Mittwoch, 28 November 2018 12:00

Wahnsinns-Duelle in der NCAA

geschrieben/veröffentlicht von/durch Moritz May
Hinter uns liegt eine Wahnsinns-Woche in der NCAA. In Woche 13 einer jeden Saison stehen sich in der NCAA traditionell die größten Rivalen entgegen. Schon immer versprachen diese Spiele Spannung, Leidenschaft und echte Football-Thriller. Auch dieses Jahr enttäuschte die Rivalry Week nicht. Wir werfen einen Blick zurück auf die besten Spiele und die Packendsten Derbys dieser fantastischen Woche!


Egg Bowl

#18 Mississippi State @ Ole Miss 35-3

In diesem SEC Duell ging es um mehr, als nur die Golden Egg Trophy. Ole Miss brauchte in dieser Partie einen Sieg um einen Record von 6-6 zu erreichen und somit in ein Bowl Game einziehen zu können. Mississippi State, der größte Rivale von Ole Miss hatte also die Chance ihren Konkurrenten gehörig in die Suppe zu spucken. Und genau das tat der Favorit in dieser Partie auch. Mississippi State dominierte die Partie nach belieben und ließ in der kompletten Partie auf der Defensiven Seite des Balles nur drei Punkte, 13 First Downs und keine einzige thrid Down Conversion zu. Zudem konnte Ole Miss bei nur 189 Total Yards gehalten werden. Die Offense der Bulldogs lief zudem auch wie geschmiert. Quarterback Nick Fitzgerald führte sein Team in fünf Scoring Drives übers Feld und verzeichnete Dabei 11 Passing Yards (1 TD) und 117 Rushing Yards (2 TD) und war somit wie gewohnt die One-Man-Show in der Offense der Bulldogs. Jedoch hatte auch Runningback Kylin Hill eine hervorragende Partie und konnte in 17 Carries 108 Yards erzielen. Die Ole Miss Rebels hatten in dieser Partie zu keinem Zeitpunkt eine Chance auf den Sieg.

Apple Cup

#16 Washington @ #8 Washington State 28-15

Der Apple Cup stellte in diesem Jahr die Entscheidung um den Sieg in der PAC-12 North und somit auch um den Einzug ins PAC-12 Championship Game dar. Im Vorfeld der Partie galten die Washington State Cougars als klarer Favorit auf den Sieg. WSU, immerhin bisher nur mit einer Niederlage in der ganzen Saison, durften sich bis zu dieser Partie noch berechtigte Hoffnungen auf die Playoffs machen. Jedoch sollte in diesem Spiel alles anders kommen. In einer bis ins vierte Viertel offenen Partie behielten die Washington Huskies die Oberhand und ließen zu keinem Zeitpunkt der Partie eine Führung der Cougars zu. Insbesondere Runningback Myles Gaskin hatte einen Sahnetag erwischt und rannte mit 27 Carries, 170 Yards und drei Touchdowns, darunter auch ein 80 Yard Touchdown Run, über die Cougars. Die sonst so spektakuläre Passing-Offense von WSU um Heisman Kandidaten Gardener Minshew hingegen kam nicht wirklich ins Rollen. Zwar konnte der talentierte Quarterback 26 seiner 35 Passversuche an den Mann bringen, jedoch nur für 152 Yards, keinen Touchdown und zwei Interceptions. Einzig Runningback James Williams hielt das Spiel für Washington State noch offen und konnte zwei Touchdowns erzielen. Insgesamt ein verdienter Sieg für Washington, die mit einer Disziplinierten Leistung, gutem Runninggame und einer erfolgreichen Bend-But-Don’t-Break Pass Defense die Playoff-Hoffnungen und die fast schon sicher geglaubte Division-Championship ihrer Rivalen zunichte gemacht haben.

Iron Bowl

Auburn @ #1 Alabama 21 – 52

In der Geschichte dieser seit 1893 ausgetragenen Partie gab es sicherlich schon spannendere Vorzeichen für eine Partie. Alabama dominiert gefühlt jeden Gegner nach Belieben. Auburn hingegen steht unranked vor den Scherben einer Saison, in der sich eigentlich mindestens der Gewinn der SEC zum Ziel gesetzt wurde. Jedoch war wohl genau das die Motivation der Auburn Tigers, die bis ins dritte Quarter hinein die Partie offen hielten und, trotz des deutlichen Ergebnisses, ihr Gesicht gegen den Primus der NCAA wahren konnten. Auf Seiten der Crimson Tide bewies Tua Tagovailoa erneut, dass er der wohl talentierteste Passer der NCAA zur Zeit ist. Der true Sophomore konnte 25 seiner 32 Passversuche für 324 Yards und fünf Touchdowns erzielen. Somit erzielte er pro Pass fantastische 10,2 Yards. Der Auburn Defense gelang es jedoch das Runninggame der Crimson Tide weitestgehend zu stoppen. Nur 26 Carries für 123 erhielten die Runningbacks Alabamas, viel weniger als im Rest der Saison. Alabama demonstrierte erneut ihre Stärke gegen ihre Gegner aus dem eigenen Staat. Auburn schlug sich gut, konnte jedoch nicht über die komplette Spielzeit mit der enormen Intensität des Teams aus Tuscaloosa mithalten.

The Game

#4 Michigan @ #10 Ohio State 39 – 62

Zwei der am meisten verhassten Teams in der kompletten NCAA standen sich am Samstag um 18 Uhr Ortszeit in Columbus, Ohio entgegen. In dieser Partie entschied sich nicht nur, wer sich die Krone der BIG10 East aufsetzen darf, sondern auch wer von den Beiden seine Hoffnungen auf die Playoffs am Leben erhalten kann. Die Michigan Wolverines, immerhin die Nummer vier der Nation galten im Vorfeld als leicht favorisiert und legten seit ihrer Niederlage gegen Notre Dame in der ersten Woche der Saison eine beeindruckende Serie von neun Siegen in Folge hin. Die Buckeyes wirkten nach der Niederlage gegen Purdue am 8. Spieltag so, als könnten sie nicht an ihre Frühform zu Beginn der Saison anknüpfen. Doch in dieser Partie sollten sie Buckeyes von ihrer besten Seite zeigen und Michigan, von Anhängern der Ohio State Buckeyes abwertend nur „That Team Up North“ genannt, mit einer Überragenden Leistung überraschen. Vor allem das Passinggame um Quarterback Dwayne Haskins trumpfte groß auf. Ganze sechs Touchdowns konnte der Heisman Kandidat gegen eine eigentlich starke Passverteidigung der Wolverines durch die Luft erzielen. Bis zur Halbzeit erlebten wir eine ausgeglichene Partie mit guter Offense auf beiden Seiten des Balles (Halbzeitstand 19-24 für Ohio State) Jedoch brachen die Wolverines im dritten und vierten Quarter vollkommen auseinander. So konnten die Buckeyes in fünf aufeinanderfolgenden Drives fünf Touchdowns erzielen (inklusive einem Punt Return Touchdown). Ohio State wirkte insgesamt gewillter diese Partie zu gewinnen. Damit dürfte Michigan sich Michigan aus dem Playoff Race verabschieden und Ohio State zieht ins BIG10 Championship Game ein.

Sunshine Showdown

#11 Florida @ Florida State 41-14

Die Florida Gators hatten in dieser Partie die Möglichkeit, eine großartige Serie ihres Rivalen aus dem eigenen Staat zu brechen. Mit einem Sieg der Gators würden die Florida State Seminoles zum ersten Mal seit 36 Jahren nicht Bowl-Eligible sein. Und genau so kam es. Eine ohnehin enttäuschende Seminoles Saison findet ihr noch enttäuschenderes Ende in einem Triumph ihres größten Rivalen vor heimischer Kulisse. Die komplette Partie über hatte man, wie so oft in dieser Seminoles Saison, den Eindruck, FSU hätte seinem Gegner nichts entgegenzusetzen. Florida konnte in dieser Ausgabe des Sunshine Showdowns über 500 Yards und 24 First Downs erzielen. Zum Vergleich: bei FSU waren es nur 293 Yards und 15 First Downs bei einer verheerenden Third Down Conversion Quote von 1-15. Zusätzlich kommen noch drei Turnover der FSU Offense (zwei Interceptions, ein Fumble – alle drei verursacht von Quarterback Deondre Francois) hinzu. In nahezu allen belangen waren die Gators den Seminoles spürbar überlegen und dominierten ihren Gegner bei jedem Matchup.

#7 LSU @ #22 Texas A&M 72 – 74

Diese Partie ist zwar keine klassische Rivalität, jedoch viel zu gut um nicht erwähnt zu werden. Dieser SEC-Thriller brach nach sieben (!) Overtimes den All-Time-NCAA-Rekord für die Meisten Punkte in einer Partie.
Eigentlich hatte diese Partie zu diesem Zeitpunkt keine besondere sportliche Relevanz mehr. Sowohl die Texas A&M Aggies, als auch die LSU Tigers haben keine Chancen mehr auf ihren Division-Titel. Auch für die Playoffs war LSU maximal noch ein Dark Horse. Und Bowl-Eligible waren beide Teams auch schon seit einigen Wochen. Jedoch entwickelte dieser Partie in ihrem Verlauf eine ganz eigene Dynamik. Abseits von Standings, Bowl Games und Division Titeln erlebten die Zuschauer dieser Partie ein Spiel, bei denen es beiden Teams einfach nur um das simple Gewinnen eines Footballspiels ging. Je länger die Partie lief, desto motivierter wirkten die beiden Teams. Texas A&M ging mit einer 10-17 Halbzeitführung in die Pause. In den anschließenden beiden Quartern konnte LSU jedoch die Führung ergattern. Als Kellen Mond im vierten Quarter mit noch 20 Sekunden auf der Uhr beim Spielstand von 31-24 eine Interception warf brach auf Seiten der Tigers der Jubel aus. Coach Ed Oregon wurde sogar ob der Erfolgreichen 10-1 Saison mit einer Gatorade Dusche bedacht. Die Partie war vorbei! Denkste. Die Referees reviewten das Play und kamen zum Entschluss, dass das Play bereits kurz nach dem Snap vorbei war. Quarterback Kellen Moore war mit seinem Knie am Boden, als er den missglückten Snap aufnehmen wollte. Es kam wie es kommen musste, Texas A&M erzielte im Anschluss an diese Entscheidung nach einer erfolgreichen Forth Down Conversion noch einen Touchdown. Als die Playclock im vierten Viertel auf 00:00 sprang zeigte das Scoreboard einen 31-31 Gleichstand an. Ergo, Overtime. Und die hatte es in sich. Drive um Drive erzielten die Beiden Offenses Touchdowns und trieben so das Scoreboard hoch. Bis sich Jimbo Fisher, Coach der Aggies in der Siebten Overtime nach erfolgreichem Touchdown ein Herz fasste und statt einem Extra Punkt eine Two Point Conversion anstrebte. Kann Texas A&M diese verwandeln, so gewinnen sie, verwandeln sie nicht, verlieren sie. Doch Quaterback Kellen Mond behielt die Nerven und fand seinen Receiver in der Endzone. Somit gewannen die Aggies ein unheimlich spannendes Spiel. Über diese Partie wird sicherlich noch in Jahren gesprochen werden. Zu keinem Zeitpunkt dieser Partie hatte man das Gefühl, dass eine Mannschaft besser als die andere ist. Am Ende hatte Texas A&M sicherlich auch Glück, doch ihr Mut für die Two Point Conversion zu gehen wurde belohnt.

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