Wann auch immer: Ein Rekordvertrag ist für Patrick Mahomes fast sicher Wann auch immer: Ein Rekordvertrag ist für Patrick Mahomes fast sicher imago images / ZUMA Press

Zeitgeschehen: Mahomes lehnt vorzeitigen Vertrag ab und schafft Win-Win-Situation

geschrieben/veröffentlicht von/durch  04.03.2020
Spätestens seit dem Sieg im Super Bowl steht die Frage im Raum: Wann wird Patrick Mahomes seinen Franchise-Vertrag bei den Kansas City Chiefs unterzeichnen?

Und: Wird es der erste NFL-Vertrag mit einem Gesamtvolumen von über 200 Millionen US-Dollar sein? Beide Antworten sind derzeit ungewiss. Denn laut US-Medien will der 24-Jährige erst 2021 aus seinem Rookie-Vertrag raus. Ein ungewöhnlicher Vorgang in einer Liga, in der jeder Rookie doch hofft, schnellstmöglich an den großen Geldkuchen zu kommen. Unter genauerer Betrachtung aber erscheint Mahomes` Vorhaben gut durchdacht und schafft eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Gewinner Nummer eins: Brett Veach

Der General Manager der Chiefs kann sich nun ruhigen Gewissens an die anderen auslaufenden Verträge eines ziemlich vollständigen Kaders machen. Veach sollte nun alles daran setzen, den Vertrag mit Defensive Lineman Chris Jones zu verlängern, ehe dieser Mitte des Monats in der Free Agency landet. Etwa 18 Millionen an Cap Space hat Veach dafür zur Verfügung, was reichen sollte, um Jones vom Bleiben zu überzeugen. Zudem sollte er sich mit Sammy Watkins zusammensetzen und den Wide Receiver von einer Umstrukturierung seines Vertrags überzeugen, der den Cap alleine mit 21 Millionen US-Dollar im kommenden Jahr sonst belastet. Mit dem dadurch freigeschaufelten Geld sollte Veach versuchen, einen der beiden Cornerbacks mit auslaufendem Arbeitspapier zu halten: Kendall Fuller zuerst - und wenn das nicht klappt mit Bashaud Breeland.

Gewinner Nummer zwei: Chris Jones

Der Pass Rusher wünscht sich einen Verbleib im Staate Missouri, doch hätte Mahomes auf einen vorzeitigen Vertrag bestanden, wäre es schlichtweg nahezu unmöglich gewesen, Jones zu halten. Mahomes hätte sämtlichen Cap Space gefressen und für die anderen nichts übrig gelassen. Nun kann der 25-Jährige einen Vertrag anvisieren, der ihm etwa 15 Millionen US-Dollar im Jahr einspielen sollte. Oder fordert er mehr? Kürzlich wurde kolportiert, die Chiefs wollen Jones mit einem Franchise Tag belegen, was dieser sauer ablehnte und von "mangelndem Respekt" sprach. Doch beide Parteien sollten versuchen, sich zu einigen. Auch andernorts würde Jones zwar viel Geld bekommen, würde dann aber wahrscheinlich bei einem Team landen, das nicht die Titel-Aussichten der Chiefs in den kommenden Jahren hätte.

Gewinner Nummer drei: die Kansas City Chiefs

Wenn Veach bei den Vertragsgesprächen einigermaßen erfolgreich ist, können sich die Chiefs voll auf den Draft konzentrieren und ihrem Roster so noch Talent hinzufügen. Ungeachtet dessen sollten die Chiefs mit dieser Kaderzusammenstellung schon jetzt zu den Top-Kandidaten auf die Vince Lombardi Trophy der Saison 2020 gehören.

Gewinner Nummer vier: Patrick Mahomes

Der Quarterback geht natürlich auch ein gewisses Risiko ein. Sollte er sich 2020 eine Verletzung zuziehen, die seine Karriere vorzeitig beenden würde, dann hätte sich der Super-Bowl-MVP um Millionen gebracht. Gleichwohl würde er wohl seicht fallen, denn es wäre davon auszugehen, dass er selbst im persönlichen Worst-Case-Szenario noch irgendwo einen Job als Scout, Trainer oder Analyst im NFL-Cosmos bekommen würde. Tony Romo, der frühere Quarterback der Dallas Cowboys, hat gerade erst seinen Experten-Vertrag mit dem Sender CBS verlängert und verdient "schmerzfreie" 17 Millionen in der kommenden Saison. Übrigens mehr, als er je bei den Cowboys in einer Saison verdient hat.

Viel wahrscheinlicher ist aber, dass Mahomes 2021 seinen neuen Vertrag bekommen wird. Dann gilt auch als sicher, dass dieser mindestens 200 Millionen US-Dollar einspielen wird. Denn aufgrund der gestiegenen Einnahmen der NFL und dem damit steigenden Cap der Teams, könnte der Cap Space für die Spielzeit 2021 um etwa 20 Prozent auf womöglich 240 Millionen US-Dollar steigen.

Vielleicht lässt Mahomes die Chiefs aber sogar seine 5th-Year-Option ziehen? Dann käme es erst 2022 zum Franchise-Vertrag. Und dieser könnte es nochmal in sich haben. Denn dann stehen die neuen TV-Verträge an und Experten gehen aufgrund der neuen Konkurrenz im Streaming-Geschäft davon aus, dass die TV-Anstalten und Online-Plattformen die Einnahmen der Liga in diesem Bereich astronomisch ansteigen lassen. Erste Vermutungen laufen darauf hinaus, dass der Cap Space 2022 womöglich sogar schon 300 Millionen US-Dollar betragen könnte.

Und dann könnte ein 200-Millionen-Vertrag auf fünf Jahre für Mahomes womöglich schon geradezu günstig sein - auch wenn dies nach aktuellen Maßstäben absurd erscheint. 250 Millionen scheinen dann schon fast die realistischere Marke zu sein - win-win.

6.50 EUR
Heft 31 Ausgabe MAR 2020 Deines American Football Magazins TOUCHDOWN24.


Markus Schulz

Markus Schulz arbeitet seit 2009 beim Sport-Informations-Dienst in Köln. Seine Leidenschaft für den American Football entdeckte der Familienvater bereits mit elf Jahren während Super Bowl XXIII. 2017 schloss sich Schulz TOUCHDOWN24 zudem als Chefredakteur an. Außerdem hat der gebürtige Mönchengladbacher mehrere Bücher über den US-Sport publiziert und engagiert sich ehrenamtlich als Pressesprecher bei seinem örtlichen Football-Verein Remscheid Amboss.

Dein Warenkorb

Gesamtsumme:   0.00 EUR
Zum Warenkorb

TOUCHDOWN24 im Abo

td24 abo 300x300

Anzeige

Händler finden