkowski im August groß angekündigt, dass man am Ende des Jahres wieder im Weltverband ist. Das ist Stand 11. März 2020 nicht der Fall! Also kann dieses Ansehen wohl doch nicht so gut sein, wie man es gern hätte, aber behaupten kann man ja alles. Außerdem verfügt der Verband weiterhin über keine Nationalmannschaft. Welcher “anerkannte und angesehene Verband“ hat dasselbe sportliche Fiasko wie der AFVD zu verantworten? Richtig, keiner!

Deswegen hoffe ich jetzt darauf, dass sich während der neuen Amtszeit endlich mal eine Koalition bildet, die einen starken Gegenkandidaten für Huber liefert. Dabei könnten die drei großen Verbände aus Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen mit ihren Stimmen für einen neuen Präsidenten sorgen. Angesichts der einstimmigen Wiederwahl von Huber fehlt mir dafür aber der Glaube. Somit wird es weitergehen mit der fehlenden Transparenz und der eigenen Selbstherrlichkeit, was meinen geliebten Sport weiterhin kleinhalten wird.

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Heft 32 Ausgabe APR 2020 Deines American Football Magazins TOUCHDOWN24.



Sebastian Mühlenhof

Sebastian Mühlenhof arbeitet seit 2019 bei der SDZ Mediengruppe in Aalen. Während seines Auslandsaufenthalt in Kanada entwickelte sich seine Leidenschaft für den American Football. Seit 2019 arbeitet er als freier Mitarbeiter mit Schwerpunkt auf der GFL für TOUCHDOWN24. Außerdem ist er Kommentator in der GFL, Moderator und Experte des Football-Podcasts "Interception - der Football-Talk" und engagiert sich ehrenamtlich in der Pressearbeit bei den Stuttgart Scorpions.

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