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Sonntag, 15 April 2018 20:36

Frankfurt Universe? Sechs, setzen!

geschrieben/veröffentlicht von/durch Markus Schulz
Frankfurt Universe? Sechs, setzen! Foto: Footballpix.de/Stephan Partisch/Archiv
Spätestens am gestrigen Samstag wurde die Frage beantwortet, ob Frankfurt Universe in dieser Saison eine spielfähige Mannschaft auf den Platz bekommt. Ja! Und das ist auch gut so.
Ein Kommentar von Markus Schulz

Die Universe steht als Symbol für das Ergreifen einer riesigen Chance, die anderswo liegen gelassen wurde. Sie ist mit dem Ende der NFL Europe aus der Galaxy enstanden und hat damit damals vom Marketing her alles richtig gemacht. Nach Düsseldorf Rhein Fire oder Berlin Thunder kräht heute kein Hahn mehr.

Und dem Verein ist es gelungen, den Hype der damaligen NFL Europe bis in die heutige Zeit zu transportieren. Mit der Historie und dem sportlichen Erfolg sind die Frankfurter heute Zuschauermagnet Nummer eins im deutschen American Football. Da kann nicht einmal Rekordmeister New Yorker Lions aus Braunschweig mithalten. Doch all das hat den Verein nicht davor bewahrt, in der Führungsetage schlechte Entscheidungen zu treffen und den finanziellen Kollaps herbeizuführen.

In den vergangenen Wochen kreiste der Adler über dem Vereinsheim, man wusste wenige Wochen vor dem gestrigen Pflichtspielbeginn nicht, ob die Universe in dieser Saison überhaupt an einem Spielbetrieb würde teilnehmen können. Der Stammverein hatte sich von seiner insolventen Spielbetriebs GmbH gelöst, die Zukunft war lange Zeit ungewiss. Natürlich, das ist verständlich, kann die Universe nicht ständig die Öffentlichkeit auf dem Laufenden halten, schließlich handelt es sich um komplizierte Lizensierungsverfahren, und hochkomplexe juristische Themen – und bis kurz vor knapp wird man selbst nicht gewusst haben, was nun eigentlich Ambach ist. So gab es über 14 Tage keinerlei Meldung vom Verein selbst.

Was dann aber übel aufstieß: Mit der Spielankündigung für das Eurobowl-Spiel bei den Amsterdam Crusaders wurde einfach weiter gemacht, als wäre nie etwas passiert. Schlimmer noch: Die treusten Fans, die bereits Dauerkarten für die Saison 2018 gekauft hatten, wurden im Regen stehen gelassen, denn offiziell haben die Tickets nun keine Gültigkeit, da das Geld noch in die Insolvenzmasse der alten GmbH geflossen ist. Heißt: Etliche Fans haben nun eine Karte (bezahlt) mit der sie aber nicht ins Stadion kommen sollen. Oder doch? Der Verein sagt dazu nichts. Und dabei hat die Fanschar das Auswärtsspiel in Amsterdam mit ihrer zahlreichen Gefolgschaft zu einem Heimspiel gemacht und noch einmal bewiesen, dass sie die Nummer eins in Deutschland ist.

Blickt man allerdings in die Kommentare zum Spiel bei den Crusaders, hat sich kaum jemand für das Spiel interessiert. Alles drehte sich um die Fragen: „Was ist mit meinem Ticket?“ und „Warum gibt es keine Antworten“. Selbst geographisch nah gelegene andere Vereine wie die Wiesbaden Phantoms oder die Weinheim Longhorns lieferten mehr Antworten, als es die Universe bisher im Stande war. Mit einer Universe-Dauerkarte erhält man nämlich nun freien Eintritt bei den Phantoms und Longhorns.

Und die Universe? Hat nun vorgemacht bekommen, wie man mit Fans umgeht. Schade, dass andere Vereine mehr Verbundenheit zur Football-Familie empfinden als die Universe zu ihren eigenen Anhängern. So kann es nur einen Weg geben: Die Tickets für Universe-Spiele müssen ihre Gültigkeit bewahren, egal bei welcher Spielbetriebs-Gmbh der Universe sie erworben worden sind. Das ist den Fans nämlich egal. Nur die wenigsten Fans werden bereit sein, ein zweites Mal für die einfache Leistung zu bezahlen. Die Fans werden Verständnis haben, wenn es in diesem Jahr nicht um den German Bowl geht, werden vielleicht einen Euro mehr für die Stadionwurst zahlen oder Spenden, aber sie werden kein zweites Mal ein Ticket bezahlen. Eine kreative Lösung im Sinne der Fans muss her. Denn das ist besser als seine Fans, Fans unserer Sportart zu vergraulen. Die Fans werden nämlich 2019 wieder kommen, wenn man wieder andere sportliche Ziele verfolgen kann oder sich 2018 von der Universe – und mit Pech vom gesamten deutschen American Football – abwenden. In Sachen Fan- und Öffentlichkeitsarbeit ist das eine deutliche sechs!



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