Interessantes Gespräch zur GFL-Neuausrichtung Interessantes Gespräch zur GFL-Neuausrichtung Foto: Facebook

GFL strebt nach Eigenständigkeit

geschrieben/veröffentlicht von/durch  Dirk Kaiser 06.01.2021
“Letztendlich geht es darum, der GFL mehr Eigenständigkeit und Eigenverantwortung zu geben“, sagte Axel Streich, Liga-Vorstandsmitglied, im GFL-Talk mit SPORT1-Moderator Jochen Stutzky.
Dafür wurde im zurückliegenden Oktober ein sechsköpfiger Ligavorstand gewählt, Streich, bisher vor allem als Pressesprecher der Schwäbisch Hall Unicorns tätig, füllt dabei die Rolle für Strategie und Kommunikation aus. Die GFL und GFL2 will sich dabei an anderen Sportarten, wie dem Fußball oder dem Basketball, bei denen die Topligen unter dem Dach der Hauptverbandes eigenständig organisiert sind, orientieren. Die German Football League hat also vor, sich vom Football-Dachverband AFVD organisatorisch wie wirtschaftlich zu lösen.

Schlüssel zu mehr Wachstum aus dem klassischen Amateursport heraus ist dabei ein gutes Marketing, um Sponsoren ein gutes Produkt anbieten zu können. Streich, der den Top-Football in Deutschland an der Schwelle zur “Semiprofessionalität“ sieht, nimmt dabei auch die Vereine der GFL und GFL2 in die Pflicht, die sich “auch verändern müssen, wenn man diesen Entwicklungsschritt gehen will und nicht auf der Stelle treten will.“ Konkret spricht Streich dabei die Vermarktung und die Organisation der Vereine an.

Dafür muss sich die Liga, wie auch häufig in der Vergangenheit von TOUCHDOWN24 gefordert, weg vom Ehrenamt bewegen. So will die Liga zumindest schonmal einen hauptamtlichen Geschäftsführer installieren. Streich sagt: “Wenn wir über Professionalisierung sprechen, egal wie schnell oder in wie viel Schritten, dann hat das nicht nur mit Spielern und Trainern zu tun, sondern wir werden bei der Organisation nicht um Hauptamtlichkeit herumkommen.“ Sonst würden Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen.

Allerdings kommt für die Umsetzung die Corona-Pandemie ebenso wie das Entstehen der European League of Football (ELF) mit insgesamt sechs Teams aus Deutschland erschwerend hinzu. Aufgrund der Entstehung der ELF haben bereits drei GFL-Teams (Elmshorn Fighting Pirates, Hildesheim Invaders und Ingolstadt Dukes) ihre Lizenz zurückgezogen. Von planmäßig 16 Vereinen sind aktuell nur 13 in der kommenden Saison dabei. Wie die GFL und GFL2 für eine etwaige Saison 2021 bestückt und eingeteilt sein soll, ist noch nicht bekannt. Die Ligen haben also einen denkbar ungünstigen Zeitpunkt gewählt, wenngleich jedes Jahr später noch schlechter gewesen wäre.

Bleibt für den Ligavorstand und die Fans des deutschen Footballs zu hoffen, dass sich die Pläne, Konzepte und Visionen tatsächlich umsetzen lassen, der Football in den deutschen Topligen durch mehr Professionalität aus seinem Dornröschenschlaf erwacht und endlich nachhaltig vom NFL-Boom in Deutschland profitieren kann.

Hier geht es zum kompletten Gespräch: GFL-Talk.
Hier geht es zum Download der geplanten Neustruktur: Download.

TOUCHDOWN24 im Abo

td24 abo 300x300

Anzeige

Händler finden

Meistgelesen

Initiative zur Ablösung des Bundesvorstands im American Football - RESTART21

19.10.2020 GFL TOUCHDOWN24 Redaktion

Wer den American Football in Deutschland über die letzten Jahre aufmerksam beobachtet und verfolgt ...