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Samstag, 31 August 2019 11:00

Alles, was man zum College Football wissen muss

geschrieben/veröffentlicht von/durch Martin Senfter und Markus Schulz
Szene aus dem zurückliegenden Championship Game zwischen den Clemson Tigers und Alabama Crimson Tide Szene aus dem zurückliegenden Championship Game zwischen den Clemson Tigers und Alabama Crimson Tide Foto: imago images / ZUMA Press
Ab dem 31. August werden an jedem verdammten Samstag die Topspiele der NCAA Division I auf ranNFL bei ProSieben Maxx gezeigt. Doch es ist nicht ganz einfach, durch das Geflecht des College-Footballs zu blicken. TOUCHDOWN24 erläutert die wichtigsten Fakten.
Wer spielt überhaupt?
Die Ursprünge des College Footballs gehen bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück, als Football in seiner eigentlichen Form noch erfunden werden musste. Aktuell spielen mehrere Hundert Colleges Football und nehmen entweder in der National Collegiate Athletic Association (NCAA) oder der National Association of Intercollegiate Athletics (NAIA) teil. Der größte Unterschied zwischen den beiden Verbänden: In der NCAA spielen die großen Universitätsteams, in der NAIA die kleineren. Innerhalb der NCAA unterscheidet man wiederum zwischen verschiedenen Qualitätsklassen: der NCAA Division I Football Bowl Subdivision (FBS), der NCAA Division I Football Championship Subdivision (FCS) , der Division II und der Division III. Viele Namen, aber relativ leicht erklärt: Die FBS und FCS bilden zusammen die Division I, also die Liga der besten Colleges der USA. Insgesamt nehmen dort 254 verschiedene Teams teil (130 in der FBS, 124 in der FCS). Es gibt also schon hier einen Qualitätsunterschied. Dahinter folgen dann die weiteren Divisionen II und III. Genau zwischen diesen beiden Divisionen lässt sich die NAIA einordnen, die Liga der kleineren Schulen.

Die genaue Struktur
Die FBS wird in zehn unterschiedliche Conferences zu zehn bis vierzehn Teams aufgeteilt. In diesen zehn Conferences gibt es wiederum sechs Gruppierungen, die höher anzusehen sind, als die vier anderen. Zu den Major Conferences zählen ACC, Big 12, Big Ten, Pac-10 und SEC. Die anderen fünf (American Athletic Conference, Mountain West Conference, Sun Belt Conference, Conference USA und die Mid-American Conference) bilden die kleineren, vermeintlich schwächeren Conferences. Diese Conferences können wiederum in einzelne Subdivisions unterteilt werden. Noch zu erwähnen gilt: Man spielt nicht in jeder Conference einmal gegen jeden Gegner. Das kommt auf die Conference und deren Mechanismus an. Prinzipiell haben College-Teams maximal zwölf Spiele pro Saison (in der Regular Season). Gespielt wird in der Regel immer samstags.

Wie funktioniert das Ranking im College Football?
Um zu bestimmen, wer das beste Team im Land ist, führte man ab 1936 der sogenannten AP Poll ein: 65 Sportjournalisten gaben wöchentlich eine Rangliste der Top-25-Colleges bekannt (immer am Sonntag um 14 Uhr Eastern Time). Aus dem Durchschnitt ergibt sich dann das wöchentliche Endergebnis. Dabei wird ein Punktesystem befolgt: Für den ersten Platz vergibt der Journalist 25 Punkte, für den zweiten 24 und so weiter bis er dem 25. nur noch einen Punkt gibt. Die Conference spielt dabei keine Rolle, man hat die volle Auswahl aus den 130 Top-Mannschaften. Neben der AP Poll gibt es noch die Coaches Poll, ebenfalls eine Top-25-Rangliste, die von 62 College-Head-Coaches erstellt wird. In den meisten Fällen unterscheiden sich die beiden Polls nicht voneinander. Verliert ein gesetztes Team gegen ein ungesetztes, fällt es in der Liste in der Regel weit nach hinten und kann die Hoffnung auf einen College-Football-Playoff-Platz schon begraben. Man darf sich wirklich keinen Fehler erlauben, wenn man am Ende in die Top-4 kommen will. Dennoch ist dieses System nicht unumstritten: Vor zwei Jahren gewannen die UCF Knights alle 13 Spiele, kamen schlussendlich aber nicht in die Postseason. Ihre Gegner bzw. ihre Conference wurde als zu schwach eingestuft.

Welche Conference ist die beste?
Gerne wird die Southeastern Conference als beste des Landes angesehen. Mit Alabama, Georgia, Auburn, Mississippi State und LSU stellt man auch in diesem Jahr wieder fünf Teams im ersten Ranking. Aber auch die Big Ten Conference um die Mannschaften aus Michigan (Wolverines und Michigan State Spartans) bzw. Ohio State, Penn State und Wisconsin findet sich immer weit vorne. Der Trend der letzten Jahre geht in diese Richtung – SEC und Big Ten stehen über den anderen. Das heißt aber nicht, dass Teams der anderen Conferences schlechter oder Gegner leichter sind.

Das (neue) Playoff-System
Seit 2014 spielt man auch auf College-Niveau Playoffs aus. Die vier besten Teams bitten zum Tanz, zwei Halbfinals, ein Finale – verlieren verboten. Die Semifinali rotieren im Paar: Im einen Jahr kommt der Rose- und der Sugar Bowl-Sieger ins Finale, im nächsten die Sieger aus Orange- und Cotton-Bowl und im darauffolgenden die Sieger des Fiesta- und Peach-Bowls. Das Finale wird schließlich auf neutralem Boden ausgetragen. In den fünf bisher ausgetragenen Finalspielen standen sich dreimal Alabama und Clemson gegenüber – zweimal siegten die Clemson Tigers. Aber auch Alabama kann auf insgesamt zwei Titel in dieser Zeit zurückblicken – ein weiteres Finale wurde gegen Georgia gewonnen. Außerdem spielte einmal Ohio State gegen Oregon – mit dem besseren Ende für Ohio.

Was sind die gravierendsten Regel-Unterschiede?
Für einen gültigen Catch muss nur ein Fuß im Feld sein, für eine Pass Interference der Defense gibt es nur 15 Yards Strafe und ein neues First Down. Außerdem ist ein Spielzug beendet, wenn das Knie des Ballträgers den Boden berührt – unabhängig ob er dabei berührt wurde, also “Down by Contact“ war. Erzielt eine Mannschaft ein neues First Down, bleibt die Spieluhr stehen, auch wenn der Ballträger innerhalb des Spielfeldes gestoppt wurde. Ein Fair Catch innerhalb der eigenen 25-Yard-Linie und der eigenen Endzone führt zu einem First Down an der 25-Yard-Linie. Von der gegnerischen 25-Yard-Linie geht es übrigens los, wenn es in die Overtime geht. Und zwar hat jede Mannschaft einen Drive. Gibt es danach noch immer keinen Sieger, geht es in die nächste Overtime.

Wer sind die Top-Spieler?
Aus deutscher Sicht sind mit Sicherheit die jüngeren St.Brown-Brüder – also Osiris und Amon-Ra – die interessantesten Prospects. Beide sind Wide Receiver, Osiris bei Stanford und Amon-Ra bei den USC Trojans. Besondere Beachtung dürfte aber der Quarterback-Markt finden. Dem Draft-Jahrgang 2020 wird hier eine besondere Stärke und Tiefe nachgesagt. Neben Tua Tagovailoa (Alabama) sind das Justin Herbert (Oregon) und Jake Fromm (Georgia). Aber auch für andere Positionen gibt es hervorragende Prospects: Jerry Jeudy (Alabama), Laviska Shenault (Colorado), Tee Higgins (Clemson, alle Wide Receiver), A.J. Epenesa (Iowa), Chase Young (Ohio State), Raekwon Davis (Alabama, alle Defensive End), Andrew Thomas (Georgia), Walker Little (Stanford), Trey Smith (Tennessee, alle Offensive Tackle), Dylan Moses (Alabama), Isaiah Simmons (Clemson, beide Linebacker) oder Derrick Brown (Auburn, Defensive Tackle) und Grant Delpit (Safety, LSU). Auch die Runningback-Klasse gilt mit Travis Etienne (Clemson), Jonathan Taylor (Wisconsin) und A. J. Dillon als überdurchschnittlich gur. Als Topstar der Zukunft gilt Quarterback Trevor Lawrence von Titelverteidiger Clemson. Er ist allerdings noch zu jung, um 2020 am Draft teilzunehmen.

Welche deutschen Spieler sind dabei?

  • Luke Wentz, Quarterback, Virginia Cavaliers
  • Osiris St. Brown, Wide Receiver, Stanford Cardinal
  • Amon-Ra St. Brown, Wide Receiver, USC Trojans
  • Konstantin Hellge, Wide Receiver, New Hampshire Wildcats
  • Kariem Al Soufi, Offensive Tackle, Virginia Cavaliers
  • Gerrik Vollmer, Offensive Tackle, Virginia Cavaliers
  • Lorenz Metz, Offensive Tackle, Cincinnati Bearcats
  • Nouredin Nouili, Offensive Lineman, Colorado State Rams
  • Yannik Rohrschneider, Offensive Lineman, Eastern Michigan Eagles
  • Noah Nnabuo, Offensive Lineman, Delaware State Hornets
  • Roman Wahrheit, Offensive Lineman, Towson Tigers
  • Robin Luna, Offensive Lineman, Abilene Christian Wildcats
  • Jasper Friis, Offensive Lineman, California Golden Bears
  • Simon Krizak, Offensive Lineman, Bucknell Bison
  • Julius Welschof, Defensive End, Michigan Wolverines
  • Robert Lachman, Defensive End, Albany Great Danes
  • Aaron Donkor, Defensive End, Arkansas State Red Wolves
  • Jan-Phillip Bombek, Defensive Lineman, Colorado State Rams
  • Remy Feltes, Defensive Lineman, Norfolk State Spartans
  • Matz Peters, Defensive Lineman, Murray State Racers
  • Leon Schmid, Defensive Lineman, Bryant Bulldogs
  • Joshka Gustav, Linebacker, Colorado Buffaloes
  • Fabian Weitz, Linebacker, Buffalo Bulls
  • Daniel Duah, Cornerback, Abilene Christian Wildcats

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